Ende der Herbstpause

Hallo zusammen,

die Saison ist vorbei und auch mein Blog hat Herbstpause gemacht! Noch in dieser Woche geht aber das Balltraining wieder los und auch die Bloggerei soll zu neuem Leben erweckt werden! Es ist einiges passiert in der Zwischenzeit: Ich bin verheiratet, Wolfgang Overath ist nicht mehr FC-Pr├Ąsident, Hape Kerkeling hat die Moderation von Wetten-Dass abgesagt und Sebastian Schweinsteiger kann seine Haare nicht mehr selbst├Ąndig gelen – ausnahmsweise spiegelt die gew├Ąhlte Reihenfolge eine subjektive Gewichtung wider (alles andere h├Ątte auch ├ärger gegeben…)!
Zwischen den Ereignissen lag auch noch ein sehr sch├Âner Urlaub in Kenia. Zum ersten mal in meinem Leben machte ich Bekanntschaft mit Raubtieren in ihrer nat├╝rlichen Umgebung und habe nebenbei gelernt, dass wir uns mit dem Reiseland Kenia ein (theoretisch) nicht ganz ungef├Ąhrliches Reiseland ausgesucht hatten. Damit meine ich weniger die Gefahr durch somalische Piraten und Terroristen, die just in den Wochen an Aktivit├Ąt zugelegt hatten, als wir vor Ort waren. Aber w├Ąhrend der Norden von Kenia als potentiell gef├Ąhrdet f├╝r ├ťberf├Ąlle und Entf├╝hrungen gilt, ist die Gegend um Mombasa und das Landesinnere gl├╝cklicherweise weitestgehend sicher.
Vielmehr meine ich an dieser Stelle die Tierwelt! W├Ąhrend man bei Badeurlauben an den K├╝sten Australiens, Kaliforniens und neuerdings auch ├ägyptens vor Haiangriffen gewarnt wird, h├Ârt man von t├Âdlichen Aufeinandertreffen mit Elefanten oder auch Nilpferden eher selten. Absolut gesehen t├Âten diese jedoch jedes Jahr deutlich mehr Menschen als Tiger, L├Âwen oder Haie. Ganz vorne in der Statistik liegt ├╝brigens die ebenfalls in Kenia beheimatete Malaria-M├╝cke, wobei man nat├╝rlich bei allen Tieren sagen muss: Bei korrekten Verhalten sind die Gefahren f├╝r Touristen ├╝berschaubar, denn zur Malariaprophylaxe gibt es M├╝ckenspray und lange Kleidung, notfalls auch wirksame Medikamente, mit Nilpferden sollte man nicht unbedingt zusammen baden und Elefanten nicht f├╝ttern wollen…
Bei der Wahl des Transportmittels sind einem da schon eher die H├Ąnde gebunden und ich muss zugeben, dass selbst ich als Vielflieger mit durchaus gemischten Gef├╝hlen in folgendes Gef├Ąhrt gestiegen bin.

Was auf den ersten Blick aussieht wie ein Kleinbus, hat erstaunlicherweise am Bug Propeller und kann sogar fliegen! Mit dieser einmotorigen Cessna sind wir aus der Masai Mara zur├╝ck an die K├╝ste geflogen und empfanden durchaus Erleichterung, als wir mehr oder weniger sicher gelandet waren: Schon beim Aufsuchen des Sitzplatzes verrutschten die ersten R├╝ckenwirbel, das Beschleunigen auf der Startbahn glich eher dem eines Trabis auf der Autobahnauffahrt und in der Luft machte sich jedoch B├Âe mit einem fiesen Seitw├Ąrtshopser bemerkbar!

Letztendlich kamen wir aber gut runter und nach sch├Ânen zwei Wochen auch zur├╝ck ins heimische K├Âln. Das sch├Âne an den wenigen ballfreien Wochen ist die Tatsache, dass man vermehrt Zeit f├╝r andere sportliche Dinge hat und auch die Wochenenden nicht immer verplant sind. Auf diese Weise konnte ich die erfreuliche Anfrage zum Pro7-Turmspringen in diesem Jahr annehmen und hatte mit Fabian Hamb├╝chen nat├╝rlich einen – bis auf die K├Ârpergr├Â├če – herausragenden Partner an meiner Seite.
Das Training – an der Synchronit├Ąt – war recht einfach: Ich habe an meinen Spr├╝ngen gearbeitet, diese Fabian beim einzigen gemeinsamen Training vorgestellt, er hat sich meinen Bewegungsablauf eingepr├Ągt und diesen dann einfach simuliert (bis auf die bessere Eintauchphase nat├╝rlich…). Ist schon faszinierend, was f├╝r eine K├Ârperbeherrschung Turner und insbesondere Fabian haben! W├Ąhrend er auch bei schwierigsten Spr├╝ngen jederzeit wei├č wo sich seine Einzelteile befinden und wann er sich zum Eintauchen ├Âffnen muss, habe ich zumindest beim Doppelsalto einfach versucht m├Âglichst schnell zu drehen, bis drei zu z├Ąhlen und dann den Aufschlag vorzubereiten – sorry nochmal an alle Kampfrichter die ein wenig nass geworden sind… ;)

Zum Finalsprung

Wir hatten eine richtig nette Trainingsgruppe in K├Âln, bestehend aus den zwei Verbotene-Liebe-Jungs Jo Weil und Thore Sch├Âlermann, Moderatorin Annica Hansen, S├Ąnger Thomas Godoj, Model Rebecca Mir, Schauspieler Daniel Wiemer sowie unserem Trainer J├╝rgen Weuthen. Das Event in M├╝nchen war dann ebenfalls sehr lustig! Au├čer Elton – dessen Sprungphobie ist wirklich nicht gespielt – hatten alle viel Spa├č und nachdem alle heil dem Wasser entstiegen waren, wurde bei der After-Show-Party noch auf das Erlebte angesto├čen!

Seit heute ist aber wieder Schluss mit sportlichen Nebenschaupl├Ątzen – Badehose, Tennisschl├Ąger und Fu├čballschuhe werden bis zum kommenden Oktober eingemottet und ab sofort wird wieder in Beachvolleyballhallen geschwitzt!
Ich muss nun auch los zum Sport – sieht vermutlich zum Trainingsauftakt so grazil aus wie Marco Huck beim Turmspringen – und verabschiede mich mit dem Photo des Tages. Aufgenommen (von meiner Frau) in der Masai Mara und nicht bearbeitet, gibt dieses Photo Aufschluss ├╝ber die Erledigung der Grundbed├╝rnisse eines Nashorns ;)
Bis dahin, alles Gute,

Euer Jonas

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Saisonabschluss in Agadir

Hallo zusammen,
Es ist schon etwas l├Ąnger her, dass ich das letzte mal ein paar Zeilen zusammengeschrieben habe und in der Zwischenzeit ist einiges passiert!
Die Deutschen Meisterschaften sind zB bereits seit einigen Wochen pass├ę, das Wetter war wie meist in den letzten Jahren am letzten Augustwochenende: durchwachsen (und das auch nur wenn man aus Norddeutschland kommt)! Eine Woche sp├Ąter fand in D├╝ren dann noch der nationale Saisonausklang statt und sp├Ątestens seit dem Wochenende hei├čt es “Achtung, Hochsommer”!! In Zukunft werden wir unsere Trainingslager nur noch im Januar, sowie im Juli/August in s├╝dlicheren Gefilden durchf├╝hren. Im n├Ąchsten Jahr bauen wir dann die Netze im M├Ąrz und April an der Ostsee und im September am Rheinufer auf! Ich kann mich nicht erinnern, einmal solch einen September erlebt zu haben und auch im April (oder war es der M├Ąrz?) war es ja in Deutschland mal wieder gr├Â├čtenteils sch├Âner als auf den Kanaren, wohin wir vermeintlich gefl├╝chtet waren!

Und auch hier in Agadir, wo wir uns gerade im Robinson-Club auf das letzte Turnier der Saison vorbereiten, ist das Wetter zwar nicht wirklich schlecht, aber keine Spur von der erwarteten trockenen Hitze. K├Âln hat Agadir am gestrigen Sonntag um ca 5 ┬░ C geschlagen und selbst ich bin ohne Sonnencreme ausgekommen! Heute allerdings hat der Wind gedreht, kommt nun mit spielerschwerender St├Ąrke aus dem Landesinneren und bringt W├Ąrme sowie Sand. Letzterer schw├Ąngert die Luft, man f├╝hlt sich beim Atmen wie in Peking zur Rushhour (nur mit weniger lebensgef├Ąhrdenden Autofahrern) und kennt nun auch den Grund warum der Sand auf den Kanaren eine sehr ├Ąhnliche Beschaffenheit hat, obwohl diese doch noch ca. 500km entfernt liegen!

Vielleicht male ich den September in der rheinl├Ąndischen Heimat aber auch nur deshalb in den sch├Ânsten Farben, vorzugsweise rot und wei├č, weil eingetreten ist, was man in K├Âln nur alle Jubeljahre mal empfindet: Stolz auf den FC! Mit wenig Illusionen bin ich vor zwei Wochen ins Stadion eines K├Âlner Vororts gegangen, heraus ging ich mit gef├╝hlten Halluzinationen! 4:1? In Leverkusen (Es war dennoch mal wieder ein K├Âlner Heimspiel)? F├╝r den FC? Ich konnte mein Gl├╝ck wirklich kaum fassen. Das Trikot zog ich den ganzen Abend nicht mehr aus und verschickte folgendes Photo an diverse Freunde:

Es gab ekstatische Ges├Ąnge im kleinen Rund und die Euphorie hielt ausnahmsweise einmal l├Ąnger als nur eine Woche, denn auch beim Spiel gegen Hoffenheim wurde ich Zeuge eines Sieges! Vom Chaos-Club der Liga, der bestenfalls Mitleid von Fans anderer Clubs erh├Ąlt, war auf einmal der “Verein der Stunde” (O-Ton Markus Babbel) geworden.
War bis zum vorigen Sonntag noch von der “Auferstehung des gro├čen FCs” die Rede mit Pflichtspielen in der kommenden Saison in Mailand und Madrid, so ist die Euphorie seit dem ern├╝chternden Spiel gegen die Berliner genauso schnell wieder verflogen, wie sie aufkam. Und der K├Âlner-Express wetzt schon wieder die Messer: Paderborn und Ingolstadt seien nun die Vereine, die man n├Ąchstes Jahr im Stadion begr├╝├čen darf…

Ich drifte gerade mal wieder in Richtung des runden Leders ab, dabei gibt es durchaus noch weitere Geschichten zu erz├Ąhlen. Zum Beispiel befindet sich direkt neben dem Robinson-Club in Agadir der (ein) Palast des marokkanischen K├Ânigs! Die Clubg├Ąste sind daher angehalten, Strandspazierg├Ąnge zwingend nach “rechts” zu starten, denn orientiert man sich linker Hand, wird man unmissverst├Ąndlich mit Rufen und Pfeifen darauf aufmerksam gemacht, dass der K├Ânig keine Touristen zu empfangen w├╝nscht. Wei├č man dies nicht und joggt mit Ipod im Ohr munter in Richtung des Monarchen, so wird man auch schon mal mit vorgehaltenem Maschinengewehr gestoppt und auf den richtigen Weg gebracht…

“Ansonsten” sind die Marokkaner bisher wirklich sehr nett. Am freien Sonntag waren wir auf dem riesigen Souk (Markt), auf dem man vom Teppich bis zur Ziege so ziemlich alles kaufen kann. Gl├╝cklicherweise hatten wir einen Einheimischen dabei (Freund und Gesch├Ąftspartner unseres schweizer Trainingspartners), der uns nicht nur die Winkel des Marktes zeigte, in der eigentlich keine Touristen anzutreffen sind, sondern uns auch davor bewahrte beim Handeln allzu schlecht dazustehen. Schon erstaunlich, dass man sich in etwa bei der H├Ąlfte des vom Verk├Ąufer zun├Ąchst genannten Preises treffen kann und dieser nach Abschluss der schwei├čtreibenden Preisgespr├Ąche immer noch gute Laune zu haben scheint. Dies k├Ânnte nat├╝rlich an einem sonnigen Charakter oder an einem immer noch sehr guten Gesch├Ąft liegen – vermutlich liegt die Wahrheit in der Mitte ;)

Das sonnige Gem├╝t ist ├╝brigens nicht unbedingt selbstverst├Ąndlich, wurde Agadir doch im Jahr 1960 von einem schweren Erdbeben heimgesucht. Etwa 15.000 Menschen starben damals, die Stadt wurde komplett zerst├Ârt und musste neu aufgebaut werden. Dies sieht man dem Stadtbild leider auch an, es bietet wenig Abwechslung und logischerweise keine oder kaum historische Geb├Ąude. Unseren schweizer Trainingskollegen wird ├╝brigens besonders viel Gastfreundlichkeit entgegengebracht, war es doch die Schweiz, die als erste Nation und am nachhaltigsten beim Wiederaufbau half. Im Zentrum von Agadir gibt es ein “Schweizer Viertel”, dass allein von Eidgenossen erbaut wurde.
Als Zeichen der Dankbarkeit l├Ądt der K├Ânig jedes Jahr eine kleine Gruppe Schweizer zu einem privaten Golfturnier auf seinem Golfplatz ein – Bewohnern anderer Staaten ist dieses Privileg bisher noch nicht zuteil geworden – hoffentlich bleibt es auch dabei, bzw. muss nicht eine erneute Naturkatastrophe eine ├änderung bewirken! In- und ausl├Ąndische Touristen pr├Ągen das Stadtbild, insbesondere Surfer finden hier sehr gute Bedingungen bei moderaten Preisen!

Soweit meine ersten Eindr├╝cke von der nordwestafrikanischen K├╝ste, am Donnerstag beginnt dann der sportliche Ernst, wir hoffen auf einen gelungenen Abschluss der Beachsaison 2011!!
Dies zu erreichen liegt nat├╝rlich in unseren eigenen H├Ąnden und damit leite ich auch ├╝ber zum Photo des Tages und w├╝nsche Euch noch eine sch├Âne Woche!!

Euer Jonas

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Flitzer und Co

Hallo zusammen,

Habe schon seit einiger Zeit meinen Blog nicht mehr aktualisiert, in der Zwischenzeit fand eine erfolgreiche Beachvolleyball-EM statt und auch der Effzeh fuhr den ersten Punkt der Saison ein! Bei letzterem Anlass war ich live vor Ort und wurde in der Halbzeitpause auf dem heiligen Rasen sogar f├╝r den EM-Titel vom FC geehrt und mit einem signierten Trikot beschenkt!

Im Augenblick befinde ich mich bereits in Timmendorfer Strand, wo von Freitag bis Sonntag traditionell die Deutschen Meisterschaften ausgetragen werden. Spricht man beim Grand-Slam in Klagenfurt vom “Wimbledon des Beachvolleyballs”, so stellt das Turnier im touristisch gepr├Ągten, wundersch├Ânen Timmendorfer Strand das “Mekka des Beachvolleyballs” in Deutschland dar. F├╝r zumindest eine knappe Woche werden die Tage etwas lauter und die N├Ąchte etwas k├╝rzer, auch d├╝rften die Beachvolleyballfans im restlos ausgebuchten Kurort f├╝r einen sprunghaften Anstieg der Getr├Ąnkesparte “alkoholische Erfrischungsgetr├Ąnke” sorgen.
Wer kein festes Dach ├╝ber dem Kopf mehr gefunden hat, es sich nicht leisten kann/will oder ohnehin kaum zum Schlafen kommt, n├Ąchtigt im Auto auf dem Parkplatz der Eissporthalle. F├╝r alle Besucher gilt jedoch zumindest f├╝r Samstag und Sonntag: Wecker stellen und Beeilung bei der Morgentoilette! Wer zu sp├Ąt kommt, den bestraft der freundliche Ordner an den Trib├╝nenaufg├Ąngen, denn sp├Ątestens am sp├Ąten Vormittag hei├čt es: “Nichts geht mehr” auf den R├Ąngen des Centercourts. Selbst bei Dauerregen gibt kaum jemand seinen einmal gesicherten Sitzplatz wieder auf.

Apropos “Centercourt”! Ich muss doch noch einmal kurz auf das Event in Klagenfurt zu sprechen kommen. Ich habe lange mit mir gerungen, ob ich Euch folgende Bilder wohl an dieser Stelle zumuten sollte und finde, ich muss es sogar! Kurz zur Entstehungsgeschichte: Nachdem wir im Halbfinale bereits recht hoch zur├╝cklagen, hat Julius mir zugefl├╝stert: “Wenn wir das Ding noch drehen, ziehe ich im Finale blank!” Gesagt, getan: Unsere Gegner wollten sich diesen Anblick vermutlich auch nicht entgehen lassen, wir drehten das Spiel und Julius l├Âste sein Versprechen ein, hier kommt das Beweisphoto:

Na gut, bevor ich von meinem eigenen Partner verklagt werde, schreibe ich wohl besser die Wahrheit und berichte vom erstmaligen (mir bekannten) Auftritt eines Flitzers bei einem Beachvolleyballturnier!!
Das Spiel wurde live im ORF ├╝bertragen, der Kommentator blieb recht locker, die Spieler ebenfalls (nur Ricardo hatte ein wenig Respekt…), die Ordner nahmen den Nackedei nach dessen Auftritt nett in Empfang und die Zuschauer im Stadion bejubeln ohnehin alles, was sich bewegt…!
Nun gebt schon zu: Ihr wollt es sehen? Kein Problem, einfach auf folgendes Video klicken ;)

Zum Video

Julius steht in diesem Ausschnitt ├╝brigens in voller Montur am Aufschlag und schaut sich das Spektakel in aller Ruhe aus der Ferne an und fordert im Anschluss sogar noch die Zeitlupe f├╝r die Videowand ein…!
Dass es in Timmendorf eine Wiederholung dieser Aktion gibt, ist eher unwahrscheinlich: F├╝r das Wochenende sind empfindlich k├╝hle 17 Grad H├Âchsttemperatur vorhergesagt – nicht gerade das beste Flitzerwetter…
F├╝r uns Spieler sind solche Temperaturen zwar nicht sch├Ân, aber auch kein gro├čes Problem: es gibt ja w├Ąrmende Unterw├Ąsche. Und statt eines Strandspaziergangs kann ich ja auch mal in den Spielpausen meinen smart vom “Spezialparkplatz” holen und ein wenig die Umgebung erkunden.

Bevor es jetzt gleich aber losgeht mit der Er├Âffnungsfeier an der Seebr├╝cke, m├Âchte ich mich noch mit dem “Bild des Tages” verabschieden. Geschossen habe ich es diesmal im Standes- und B├╝rgeramt der Stadt K├Âln. Ich erspare mir und vor allem s├Ąmtlichen Beamten und insbesondere den Bediensteten der Stadt K├Âln jedwede Spekulationen ├╝ber den Urheber folgender Toilettent├╝rbeschriftung. Eines ist jedoch (hoffentlich) klar: Angestellte haben dort eine eigene Toilette, ansonsten sollte der ein oder andere Fehler schon entlarvt und behoben worden sein…

Nachdem bei der Stadt K├Âln mehr Wert auf saubere B├╝rger als auf saubere Toiletten gelegt wird, versuche ich nun auch einen sauberen Abgang hinzubekommen, aber da mir nichts Kreatives mehr einfallen will, verabschiede ich mich einfach mit einem freundlichen “Gru├č von der K├╝ste”,

Euer Jonas

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Partystimmung am W├Ârthersee

Guten Tag zusammen,

Ich befinde mich gerade bei der EM in Kristiansand/Norwegen und dank des Spielplans (Nur ein Gruppenspiel pro Tag) habe ich ein wenig Zeit und Mu├če, ein paar Zeilen zu schreiben!
Hier ist es nicht nur aufgrund der Spielansetzungen ein wenig ruhiger als beim Turnier der letzten Woche, denn da herrschte der typische Wahnsinn beim Grand-Slam in Klagenfurt. Zwar bot der Centercourt 8.000 Zuschauern Platz und aufs Veranstaltungsgel├Ąnde durften noch einmal ein paar mehr, aber dennoch war es so wie jedes Jahr: Ohne Anstehen bis sp├Ątestens um 0630 Uhr (Spielbeginn war nicht vor 1000…) gab es keine Chance auf Einlass. Die wenigen Kaufkarten die Anrecht auf einen gesicherten Platz boten wurden im Vorfeld verlost – es gab ├╝ber 60.000 Anfragen!

So ist es auch nicht weiter verwunderlich, dass diejenigen Zuschauer die es ins Stadion geschafft hatten von morgens bis abends angefeuert und gefeiert haben als g├Ąbe es kein morgen bzw keine Partys in der Nacht…!
├ťberhaupt ist das Event in Klagenfurt sehr speziell. In ├ľsterreich ist es DAS Sommerereignis des Jahres, Promitreff und Partyhochburg zugleich. W├Ąhrend die A-Promis wie Niki Lauda, die Ski-Alpin-Asse oder auch Rainhard Fendrich tags├╝ber Champagner und Kaviar genie├čen, steht f├╝r das “einfache” Publikum der Sport und vor allem die Party im Vordergrund. Da ist es auch unwichtig, dass man kein Hotelzimmer hat, Hauptsache man bekommt ausreichend Schlaf um den n├Ąchsten Tag zu ├╝berstehen (Zum Vergr├Â├čern – klicken)…

Auch f├╝r uns gab es in diesem Jahr auch endlich mal etwas am W├Ârthersee zu feiern – bis zum vergangenen Wochenenden war ├ľsterreich f├╝r uns das einzige Land der aktuellen Worldtour in dem Julius und ich noch nie auf dem Treppchen standen. F├╝r mehr Informationen m├╝sst ihr allerdings hier klicken (www.brinkreckermann.de).
├ťberhaupt f├╝hlten wir uns in diesem Jahr sehr wohl in K├Ąrnten. Nat├╝rlich fanden auch viele Zuschauer aus Deutschland den Weg zum “Wimbledon des Beachvolleyballs” aber die meisten Fans kamen nat├╝rlich aus der Alpenrepublik und entgegen langj├Ąhriger Erfahrungen brachten sie uns durchaus gro├če Sympathien entgegen, es hallte kein “Cordoba” von den R├Ąngen und selbst gegen die allerorts umjubelten Brasilianer f├╝hlten wir uns schon fast als Heimmannschaft – ist man als Deutscher im Ausland ja nicht unbedingt gewohnt…
Letzteres hat vermutlich nach wie vor latent mit dem folgenden, eigentlich sehr ernstem Thema zu tun. Es gibt ja gewisse sprachliche “No-Gos”, dies gilt vor allem f├╝r deutsche Begriffe die vom NS-Regime gepr├Ągt wurden. Anfang der vergangenen Woche gab es gleich zwei fragw├╝rdige Aussagen bzw. Texte – einer ging durch die Medienlandschaft, der andere blieb den meisten Leuten vermutlich verborgen und wurde in der Zwischenzeit auch wieder korrigiert. Die erste Aussage wurde von Heiner Gei├čler im Zusammenhang mit dem geplanten Neubau des Stuttgarter Bahnhofs gemacht. Er fragte innerhalb einer Diskussionsrunde die Gegner des Projekts “Stuttgart 21″ ob sie den “totalen Krieg” wollen – ein Ausspruch der verst├Ąndlicherweise nicht nur von den anwesenden Personen irritiert aufgenommen und zumindest als unangemessen bezeichnet wurde, schlie├člich pr├Ągte Joseph Goebbels in einer seiner bekanntesten Reden diesen Ausdruck.
Noch einen drauf setzte allerdings der bulgarische Pressevertreter bei einem Turnier der europ├Ąischen Beachvolleyballserie in Varna (BUL). Er suchte wohl h├Ąnderingend nach einer passenden Formulierung f├╝r den mehr als deutlichen Finalsieg des deutschen Duos Kaczmarek/Walkenhorst und vergriff sich dabei leider ebenfalls in den Tasten. Insbesondere dann wenn ein deutsches Team in Osteuropa einen klaren Turniersieg landet, sollte man nicht unbedingt von einem gewonnen “Blitzkrieg” schreiben – das Ganze ├╝brigens auch noch in der offiziellen Pressemitteilung!!

Der obige Screenshot wurde gerade noch rechtzeitig gemacht denn nur wenig sp├Ąter war der Bericht aufgrund von emp├Ârten E-Mails (├╝brigens von deutschen Absendern) logischer- und gl├╝cklicherweise umformuliert worden.

Bleibt die Hoffnung, dass die Journalisten hier vor Ort etwas besonnener von der EM berichten, sicherheitshalber hat der deutsche Volleyballverband in Thilo von Hagen einen eigenen Pressevertreter an die S├╝dk├╝ste Norwegens entsendet…

Er ist dann in den kommenden Tagen f├╝r die sportlichen Infos zust├Ąndig, ich werde im Nachklang der EM dann noch mal das Randgeschehen Revue passieren lassen.

Zum Abschluss dann noch das Photo des Tages, passt irgendwie in den heutigen Blog, denn auch (aber nicht nur) f├╝r die schreibende Zunft gilt:

Beste Gr├╝├če

Euer Jonas

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2-Minuten-Blog

Hallo zusammen,

Heute gibt es mal einen etwas k├╝rzeren Blogbeitrag. Dies hat zwei Gr├╝nde: Zum einen dauert die Reise zum n├Ąchsten Turnier nicht sehr lange und zum anderen haben mir in der letzten Woche gleich zwei Personen mitgeteilt, dass meine Berichte zwar grunds├Ątzlich lesenswert aber zu lang seien um sie “mal eben schnell nach der Arbeit” zu lesen. Ganz sicher bin ich mir nicht ob es nur an der Textl├Ąnge liegt, denn als Lehrer erscheint es mir nicht unm├Âglich f├╝nf Minuten am Tag zu finden, die man bisher mit (noch) sinnloseren Dingen zugebracht hat ;)
Aber extra f├╝r Tobi und Jan: Der 2-Minuten-Blog!

Nachdem ich in der letzten Woche wirklich mal Heimschl├Ąfer gewesen bin, befinde ich mich gerade wieder im Flieger, diesmal auf dem Weg nach Danzig.
W├Ąhrend unseres kurzen Heimataufenthalts hatten wir uns auf freundliches Juliwetter und sonnenbegleitete Trainingseinheiten gefreut. Nun wird es alle Leser aus dem deutschsprachigen Raum nicht verwundern, dass dies nicht so richtig zutraf. Statt Badehose wurde lange Thermokleidung angezogen und die Sonnencreme ben├Âtigte man nur damit der Regen besser abperlte. Statt eines lauen L├╝ftchens schlugen uns wasserges├Ąttigte Sturmb├Âen ins Gesicht – nur der ungl├Ąubige Blick auf den Kalender und die Staus rund um K├Âln am vergangenen Freitag (Ferienbeginn) lie├čen den Schluss zu, dass gerade wirklich Hochsommer und nicht Sp├Ątherbst ist!

Zu leiden haben derzeit nat├╝rlich nicht nur Outdoorsportler, sondern auch all diejenigen die ein sch├Ânes Sommerevent geplant hatten: Am Freitagabend war ich auf einem Richtfest und die meisten G├Ąste hielten sich verbl├╝ffend lang in der N├Ąhe des Grills auf. Verantwortlich hierf├╝r zeichneten weniger die leckeren Bratw├╝rste sondern eher die paar Extragrade die von den gl├╝henden Kohlen ausgingen. Tee und Gl├╝hwein h├Ątten dort sicherlich genauso dankbare Abnehmer gefunden wie bei der Saisoner├Âffnung des 1. FC K├Âln am vergangenen Sonntag. Ich wei├č nicht wie viele Menschen sich bei 14 Grad, Dauerregen und Sturm eingefunden haben aber das muss wahre Liebe sein…!

Apropos Effzeh: Beherrschendes Thema im k├Âlner Mediendschungel war in den vergangenen Wochen (!) das vom Boulevard so titulierte “Binden-Bingo”. Nahezu t├Ąglich wurden Titel- und Sportseiten mit News rund um die Kapit├Ąnswahl des neuen Trainers Solbakken aufgemacht. Nat├╝rlich kann man vortrefflich dar├╝ber diskutieren ob ein Geromel, Riether, Rensing oder eben doch Prinz-Poldi Kapit├Ąn sein sollte. Aber zum einen ist dies doch eher eine sportliche Randnotiz und dient eher zum F├╝llen des Sommerlochs und zum anderen gab es insbesondere am vergangenen Wochenende doch nun wahrlich andere und richtige Trag├Âdien. Es da zum (k├Âlschen) Politikum zu machen dass Podolski vom neuen (norwegischen) Trainer die Binde entzogen wurde halte ich pers├Ânlich f├╝r etwas unangemessen.

Nun sind die handgestoppten 2-Minuten auch schon fast vorbei, bleibt noch das Photo des Tages. Diesmal ist es taufrisch, aufgenommen an Bord der Lufthansa-Cityline-Maschine. Entgegen berechtigter Vermutungen befinde ich mich weder im Handgep├Ąckfach noch in der Besenkammer.

Dargestellt ist die Bordtoilette! Ich sage mal so: Leute ├╝ber 1,70m haben hier drin nichts zu suchen und sollten besser jegliche Gesch├Ąfte vor oder nach der Landung machen bzw verrichten. Aufgrund der mit “Enge” noch nett umschriebenen ├ľrtlichkeit ist es f├╝r etwas gr├Â├čere Leute physikalisch unm├Âglich, den Klodeckel mit der Hand aufzuklappen, weil entweder Kopf oder Hintern oder beides gegen die W├Ąnde sto├čen. Gut, dass wenige Frauen ├╝ber 1,85m gro├č sind, denn das ist das gesch├Ątzte K├Ârperma├č ab dem man definitiv nicht mehr im Sitzen Platz nehmen kann – ohne die T├╝re offen zu lassen…

In diesem Sinne, viele Gr├╝├če

Euer Jonas

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Ein Lesetipp

Habe in den letzten Tagen nicht die Ruhe gefunden, selbst etwas zu schreiben aber der n├Ąchste Flug kommt bestimmt… ;)

Ich m├Âchte ich an dieser Stelle aus aktuellem Anlass kurz auf zwei Blogbeitr├Ąge anderer Sportler zum Thema Doping verweisen. F├╝r uns Aktive sind ├Âffentliche Stellungnahmen immer etwas heikel weil man auf der einen Seite eine klare Meinung hat, andererseits aber aufgrund der Brisanz dieses Themas aufpassen muss, dass man sich mit Bedacht und um die Reaktionen wissend ├Ąu├čert.

Sara Goller und Markus Deibler (gerade bei der Schwimm-WM in Shanghai) sind dieses Thema in ihren beiden letzten Blogbeitr├Ągen angegangen – klickt einfach auf die entsprechenden Blogs auf der rechten Seite oder hier:

Blog Sara:

Blog Markus

Blog Sara

Ich verabschiede mich jetzt wieder in meinen sonnt├Ąglichen Ruhetag, am Dienstag fliegen Julius und ich nach Polen an die masurische Seenplatte zum n├Ąchsten Grand-Slam-Turnier!

Hier noch ein Bildchen vom letzten Jahr:

Euer Jonas

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Von der Nordsee ├╝ber die Alpen nach Russland

Hallo zusammen!

Turbulente Wochen liegen hinter und eine noch vor mir, bevor es in der kommenden Woche f├╝r ein paar Tage etwas ruhiger wird. Zwischen meiner Ankunft aus Norwegen und dem Abflug nach Z├╝rich lagen exakt 16 Stunden. Diese mussten straff durchorganisiert werden, denn neben Waschen, Trocknen, Schlafen und Packen musste auch noch der Kraftraum besucht und das Visum f├╝r unseren jetzigen Moskau-Aufenthalt beantragt werden!
Die Wettervorhersage f├╝r Gstaad (1100m ├╝ber dem Meeresspiegel) bot mal wieder ein buntes Allerlei aus der Welt der Meteorologie: Temperaturen zwischen 6 (!) und 25 Grad, intensive Sonne aber auch Unwetterwarnung mit Gewitter und Starkregen. Somit wurde der Koffer mal wieder etwas voller und schwerer! Um nicht schon am Flughafen wegen l├Ądierter Bandscheiben den mobilen Massageservice in Anspruch nehmen zu m├╝ssen, verzichtete ich diesmal auf meine Reisematratze – die Betten im Spielerhotel waren mir aber aus den Vorjahren auch nicht unangenehm in Erinnerung geblieben!

Die SWISS bef├Ârderte uns bis nach Z├╝rich, der Flug machte aber nur den kleineren Teil unserer Anreise aus. Am Flughafen sollten wir eigentlich von einem freundlichen Shuttlefahrer erwartet, abgeholt und in die Berge chauffiert werden, doch waren wir wohl versehentlich von der Liste gestrichen worden. So erwartete der Fahrer in der Ankunftshalle nur das d├Ąnische Nationalteam, das ebenfalls in unserem Flieger sa├č.

Nun passten 5 Personen und 10 Gep├Ąckst├╝cke definitiv nicht in einen kleineren Mittelklassewagen und nachdem das Los leider zugunsten der D├Ąnen entschied, mussten wir wohl oder ├╝bel noch 90 Minuten am Flughafen auf den n├Ąchsten Fahrer warten. Nach weiteren 150 kurvenreichen Minuten kamen wir dann endlich in der idyllischen Berglandschaft des Berner Oberlandes an und das ruhige Fr├╝hst├╝ck am n├Ąchsten Morgen entsch├Ądigte dann endg├╝ltig f├╝r die etwas ausgedehntere Anreise!

Das Wetter war im Laufe des Turniers ├╝brigens deutlich besser als bef├╝rchtet und vorhergesagt! Die Thermokleidung brauchten wir nur zur fr├╝hmorgendlichen Aktivierung (am Samstag war um 0845 Uhr Spielbeginn => Aktivierung um kurz nach 0600…), im Regen spielten wir nur einen halben Satz und insgesamt war der Schutz vor erh├Âhter Sonneneinstrahlung das beachtenswerteste im Zusammenhang mit dem Wetter.
Nun schl├Ąft man eigentlich in den Bergen allgemein sehr gut, jedoch nicht unbedingt wenn das Zimmer zum Veranstaltungsort der allabend- und n├Ąchtlichen Party liegt… Nachdem ich drei N├Ąchte am St├╝ck die Wahl zwischen einigen Dutzend Dezibel oder 30 Grad Zimmertemperatur hatte (die Fenster isolierten sehr, sehr gut…) bat ich um einen Tausch des Zimmers. Obwohl das Hotel eigentlich ausgebucht war, erm├Âglichten uns die mal wieder sehr zuvorkommenden und netten Hotelangestellten/-besitzer den erbetenen Wechsel und nach unserer Fr├╝hschicht am Samstagmorgen freute ich mich auf einen ausgedehnten Mittagsschlaf. Kaum hatte ich den neuen Raum hermetisch abgedunkelt und mich hingelegt, als ich durch ein zun├Ąchst undefinierbares Ger├Ąusch hochschreckte und mein Herz pumpte wie das eines sauberen Radrennfahrers beim Anstieg zum Tourmalet. Nach einigen Sekunden der Schockstarre vermutete ich einen Trompeter unter meinem Bett, doch da ich nicht in einem Hochbett lag, musste das Ger├Ąusch wohl doch von drau├čen kommen. Ich kurbelte also flugs die Jalousie wieder hoch, trat auf den Balkon und sah das Spektakel – k├Ânnt ihr nun auch:

Hier geht┬┤s zur Balkonkamera

Dies ist ├╝brigens nur die Aufnahme der Solo-Einlage, unn├Âtig zu erkl├Ąren, dass w├Ąhrend des einst├╝ndigen Freiluftkonzerts in der Folge nicht mehr an Schlaf zu denken war…

Ansonsten war Gstaad aber mal wieder das mit Abstand idyllischste und (zumindest f├╝r den Kopf) regenerativste Turnier der gesamten Saison.

Normalerweise l├Ąuft mein Kontakt mit den umliegenden Bergen auf visueller Basis ab, doch in diesem Jahr geh├Ârte ein Elektrofahrradhersteller zu den Sponsoren des Grand-Slams und verlieh seine Produkte kostenlos an Fans und Spieler. Somit konnte ich an einem spielfreien Nachmittag ohne k├Ârperliche Anstrengung ein wenig die umliegende Landschaft begutachten, innerhalb weniger Minuten dem gesamten Trubel entfliehen und beim Anblick der schneebedeckten Gipfel herrlich abschalten.

Etwas hektischer ging es dann nach der Siegerehrung zu: Wir hatten am selben Abend noch unseren R├╝ckflug mit Germanwings nach K├Âln und liefen mal wieder Gefahr, diesen zu verpassen. Die Verkehrslage war f├╝r schweizer Verh├Ąltnisse katastrophal (15km Stau nach Unfall) und somit hatten wir enormes Gl├╝ck, dass unser Shuttllefahrer im normalen Leben bei der Schweizer Bahn arbeitet. Er gab uns den Rat, mit dem Auto anstelle von Z├╝rich den Bahnhof in Bern anzusteuern und dort in den Zug zum Flughafen einzusteigen. Er nannte uns die genauen Abfahrtzeiten und das korrekte Gleis ebenso wie den Spitznamen der Deutschen Bahn innerhalb der Schweiz: “DFHB – Deutsche Fr├╝hlings- und Herbstbahn” (Bahnfahrgesch├Ądigte werden es verstehen…).
Somit kamen wir p├╝nktlich zum Flieger und am selben Abend noch in der Heimat an!
Mittlerweile sitze ich schon wieder im Flieger (diesmal die Muttergesellschaft der Lufthansa-Familie) und hoffe, dass unser Gep├Ąck diesmal wohlbehalten und vollst├Ąndig den Weg auf das Gep├Ąckband am Moskauer Flughafen findet – dies war in den vergangenen Jahren leider nicht immer der Fall!

Zum Abschluss wieder mein Photo des Tages, aufgenommen im Trainingslager auf Teneriffa.

Warum ich das in diesem Blogbeitrag ver├Âffentliche? Nun, trotz der eigenartigen Schreibweise w├Ąre ich froh wenn ich ein solches Schild in den n├Ąchsten Tagen am Turniergel├Ąnde in Moskau vorfinden w├╝rden, denn in den letzten Jahren warteten dort immer in der prallen Sonne aufgestellte Dixi-Toiletten auf uns die jedes mitteleurop├Ąische Hygieneinstitut auf den Plan gerufen h├Ątten…!

Aber auch das werden wir ├╝berleben und ich verabschiede mich hiermit bis zum n├Ąchsten Bericht!
Euer Jonas

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R├╝ckkehr mit Problemchen…

Moin, moin aus dem hohen Norden!
Beim Schreiben dieser Zeilen befinde ich mich gerade irgendwo ├╝ber Niedersachsen und (gleich) Schleswig-Holstein auf dem Weg zum Zwischenstopp in Kopenhagen von wo aus es dann in Richtung Zielort Stavanger geht. Wie ihr seht: So richtig viel Zeit blieb nicht, das Geschehen vom Grand-Slam in Peking und der WM in Rom geistig und k├Ârperlich, Herr T. H├Ą├čler w├╝rde sagen: “physisch und k├Ârperlich”, zu verarbeiten. Mittlerweile habe ich aber wieder “vom Feeling her ein gutes Gef├╝hl” (A. M├Âller) was sich nach den zwei Wochen und vor allem nach der R├╝ckreise aber in der Tat erst nach einigen Tagen wieder eingestellt hatte.
Wer sich haupts├Ąchlich f├╝r das Sportliche interessiert sollte mal auf brinkreckermann.de vorbeischauen aber wenn ich jetzt meine R├╝ckreise aus Rom Revue passieren lasse dann kann man sich vermutlich schon denken, dass es nicht gerade bitter entt├Ąuscht nach dem letzten Spiel ins Bett ging…!

Fangen wir also mit dem “Tag danach” an: Nach 90 Minuten Schlaf klingelte der Wecker, es waren noch 10 Minuten bis zur Abfahrt des Shuttles zum Flughafen. Etwas unbeholfen und mit leicht entstelltem Gesichtsausdruck fand ich den Weg ins Bad, Mini-Dusche und Z├Ąhneputzen um zumindest oberfl├Ąchlich frisch zu wirken, letzte Sachen in den Koffer gepackt und ins Tageslicht gewankt. Zum x-ten Mal verfluchte ich meine R├╝ckflugplanung und die Unflexibilit├Ąt der SWISS, mich auf einen sp├Ąteren Flug gen Heimat umzubuchen. Das Shuttle wurde schon so sp├Ąt wie m├Âglich bestellt um keine Minute Schlaf zu vergeuden und somit habe ich in der dadurch entstandenen Eile vier B├Ąlle ├╝bersehen die unser Trainer mir angeblich vor die T├╝r gelegt hatte…!
Nachdem diverse Taschen im Auto verstaut waren er├Âffnete mit der Shuttlefahrer, dass wir noch zu einem anderen Hotel fahren w├╝rden um noch einen Schiedsrichter einzusammeln. Ich wurde langsam etwas nerv├Âs, denn der Verkehr zur morgendlichen Rush-Hour in Rom ist schon nicht ohne, da kann jeder Umweg das rechtzeitige Einchecken kosten! Am Hotel angekommen gab es keine Spur von einem Schiedsrichter. W├╝rde ich mir diese Situation manchmal auf dem Spielfeld auch w├╝nschen – in diesem Fall sehnte ich ihn mir herbei. Der Shuttlefahrer telefonierte noch pflichtbewusst geschlagene 10 Minuten diverse Zimmer im Hotel ab bis ich ihm unmissverst├Ąndlich zu verstehen gab, dass es meinem Verh├Ąltnis zur Schiedsrichtergilde (und auch zum Shuttlefahrer) gut tun w├╝rde wenn ich nicht aufgrund eines Nichterschienenen Referees meinen Heimflug verpassen w├╝rde…!
Zum Gl├╝ck willigte der Fahrer ein und weiter ging die Tour zum Flughafen. Schon nach der ersten Abzweigung der n├Ąchste Schock: Stau, Stillstand! Der Kollege vorne links deutete meinen flehenden Blick richtig, wendete und versuchte sein Gl├╝ck mit diversen Schleichwegen. Nachdem ich merkte dass wir uns mittlerweile au├čerhalb der Innenstadt befanden und der schlimmste Verkehr vor├╝ber war, entspannte ich mich ein wenig, das Navi sagte unsere Ankunft f├╝r 40 Minuten vor der Abflugzeit voraus. Nat├╝rlich beinhaltete dies keinen gro├čen Puffer mehr aber meine Freundin und ich w├╝rden in jedem Falle mitgenommen werden.
Planm├Ą├čig erreichten wir den Flughafen und den Check-In-Schalter. Schnell den Personalausweis vorzeigen und – ├Ąh – wo ist er denn? In meinem Portemonnaie war er nicht aber dies verursachte bei uns noch keine Panik denn f├╝r unterschiedliche Ablageorte bin ich durchaus bekannt. Nur leicht beunruhigt wurden Rucksack, Jeans und Reisetasche durchk├Ąmmt – nichts. Schon etwas hektischer (wir wurden darauf hingewiesen dass wir die letzten einzucheckenden Passagiere seien) wurde der Koffer ge├Âffnet, erst systematisch durchsucht und schlie├člich leicht hysterisch durchw├╝hlt – immer noch nichts. Ich versuchte einen k├╝hlen Kopf zu behalten, leider perlte bereits der mit Weinaromen durchsetzte Schwei├č von meinem K├Ârper, und frage nach meinen M├Âglichkeiten doch irgendwie auch ohne Perso mitgenommen zu werden. Die wirklich nette Frau von der SWISS zeigte mir den Weg zur Flughafenpolizei und meinte ich solle mir eine Verlustbescheinigung ausstellen lassen.
Bin also hingerannt, die vier wartenden Leute ignoriert und dem Carabinieri hektisch mein Anliegen vorgetragen. Dieser lie├č sich aber irgendwie nicht von meinem Enthusiasmus anstecken, verwies mich unger├╝hrt auf das Ende der Schlange wo man mir mitteilte dass es seit 40 Minuten nicht einen Meter vorw├Ąrts gegangen sei. Nun musste ich kein Dreisatz k├Ânnen um zu erahnen, dass es so nichts werden w├╝rde mit meinem Flieger und beschloss bei den neutralen Schweizern um Vermittlung zu bitten. Dort angekommen – 30 Minuten vor Abflug – packte mich die nette SWISS-Mitarbeiterin an der Hand, mit der anderen (Hand) krallte ich mir geistesgegenw├Ąrtig meinen ├╝berdimensionierten Pokal und wir klopften erneut bei der Polizei an. Ich gebe zu: Billige und niedertr├Ąchtige Masche mit dem Pokal aber es wirkte: Zwar guckte der bereits bekannte Kollege weiterhin missmutig doch erkannte mich auf einmal seine Kollegin: “You, Beachvolley? TV?” – Sprachlich nicht ganz korrekte antwortete ich mit meinem besten Blick aus der Sparte “freundlich, mitleidserregend, vertrauenserweckend”: “Si!! Can you help me?”! Sie konnte: Wisch vor die Nase gehalten, ich habe meine Daten eingetragen, Stempel drauf – fertig!
Im Nachhinein habe ich mich zwar gefragt warum dieses Dokument (ohne Pr├╝fung der Daten) ausreichen soll, um G├Ąste ohne Perso mitnehmen zu k├Ânnen aber vermutlich hat der Pokal im Polizeib├╝ro eine kleine Abk├╝rzung bewirkt – als Dank lie├č ich noch schnell ein Turniertrikot dort.
Weiter ging es im Laufschritt zur├╝ck zum Check-In. Meine Sachen und meine Freundin waren bereits abgefertigt und mit vollem Optimismus vorausgeschickt worden (Getrennte Wege!). Meine neue Freundin von der SWISS geleitete mich noch schnell zum Express-Security-Check, dort wieder an allen Leuten vorbeigemogelt – mittlerweile war mir alles egal – und wir schafften es tats├Ąchlich noch als letzte G├Ąste in den Flieger!!
Ohne weitere Zwischenf├Ąlle absolvierten wir den Zwischenstopp in Z├╝rich, in D├╝sseldorf angekommen mussten wir dann noch eine kurze Bahnfahrt nach K├Âln hinter uns bringen. 8 Stunden nach dem Aufstehen, alles andere als frisch und mit den Gedanken schon auf dem Sofa standen wir dann mit unseren diversen Taschen endlich am Bahnsteig K├Âln HBF. Mit allen Taschen? Nicht ganz: Die T├╝ren des Zuges k├╝ndigten bereits mit penetrantem Piepen die Weiterfahrt an als ich bemerkte dass mein Rucksack mit nicht ganz unwichtigen Dingen wie Laptop und Kamera noch in der Gep├Ąckablage ruhte. Schnell wieder in den Zug gehechtet, zu unserem Platz gehetzt, den Rucksack geschnappt und wieder zur T├╝r gelaufen. Leider war diese bereits geschlossen und lie├č sich auch weder durch taktile Reize noch durch diverse Fl├╝che zum ├ľffnen bewegen.

Zum ersten mal resignierte ich ein wenig an diesem Tag als sicher der Zug gaaaaanz langsam wieder in Bewegung setzte und meine Freundin mit den anderen 5 Gep├Ąckst├╝cken am Bahnsteig zur├╝cklie├č…! Gl├╝cklicherweise sa├č bzw stand ich nicht in einem ICE sondern in einem Regionalzug und musste somit nicht bis nach Frankfurt sondern nur nach K├Âln-Ehrenfeld, als im wahrsten Sinne des Wortes “blinder Passagier”, mitfahren. Von dort ging es mit der n├Ąchsten S-Bahn wieder zum Hauptbahnhof und dann mit dem Taxi endlich nach Hause!!

Zum Abschluss noch schnell etwas aus der Rubrik: “Photo des Tages”. Da ich es beim letzten mal ganz vergessen hatte, gibt es heute gleich zwei Photos – anders kann ich die Gegens├Ątze aus K├Âln bzw Stavanger auch nicht darstellen – mein nun wieder fitter K├Ârper wird damit aber schon fertig werden ;)

Wetter K├Âln

Wetter Stavanger

Wetter Stavanger

Viele Gr├╝├če,
Euer Jonas

PS: Der Perso befand sich ├╝brigens im Handschuhfach meines smarts den wir w├Ąhrend der WM zur Verf├╝gung gestellt bekommen hatten…! Ist per LKW-Transport und Express-Brief mittlerweile wieder in meinem Besitz!

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Fenster zu – Katze tot

Hallo zusammen

Wenn ihr Euch jetzt fragt warum heute schon der n├Ąchste Blogeintrag folgt und ob ich etwa Langeweile habe, so kann ich Letzteres schon mal direkt verneinen. Wenn man verletzt ist hat man n├Ąmlich eher weniger denn mehr Zeit am Tag zur freien Verf├╝gung, denn zu den Reha- und Trainingseinheiten (irgendwas geht immer) kommen noch diverse Fahrten zu den Vertretern der medizinischen Abteilung hinzu. Au├čerdem steht ja bereits in einer Woche die WM in Rom auf dem Turnierplan und daher trudeln auch noch einige Medienanfragen ein, die es so gut es geht zu bedienen gilt.
Nun bin ich aber wieder fit und im Flieger l├Ąsst sich weder trainieren noch behandeln und auch Journalisten reisen beim Beachvolleyball (zum Gl├╝ck) nicht mit den Teams, so dass ich Zeit finde ein paar Zeilen zu schreiben. Wenn ich mich recht erinnere, sind wir in diesem Jahr mit keiner Fluglinie mehr als einmal geflogen, dieses mal wird Turkish Airlines w├Ąhrend unseres Trips nach Peking unter die Lupe genommen! Hierbei f├Ąllt mir gerade ein, dass ich noch gar keinen Kommentar ├╝ber unseren Flug mit Egyptair ├╝ber Kairo nach Shanghai geschrieben hatte – dies wollte ich wegen besonderer Vorkommnisse gemacht haben und werde ich nun tun!

Fangen wir mit den positiven Dingen an: Wir sind heil angekommen und wenn man mal nach ├ägypten ziehen m├Âchte, kann man guten Gewissens den kompletten Umzug mit Egyptair durchf├╝hren: Ich werde ja schon oft wahlweise bel├Ąchelt oder ungl├Ąubig angeguckt, wenn ich zwei Handgep├Ąckst├╝cke, eine Balltasche, einen gro├čen Koffer und meine Reisematratze durch die Terminals dieser Welt wuchte. Doch als wir zum Abfluggate in D├╝sseldorf kamen, sind uns beinahe die Augen ausgefallen: Eine siebenk├Âpfige Gro├čfamilie mit mindestens (!) 35 T├╝ten, S├Ącken und Taschen bettelte gestenreich mit H├Ąnden und F├╝├čen um Zugang zum Flieger nach Kairo. Da vermutlich noch der ein oder andere Koffer aufgegeben wurde, konnte es sich nur um einen Umzug oder den Grund f├╝r die Exportst├Ąrke Deutschlands handeln! Ich wei├č nicht genau wie die (vermutlichen) Umzugshelfer das Bodenpersonal ├╝berzeugen konnten aber es fanden sich alle Gep├Ąckst├╝cke mitsamt ihrer Tr├Ąger an Bord ein. Gl├╝cklicherweise war die Maschine nur zur H├Ąlfte besetzt, andernfalls h├Ątte es vermutlich eine Massenpanik beim Beladen der Gep├Ąckablage gegeben.
Der Flug nach Kairo verlief dann jedoch ohne weitere Zwischenf├Ąlle, erst beim Umsteigen in Kairo wurde ich wieder aus meinem ├╝blichen Reisetrott geweckt: Wir mussten (wie bei Interkontinentalfl├╝gen meist ├╝blich) vor dem Weiterflug nach China noch mal durch eine Sicherheitskontrolle. Das (maschinelle) Sicherheitssystem funktionierte, es piepste bei nahezu jedem zweiten Passagier. Allein: Es interessierte niemanden! Weder wurden die Handgep├Ąckst├╝cke kontrolliert noch den wild piepsenden Detektoren Aufmerksamkeit geschenkt oder auch nur ein einziger Passagier abgetastet. Wer also demn├Ąchst mal mit einem 5-Liter-Wasserkanister verreisen oder sich selbst um sein leibliches Wohl k├╝mmern m├Âchte: Campinggaskocher oder auch ein handlicher Grill lassen sich ohne Probleme mit an Bord nehmen (Andere Dinge erw├Ąhne ich jetzt besser nicht, sonst w├╝rde ich noch wegen Anstiftung zum Terroranschlag belangt)!

Dass das Thema Sicherheit auch sonst nicht ganz so eng gesehen wird, machte sich dann auch noch w├Ąhrend des Take-Offs bemerkbar. Das Flugzeug z├╝ndete alle Triebwerke und schoss die Landebahn entlang, als ich auf einmal hektische Laufschritte hinter mir h├Ârte. Dachte ich zuerst dass etwas bei der Nutzung des Gaskochers in Reihe 22 aus dem Ruder gelaufen ist, so war ich zwar beruhigter aber nicht weniger verwundert als sich die ├╝ber den Gang n├Ąher kommenden Ger├Ąusche hektischen Ursprungs als sprintende Flugbegleiter herausstellten. Zugegeben: Von “Sprint” kann nicht wirklich die Rede sein wenn man versucht, gegen die Beschleunigung eines D├╝senflugzeugs anzusprinten! Es sah mehr nach Aquajogging aus und somit war es auch nicht weiter verwunderlich, dass die vier Flugbegleiter erst einige Sekunden nach (!) dem Abheben ihre Sitze erreichten! Nur f├╝rs Protokoll: Meine Schlaftablette habe ich erst etwas sp├Ąter mit einem Schluck Rotwein hinuntergesp├╝lt – diese Einschlafhilfe hatte ich an dem Tag auch bitter n├Âtig…!

Wo ich gerade dabei bin, ├╝ber Vergangenes zu schreiben: Ich bin auch noch die Schilderung eines weiteren Ereignisses schuldig. Mich erreichte vor einigen Tagen eine E-Mail in der ich darauf hingewiesen wurde, dass ich immer noch nicht die Geschichte mit der toten Katze in Neuseeland aufgel├Âst h├Ątte, obwohl ich diese f├╝r einen sp├Ąteren Blogeintrag angek├╝ndigt hatte! Stimmt, hatte ich v├Âllig vergessen! Tut mir leid, wird nun also nachgeholt:

Als wir Anfang des Jahres nach unserem Mammutflug und der Drogengeschichte in Neuseeland unsere Unterkunft erreichten, lag dort auch ein Zettel unserer Vermieter mit einigen Dingen die wir beachten sollten. Neben einer Erinnerung, den M├╝ll an jedem Montag an die Stra├če zu stellen und einer Bedienungsanleitung f├╝r die Waschmaschine war auch noch ziemlich klar formuliert wie wir mit der Hauskatze umzugehen hatten. Sie wurde als sehr h├Ąuslich, ruhig und pflegeleicht beschrieben. W├Ąhrend die ersten beiden Attribute noch beinahe untertrieben waren, stellte sich das Wort “pflegeleicht” zumindest f├╝r die ersten drei Tage als ma├člose ├ťbertreibung heraus. Ein r├Âchelndes, seniles, sich ├╝bergebendes und augenscheinlich debiles Tier kann man nicht unbedingt als pflegeleicht einstufen.
W├Ąhrend zwei Personen unserer Trainingsgruppe – ich m├Âchte keine Namen nennen… – das Wort “pflegeleicht” f├╝r sich passend gemacht und die Katze mehr oder weniger ignoriert hatten, versuchte ich zusammen mit einem weiteren Tierfreund die Katze wieder aufzup├Ąppeln. Am vierten Tag war sie dann wirklich sehr pflegeleicht – n├Ąmlich mausetot…!
Ich vermute einfach mal, dass die bei unserer Ankunft auf etwa 50 Grad Celsius erw├Ąrmte und estrem sauerstoffarme Luft der Gesundheit der schon sehr alten und vermutlich zumindest an den zwei Tagen vor unserer Ankunft auf sich allein gestellten Katze nicht wirklich gutgetan und massiv lebensverk├╝rzend gewirkt hatte. Ich habe kurz ├╝berlegt, ob ich das Bild der toten Katze ver├Âffentlichen soll und mich dann daf├╝r entschieden, denn es handelt sich ja hier um einen Erlebnisbericht und da geh├Âren Photos auch dazu, vielleicht dient es ja als mahnendes Beispiel…

Au├čerdem gibt es ja vielleicht den Ansto├č f├╝r weitere leicht abstruse Warnhinweise, die mich zwar an Bedienungsanleitungen von amerikanischen Ger├Ąten erinnern (“Der Verzehr der Schutzfolie kann gesundheitssch├Ądlich sein”) aber in diesem Fall vielleicht doch gar nicht ├╝berfl├╝ssig sind. Denn h├Ątten unsere Vermieter den folgenden Warnhinweis aus der Rubrik “Photo des Tages” im Zusammenhang mit ihrem Haus und ihrer Katze gelesen – vielleicht w├╝rde ihr tierischer Liebling noch leben!? Die Aufnahme dieses Photos ist ├╝brigens in gesch├Ątzter 400-m-Entfernung vom obigen Tatort entstanden…

Kleiner Appell: Immer gut auf eure Vierbeiner achtgeben und daher am besten in der bevorstehenden Sommersaison auf Fahrten im ICE der Deutschen Bahn verzichten: Die Klimaanlagen sind angeblich immer noch anf├Ąllig bei gr├Â├čeren Temperaturanstiegen (Das ist ├╝brigens ungef├Ąhr so logisch als wenn Schneeketten bei Temperaturen unter dem Gefrierpunkt den Dienst versagen …)!

In diesem Sinne, eine sch├Âne Woche w├╝nscht Euch

Jonas

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Warum Marco Reus doch keine Gurke isst…

Moin zusammen,
Es kommt nicht h├Ąufig vor aber dieses Mal entsteht der Blogbeitrag nicht w├Ąhrend des Aufenthalts auf irgendeinem Flughafen oder auf dem harten Sitz der Economy-Klasse sondern im heimischen K├Âln.
Grund hierf├╝r ist zum einen eine kurze Verschnaufpause im internationalen Turnierkalender und zum anderen leider eine Oberschenkelverletzung die zur Absage der beiden vergangenen Turnierwochenenden in Prag und M├╝nster gef├╝hrt hat. Zwei sch├Âne St├Ądte also die ich nicht besuchen konnte – den Ausfall eines Turniers in China h├Ątte ich weniger bedauert zumal ich bei einem Turnierantritt in M├╝nster eine Reise in die sportliche Vergangenheit angetreten h├Ątte, denn hier habe ich nicht nur vor langer, langer Zeit mein Grundstudium absolviert und zwei Jahre lang gelebt sondern auch meine Volleyballkarriere beim USC M├╝nster ins Rollen gebracht.

Verletzungen geh├Âren im Hochleistungsbereich aber nun mal leider dazu. Die Kunst ist es, neben einer optimalen Behandlung, die richtigen Entscheidungen zu treffen im Hinblick auf den Zeitpunkt der R├╝ckkehr ins Wettkampfgeschehen. Beim Beachvolleyball ist man diesbez├╝glich in erster Linie und beinahe ausschlie├člich seinem Team (Partner, Trainer) gegen├╝ber in der Pflicht und f├Ąllt Entscheidungen demnach auch gemeinsam. In anderen Sportarten wie zB beim Fu├čball sieht das unter Umst├Ąnden schon anders aus. Hier k├Ânnen schnell Interessenskonflikte entstehen, denn die pers├Ânlichen Interessen decken sich nicht zwingend mit der Priorit├Ątenskala eines Vereins oder eines Verbandes.
Prominentestes Beispiel der Vergangenheit ist sicherlich der “Fall Robben” (spielte mit erheblicher Verletzung die WM und fiel danach fast ein halbes Jahr aus) und betrifft ganz aktuell auch den Fu├čballer Marco Reus. Ich m├Âchte mir nicht anma├čen, dessen Verletzungsgeschichte zu beurteilen, (daf├╝r wei├č ich auch zu wenig ├╝ber seine Beschwerden) aber allein die Tatsachen, die man aus der Presse erfahren konnte, lassen doch einige R├╝ckschl├╝sse zu.
F├╝r alle, die nicht so ganz im Thema sind weil f├╝r sie die Bundesligasaison nach dem 34. Spieltag beendet war (f├╝r mich war sie das nach der Rettung des FC bereits am 33. Spieltag): Im ersten Relegationsspiel der Gladbacher gegen Bochum verletzte sich Marco Reus, von einem Muskelfaserriss war die Rede. Das R├╝ckspiel fand bereits sechs Tage sp├Ąter statt – mit kalten Umschl├Ągen und Physiotherapie allein wird man da nicht wieder einsatzf├Ąhig aber wie auch immer: Der Gladbacher ├ťberflieger spielte im R├╝ckspiel 85 Minuten, schoss das erl├Âsende Tor f├╝r die Fohlen und Gladbach bleibt erstklassig. Wo nun der Interessenkonflikt besteht? Nun, nat├╝rlich war der Klassenerhalt auch im Interesse des Spielers doch verhinderte sein Einsatz im R├╝ckspiel vermutlich sein Debut im Dress der Nationalelf. Er konnte wegen seiner Muskelverletzung im Testspiel gegen Uruguay nicht antreten und ist mittlerweile auch aus dem Trainingslager abgereist, weil er auch in den Qualifikationsspielen gegen ├ľsterreich und Aserbaidschan noch nicht fit sein wird und ein erneuter Einsatz zu gro├če Risiken bergen w├╝rde (O-Ton Yogi).
Vermutlich bereut er seine Entscheidung dennoch nicht – was f├╝r seinen Teamgeist spricht – doch muss die Nationalmannschaft nun auf seine Hilfe und er auf sein Debut verzichten, zudem steht nun wohl Reha statt Urlaub auf dem Programm…!

Nun ein kurzer Blick auf das Geschehen abseits des Sports:
Ern├Ąhrt ihr Euch gerade eigentlich gesund? Ja? Ist derzeit ja gar nicht so einfach! Kaum bin ich aus dem clenbuterol- und strahlengef├Ąhrdeten Asien ins scheinbar essenstechnisch sichere Deutschland zur├╝ckgekehrt, da bestimmt der Laborname eines Darmbakteriums die Medienwelt. Wer h├Ątte das gedacht: Der Name EHEC verdr├Ąngt Frau Merkel und die iranisch-deutschen Spannungen sowie die 271. Auflage der “Revanche von Cordoba” von den Titelseiten der Tagespresse, Eltern picken die Gem├╝sebeilage aus den Hamburgern ihrer Kinder und die Beh├Ârden empfehlen aus gesundheitlichen Gr├╝nden auf den Verzehr von rohem Gem├╝se zu verzichten! Wenn ich mich recht erinnere, gab es diese Empfehlung hierzulande zuletzt in der Zeit kurz nach dem GAU in Tschernobyl!? Das Epizentrum liegt wohl in Hamburg und die zun├Ąchst verd├Ąchtigten Gurken aus Spanien sind jetzt wohl doch nicht der Grund f├╝r die Verbreitung des Erregers. ├ähnlich wie in einem Gerichtsurteil des aktuellen Tagesgeschehens sieht es aber auch hier nach einem Freispruch zweiter Klasse aus: Denn nat├╝rlich bleibt beim Verbraucher eine Restangst vor spanischem Gem├╝se, was den Bauern auf der iberischen Halbinsel angeblich Umsatzeinbu├čen von 200 Millionen Euro beschert – pro Tag wohlgemerkt (Quelle: Spiegel-Online).

Zum Abschluss m├Âchte ich Euch noch eine kleine neue Rubrik vorstellen. Zuk├╝nftig soll es immer ein “Bild des Tages” geben, das eigentlich keiner weiteren Erkl├Ąrung bedarf. Den Anfang macht ein Fundst├╝ck, das ich meinem letzten Tankbesuch zu verdanken habe. ├ťberschrift hierf├╝r k├Ânnte auch lauten: “Wie die Bundesregierung doch noch das E-10 an den Mann bringen kann”!

Angeblich kein E-10...

Ein sch├Ânes langes Wochenende w├╝nscht Euch

Euer Jonas

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