Die Geschichte einer M├╝tze

Hallo zusammen!
Ich bin aus dem Urlaub zur├╝ck und dieser bildet quasi die tragenden S├Ąulen der folgenden Zeilen. Dennoch sollte nicht Jedermann unbedingt weiterlesen, denn dieser Blogbericht war urspr├╝nglich ausschlie├člich f├╝r eine Themenreihe (1. FC K├Âln) bei spox.com gedacht gewesen. Zum einen habe ich aber derzeit wenig Zeit f├╝r einen weiteren, neutraleren Beitrag und zum anderen kam er dort so gut an, dass ich den Genuss dieser Lekt├╝re vielleicht auch allen Lesern auf dieser Seite zutrauen k├Ânnte. Dennoch: Eindeutige Leseempfehlung geht nur an Fu├čballinteressierte und/oder Bewohner der Stadt K├Âln! Viel Spa├č!

K├Âln wird ja gemeinhin (insbesondere in K├Âln selbst) als sehr weltoffene Stadt bezeichnet und dies gilt zumindest teilweise auch f├╝r den FC: Man kommt wie in den Kneipen mit Jedermann schnell ins (Streit-)Gespr├Ąch, r├╝hmt sich ob der verschiedenen Nationalit├Ąten auf dem Platz und auch der vermeintliche Schm├Ąhgesang aus des Gegners Fanecke “Ihr seid die Hauptstadt der Schwulen” wird mit der Erg├Ąnzung “Wir sind…” einfach mitgesungen!
Wie die Stadt selbst ist der FC erst mal offen f├╝r alles: Resozialisierungsma├čnahmen f├╝r Christoph D., diverse Abstiege, Planungen f├╝rs Pokalfinale in Berlin nach dem ├ťberstehen der ersten beiden Hauptrunden oder auch Verpflichtung eines siebten defensiven Mittelfeldspielers. Diese Unberechenbarkeit unseres Vereins ist aber irgendwie auch liebensw├╝rdig und ein Publikumsmagnet zugleich. Wo sonst verfolgen mehrere Zehntausend Internetnutzer tagelang einen Liveticker mit Wasserstandsmeldungen ├╝ber Vertragsgespr├Ąche mit einem Trainer(!)?
Der FC ist in der Stadt allgegenw├Ąrtig und auch wenn es mal nichts zu berichten gibt, findet sich zumindest im EXPRESS immer eine Story und wenn es auch nur um das Auto des dritten Torwarts oder den Diebstahl eines Maibaums geht (beides leider kein Witz)!

Der FC ist also weltoffen und ein bisschen bekloppt. Dies k├Ânnte auch die ├ťberschrift der folgenden Bildergeschichte sein, die ich in meinem letzten Urlaub geknipst habe. Antrieb bei der Wahl meiner Stationen durch die USA (ein Land dessen Bewohner in Sachen oberfl├Ąchlicher Offenheit und entgegengebrachter Sympathie ├╝brigens durchaus Parallelen zu K├Âln aufweist) war nat├╝rlich ausschlie├člich der Versuch Motive zu finden, die das Leben rund um den FC treffend beschreiben k├Ânnen.

Fangen wir mal mit dem folgenden Bild an

Kaum ein anderes Motiv k├Ânnte den FC besser beschreiben: St├Ąndig im Fluss, stark meandrierend, h├Ąufig kommt man eigentlich kaum von der Stelle sondern erreicht Gegenden an denen man schon vor l├Ąngerer Zeit gewesen ist und gehofft hat, ├╝berwunden zu haben (Ich habe leider keinen Fahrstuhl in der freien Natur gefunden – w├Ąre auch ein passendes Motiv gewesen). Gleichzeitig schwingt mit diesem Club – zumindest f├╝r die eigenen Fans – immer etwas Gr├Â├čeres, Bedeutsames mit! Aber geht man den Tatsachen auf den Grund stellt man fest: Die Spuren aus alten Zeiten sind gro├č, vielleicht eine Spur gr├Â├čer als es gut f├╝r den Verein ist, es ist schwer den richtigen Weg zu finden!
Aus Sich der Fans und des Clubs kann dieser Weg eigentlich nur so aussehen:

W├Ârtliche ├ťbersetzungen ins Deutsche bieten sich geradezu an: Hier ist von dem goldenen Tor die Rede! Aus Sicht der Fans ist dieses immer schon fast aufgesto├čen – zumindest vor Saisonbeginn! Der Eintritt in goldene, internationale Zeiten ist┬á zum Greifen nah, die Br├╝cke muss nur noch ├╝berschritten werden – st├╝rzt dann aber nach dem sechsten sieglosen Heimspiel in Folge zumeist relativ schnell ein, selten gab es beim FC einen goldenen Oktober, rationalere (zugewanderte) Fans w├╝rden dieses Bild vielleicht auch eher so interpretieren: Br├╝cke ins Nirgendwo…!
Jetzt ist es aber nicht so, dass dem FC-Fan immer nur zum Jammern zumute ist! Der FC ist durchaus auch in oberen emotionalen Gefilden anzutreffen, wie das nachfolgende Bild dokumentiert!

Die ganz gro├čen Erfolge blieben in der j├╝ngeren Vergangenheit vielleicht aus aber hier werden Aufstiege, Trainer- wie Spielerverpflichtungen eben auch mit Autokorsi gefeiert und ├╝berschw├Ąnglich schaut man von oben Hinab in Untiefen die man ab sofort hinter sich lassen m├Âchte! Man w├Ąhnt sich dem Himmel nahe und m├Âchte gar nicht an Zeiten zur├╝ckdenken, die vielleicht eher diesem Bild ├Ąhneln:

Das Tal des Todes (gleichzusetzen mit Liga 2 – sowieso jedes Jahr die schwerste 2. Liga aller Zeiten!) war schon des ├ľfteren die Heimat des FC. Jedes mal f├╝hlte man sich da so fehl am Platze wie diese M├╝tze, die sich exakt 89 Meter unterhalb des Meeresspiegels befindet. Zahlreiche Tr├Ąnen wurden bei den Abstiegen vergossen und diese landeten anscheinend ebenfalls hier, liegt die M├╝tze auf dem Bild doch auf einer zentimeterdicken Salzschicht!

Nicht nur einmal hat der FC dem sportlichen Tod dabei ins Auge geschaut, gel├Ąhmt wie Wachsfiguren beobachteten Fans, Spieler und Umfeld manche Auftritte des Effzeh. Und w├Ąhnt man sich eigentlich st├Ąndig wie der Herr rechts auf der Suche nach dem verlorenen Schatz, so folgten doch eher Abst├╝rze ins und leider auch im Ligaunterhaus.
Es bleibt zwar abzuwarten ob auch in diesem Jahr wieder eine dieser Spielzeiten folgt und K├Âpfe rollen werden doch abschlie├čendes Photo aus Las Vegas wird auch dann symbolisch f├╝r den FC und K├Âln stehen:

Ein bisschen bekloppt, ziemlich bunt und schaut man sich eine Vorstellung an, wird man meist bestens unterhalten – zumindest wenn man sowohl auf Comedy als auch Slapstick steht sowie verinnerlicht hat, dass die ganz gro├čen magischen Momente schon eine Weile zur├╝ckliegen. Man darf sich den Illusionen hingeben, zugleich immer wieder auf einen Hauptgewinn hoffen und auch wenn mal wieder verloren wurde: Man regt sich auf, man flucht aber hatte dennoch Spa├č und kommt immer wieder zur├╝ck…

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