Ein fr├Âhliches “Alaaf” von Fuerteventura!

Ein ziemlich komisches Gef├╝hl war das am Weiberfastnachtsvormittag als ich mich auf den Weg zum D├╝sseldorfer Flughafen machte. Bepackt mit diversen f├╝r unser Trainingslager ben├Âtigten Gep├Ąckst├╝cken k├Ąmpfte ich mich am K├Âlner Hauptbahnhof vorbei an (feucht-) fr├Âhlichen Superm├Ąnnern, Schotten und K├╝hen .

 

Auch wenn das Datum unserer Abreise es vielleicht vermuten l├Ąsst: Ich bin eigentlich kein Karnevalsmuffel, verkleide mich sonst zumindest an einem der tollen Tage und feiere mit – etwas anderes bleibt einem in K├Âln auch gar nicht ├╝brig, m├Âchte man nicht eine knappe Woche von der Au├čenwelt isoliert leben. Unsere Saisonvorbereitung sah diesmal allerdings kein lustiges Schunkeln im Scheich- oder Piratenkostu├╝m vor, sondern wenige Tage nach unserer R├╝ckkehr aus Australien steht mal wieder ein Trainingslager auf dem Programm, diesmal lautete Fuerteventura das Ziel.

Bevor ich jedoch wieder versuche, Interessantes ├╝ber einen Kanarenaufenthalt zu schreiben mache ich es mir ein wenig leichter und verliere noch ein paar S├Ątze zu unserem 5-w├Âchigen Aufenthalt in Ozeanien, denn zumindest von der Zeit in Australien habe ich noch gar nichts berichtet. Im Gegensatz zu unserer Einreise nach Neuseeland war das Betreten australischen Bodens vergleichbar mit der Landung nach einem (dreist├╝ndigen) Flug von K├Âln nach M├╝nchen: Uns wurden weder Drogen- noch Verhaltensverst├Â├če vorgeworfen, nicht einmal unser Proteinpulver wurde dem fast schon obligatorischen Sprengstoff- und Kokaintest unterzogen und auch die Passkontrolle war binnen k├╝rzester Zeit erledigt. Wie man ├╝berhaupt – zumindest stereotypisch formuliert – ┬ásagen muss, dass sowohl Australier als auch die Verwandten aus Neuseeland sehr angenehme, freundliche und extrem hilfsbereite Zeitgenossen sind. Im australischen Fall kam nat├╝rlich noch verst├Ąrkend hinzu, dass wir mit Manly Beach den so ziemlich entspanntesten Ort s├╝dlich des ├äquators f├╝r unser Trainingslager ausgesucht haben. Hier gibt sich in den zahlreichen Cafes, Restaurants und Surfgesch├Ąften eine Klientel die Klinke in die Hand die sich ├╝berwiegend aus weltbereisenden Backpackern, australischen Kurzurlaubern und wohlhabenden Anwohnern zusammensetzt. Insbesondere Letztere haben meiner Meinung nach das gro├če Los gezogen: An einem der sch├Ânsten Str├Ąnde der Welt in entspannter Atmosph├Ąre wohnen und zum Arbeiten oder kulturellem Vergn├╝gen einfach mit der F├Ąhre nach Sydney-Downtown ├╝bersetzen. Zwar pendelt man dann jeden Morgen und Abend zwischen Arbeits- und Wohnst├Ątte, doch wie das folgende Photo zeigt l├Ąsst sich ┬ádie 30-min├╝tige Fahrt mit den altehrw├╝rdigen F├Ąhren nicht ganz mit Panorama und Stress der A57-Pendlerstrecke zwischen K├Âln und D├╝sseldorf vergleichen…

Wenn sich dieser Ort zumindest mal in Europa befinden und nicht den von Deutschland aus gesehen so ziemlich entferntesten besiedelten Punktes der Erde darstellen w├╝rde: Ich k├Ânnte mir nicht viele andere Orte vorstellen die ich als Lebensmittelpunkt vorziehen w├╝rde!
Aber auch so fehlte es uns eigentlich an nichts, die beiden n├Ąchsten Bilder k├Ânnen dies vielleicht exemplarisch belegen: Bild Nummer eins zeigt unseren Arbeitsplatz. Insbesondere in diesem Fall w├Ąhle ich ganz bewusst das Wort “Arbeit”, denn wir hatten in der ersten Woche in Sydney bereits morgens um 10 Uhr 42 Grad Celsius im Schatten. Dies erkl├Ąrt auch die niedrig stehende Sonne: Diese Aufnahme ist n├Ąmlich nicht nach Dienstende mit einem Cocktail in der Hand entstanden, sondern aufgrund der hohen Temperaturen zum Trainingsbeginn morgens um 06:15 Uhr – dass sich Euer Mitleid in Grenzen h├Ąlt ist dennoch ganz OK…!

Das zweite Photo zeugt von einer der vielen netten und willkommenen Annehmlichkeiten w├Ąhrend eines Trainingslager: Live├╝bertragung der Fu├čball-Bundesliga. In diesem Fall musste zwar die Aufzeichnung am n├Ąchsten Morgen herhalten (Ansto├č war um 01:30 Uhr Ortszeit…) aber da alle modernen Kommunikationsmittel ausgeschaltet blieben bis zur Wiederholung im australischen Fernsehen konnte ich die Aufholjagd beim Sieg der K├Âlner gegen Bayern quasi als Liveereignis genie├čen!

Zum Abschluss des Trainingslagers flogen wir dann noch nach Melbourne zu einem Turnier der australischen Serie. Als Au├čenstehender kann man es kaum glauben aber Beachvolleyball ist in Australien keine wirklich gro├če Nummer. Daher waren die heimischen Spieler ganz aufgeregt, dass das Turnier w├Ąhrend des ber├╝hmt ber├╝chtigten St. Kilda Festivals und damit vor vollen Trib├╝nen stattfand! Leider gibt es auch Dinge die ein Musikfestival und Beachvolleyball nicht ganz so kompatibel erscheinen lassen. Zerbrochene Glasflaschen im Sand geh├Âren definitiv in diese Kategorie und dies f├╝hrte denn leider auch zum Abbruch des Endspiels: Julius zog sich im Finale eine tiefe Schnittwunde am Fu├č zu. Wir wollten bei dem nicht ganz so wichtigen Turnier nat├╝rlich kein Risiko eingehen und brachen nach dem Fund weiterer Glasscherben das Finale sicherheitshalber ab.
Zwar konnte schon drei Wochen zuvor ein Turnier in Neuseeland aufgrund ├Ąu├čerer Umst├Ąnde (Unwetter) nicht beendet werden doch dienten diese Turniere ohnehin nur als Wettkampftraining innerhalb eines sehr gelungenen Trainingslagers. Sportal.de sah das etwas anders und erkl├Ąrte uns lustigerweise gleich zum “Flop des Tages”:

Schon eher als Flop w├╝rde ich allerdings das beschreiben was mich nach der R├╝ckkehr ins sch├Âne K├Âln widerfuhr und damit meine ich nicht die ca 40 Grad Temperaturunterschied.
Auf dem Flug hatte ich traditionellerweise schon sehr wenig geschlafen und kam morgens um 6 mit 10 Stunden Zeitverschiebung im Gep├Ąck in Frankfurt an. Wer schon mal so lange geflogen ist, wei├č dass man so einen Tag dann am besten ohne Schlaf ├╝berstehen sollte, damit man den K├Ârper regelrecht den neuen Rhythmus aufzwingt. Bis 21 Uhr habe ich durchgehalten, bin dann auf dem Sofa eingenickt, um eine halbe Stunde sp├Ąter von der T├╝rklingel aufgeschreckt zu werden: Dopingkontrolle! Zum ersten mal war ich ein wenig ungehalten gegen├╝ber den Kontrolleuren und fragte ob sie denn nicht entweder ein paar Stunden fr├╝her h├Ątten kommen k├Ânnen oder aber erst am n├Ąchsten Morgen, denn dass ich an dem (Sonntag)Abend vermutlich etwas derangiert sein w├╝rde, konnten sie meinen Eintragungen im Meldesystem entnehmen! Ich habe kurz ├╝berlegt ob ich nicht einfach aus Protest am K├╝chentisch beim Ausf├╝llen des Kontrollbogens einschlafen sollte (fiel mir selten so leicht wie an dem Abend), entschied mich dann aber f├╝r die brave Variante und f├╝llte mit letzter Wachheit und Kraft den Probenbecher.
Nun sind es doch ein paar S├Ątze mehr geworden, so dass ich jetzt lieber Schluss mache und im n├Ąchsten Beitrag von unserem derzeitigen Aufenthalt auf Fuerteventura berichte.
Viele Gr├╝├če und noch ein paar sch├Âne Karnevalstage w├╝nscht,
Euer Jonas
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