Sing a Pur

Hallo, Freunde des Blog- und Ballsports!

Nun ist es doch ein paar Tage spĂ€ter geworden bis zur Abgabe meines angekĂŒndigten Blogbeitrags. Eigentlich wollte ich ja auf der RĂŒckreise des Teneriffa-Trainingslagers die nĂ€chsten Zeilen herunterschreiben, doch Schneechaos und zu viele lĂ€rmende, nicht ganz nĂŒchterne Briten in der Abflughalle brachten mich ein wenig aus dem Tritt, so dass ich es vorzog, im Flieger zu lesen und zu dösen womit ich mich hervorragend meiner Umgebung anpasste!

Auch jetzt sitze ich wieder in einem Flugzeug, doch diesmal lassen sich nicht so einfach Stereotype aus den Passagieren unseres Flugobjekts basteln. Vielleicht ein kleines Destinations-Ratespiel? Ich warte nicht auf Antwort sondern fange einfach mal an, gesucht ist ein Zwischenstopp meiner Reise, mit jedem Hinweise sollte es ein wenig einfacher werden:

- Frankfurt war Abflugort (fĂŒr die Vielflieger noch ein Extrahinweis: Terminal 1B)
- Es geht Richtung Osten
- Die Flugdauer betrÀgt mehr als 3 Stunden
- Etwa die HĂ€lfte der Passagiere kommt ursprĂŒnglich nicht aus Europa
- Bei der gleichen HĂ€lfte haben die Augen eine leicht verengte Form (auch dann wenn nicht das Baby in der Reihe nebenan brĂŒllt)
- Nein, die Bewohner des Ziellandes spucken nicht auf den Boden (außer auf Fußballfeldern) und kaufen auch nicht gerade halb Europa auf
- Die Flugdauer betrÀgt ca 12 Stunden, die Entfernung 11.000 km
- Der Name der Fluggesellschaft beinhaltet den gesuchten Ort
- Es handelt sich um den beliebtesten Umsteigeflughafen auf dem Weg nach Ozeanien

Eigentlich mĂŒsste man jetzt allmĂ€hlich auf das Lösungswort kommen aber fĂŒr alle die vielleicht nicht so hĂ€ufig reisen oder sich gedanklich schon (oder noch) im Wochenende befinden hier noch ein kleiner Hinweis aus dem Hause Kalauer: Was sagt ein mutiger Bayer zu der Coverband wenn er ein Lied von Hartmut Engler hören möchte?

Genau: “Sing a Pur”!

Ich verzichte auf die nĂ€chste Raterunde und berichte ganz nĂŒchtern, dass es nach zweistĂŒndigem Aufenthalt dann weiter geht mit Kurs auf Neuseeland. Im Allgemeinen sind meine GesprĂ€chspartner immer ein wenig angesĂ€uert wenn ich den Namen dieses Landes fallen lasse aber ich kann den Neid weder entkrĂ€ften noch verstĂ€rken, denn ich war wirklich noch nie dort. Vielleicht regnet es dort ja auch grĂ¶ĂŸtenteils, es gibt nur zĂ€hes Lamm zu essen und die StrĂ€nde sind wegen Dioxinfunden gesperrt!? An all das glaube ich zwar nicht aber verzichte dennoch auf Lobhudeleien ĂŒber ein ungesehenes Land – kann ich ja dann im nĂ€chsten Bericht nachholen ;)

Kommen wir stattdessen doch noch mal auf etwas profaneres, unspektakulĂ€reres, ja fast schon mausgraues zu sprechen: DĂŒsseldorf. Wie ich darauf komme? Nun, zum einen habe ich heute drei Kreuze gemacht als unser letztes Beachtraining in der dortigen Beachhalle vorbei war und ich auf der eher einem Freibad gleichenden A57 mit meinem smart souverĂ€n Richtung Köln gebraust bin, womit die tĂ€gliche Pendelei vorerst ein Ende gefunden hat. Ich fahre ja eigentlich gerne Auto aber im November glichen die Autobahnen im Großraum Köln-DĂŒsseldorf eher einer einzigen Großbaustelle, im Dezember das gleiche Bild in schneeweiß und im Januar kollidierten dann die Fahrten nach Ddorf immer mit den LiveĂŒbertragungen vom Biathlon!! Ihr seht also: Entbehrungen allenthalben wenn man als Kölner in die Landeshauptstadt pendeln muss!!

Das zweite Eindringen DĂŒsseldorfs in mein Bewusstsein hĂ€tte mir beinahe den Tag und meine Köln-DĂŒsseldorfer Ansichten verhagelt. Den Beginn meiner Fernreise stellte nĂ€mlich heute/gestern eine Fahrt im Kölner Taxi dar. Eigentlich passierte nichts besonderes, der Fahrer und ich maulten gemeinsam ein wenig ĂŒber das Wetter und die Ampelschaltung auf dem Innenstadtring. Letztere ist zugegebenermaßen in etwa so logisch und durchdacht wie ein Drei-Minuten-Monolog von Lodda, Lukas oder Lena zu einem beliebigen Thema.

Dies alleine erklĂ€rt aber noch nicht die Tatsache, dass uns beiden nichts besseres einfiel als das Verkehrsleitsystem DĂŒsseldorfs (!) lobend hervorzuheben. Dort sind die Ampel nĂ€mlich zeitlich so versetzt geschaltet, dass man bei gleichbleibendem Tempo-50 kontinuierlich vorwĂ€rts kommt. In Köln sind die Ampeln dagegen zwar ebenfalls zeitlich versetzt geschaltet aber leider genau andersherum: FĂ€hrt man an einer Ampel los, schaltet die nĂ€chste auf rot. Zwar schwĂ€chten wir das Lob ein wenig ab (“Viel weniger Autos in DĂŒsseldorf – da fĂ€hrt man ja nur hinein wenn man unbedingt muss”, “Das ist nur damit man schneller in Köln ist”) aber die Kernaussage blieb bestehen: Die Ampelschaltung auf den wichtigsten Straßen DĂŒsseldorf ist eindeutig fortschrittlicher und schlauer als in Köln!!

Noch im Flieger beschĂ€ftigte mich die Frage ob DĂŒsseldorf tatsĂ€chlich in Sachen Technik und Forschung dem Rest Deutschlands, oder zumindest Köln, enteilt sei und konnte mich daher zunĂ€chst nur zögerlich einem Artikel der Welt-Kompaktausgabe widmen. Doch beim Überfliegen der Zeilen stieß ich schon wieder auf die Wörter “Forschung” und “DĂŒsseldorf” und nahm daraufhin den Bericht ein wenig genauer unter die Lupe. Es ging grob gesagt um Legenden aus dem Bereich der Medizin. An dieser Stelle sei kurz angemerkt, dass ich in der Folge lediglich Inhalte von Seite 28 (Ausgabe vom 13.01.) dieser als halbwegs seriös einzustufenden Tageszeitung wiedergebe! In diesem einen Legenden-Fall aus dem Jahr 1939 ging es um von Frau Margarete Soffke untersuchte Ursachen fĂŒr Ischiasleiden. Sie “befand, dass das Leiden gehĂ€uft vorkomme bei Patienten, die lange Onanie getrieben haben oder auch bei unverheirateten Frauen jenseits des 30. Lebensjahres”. Soweit so (nicht) gut. Aber wie kommt nun der Name “DĂŒsseldorf” ins Spiel? Wurde sie dort etwa zum Ehrenmitglied der katholischen Kirche ernannt? Haben DĂŒsseldorfer Krankenkassen aufgrund dieser bemerkenswerten Untersuchung die KrankenkassenbeitrĂ€ge der Gruppe “unverheiratete Frauen ĂŒber 30″ drastisch erhöht? Nichts davon ist richtig aber die Wahrheit ist auch nicht leichter zu glauben: Frau Soffke erhielt fĂŒr ihre Thesen den medizinischen Doktortitel der UniversitĂ€t DĂŒsseldorf!! Mein lautes Lachen wich einem zufriedenen LĂ€cheln und der Gewissheit, dass die Ampelschaltung in DĂŒsseldorf anscheinend genau so gut ein Zufallsprodukt oder das Ergebnis einer externen Expertenkommission sein könnte…

So, genug Feinde gemacht fĂŒr heute, ich muss langsam mal ein wenig aufpassen: In Leverkusen darf ich mich ja auch schon seit lĂ€ngerem nur noch deshalb blicken lassen weil man dort immer was zu lachen hat wenn ich nach einem Bundesligawochenende mal wieder mit zerknirschtem Gesichtsausdruck den dortigen Kraftraum aufsuche. Vielleicht sollte ich demnĂ€chst zwecks potentieller RĂŒckzugsmöglichkeiten wenigstens mal ein paar nette Worte ĂŒber Bonn und Aachen (Tut mir leid, liebe DĂŒrener: außerhalb der Eifel und des Rheinlands kennt man DĂŒren kaum und zum anderen wĂŒrde mir die Sache mit den Komplimenten schwerfallen…) verlieren!?
Ach, ich meinÂŽs doch nicht böse, will eigentlich nur spielen und das nicht nur mit Wörtern, sondern auch mit BĂ€llen. Zwar habe ich mir einen Platz am Notausgang ergattern können, doch auch mit ausgestreckten Beinen und ohne VerpflegungswĂ€gelchen an meiner Kniescheibe bringen LangstreckenflĂŒge nur bedingt Freude.

Ich sehne mir jedenfalls schon nach exakt 3 von 23 Flugstunden (Aufenthalt bei Hartmut Engler nicht mitgerechnet) das Ziel meiner Reise herbei und schaue leicht neidisch nach links auf den seit 170 Minuten im komatösen Tiefschlaf befindlichen Julius. Ist vielleicht aber auch besser, dass er schlĂ€ft und nicht mitbekommt worĂŒber ich schreibe, denn er ist ja nicht nur in Leverkusen aufgewachsen, sondern seit einem Jahr auch noch Wahl-DĂŒsseldorfer…!

Ich nenne lieber keinen Termin fĂŒr den nĂ€chsten Text, als Inhalt könnte ich mir aber Abhandlungen darĂŒber vorstellen, warum mein Rechtschreibprogramm zwar “Lobhudeleien” kennt aber weder “Raterunde”, noch “Lodda”…

Bis dahin,

Euer Jonas

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