Vorbereitung in Kalifornien

Hallo zusammen,

das letzte Trainingslager des Jahres liegt hinter und eine ganz besondere Saison vor uns! Für knapp drei Wochen haben wir an der kalifornischen Pazifikküste unser Lager aufgeschlagen. Zunächst “besuchten” wir im sehr entspannten und schönen, aber auch etwas noblen Santa Barbara die amerikanischen Olympiasieger Rogers/Dalhausser, im Anschluss folgte noch eine Woche im knapp zwei Autostunden südlich gelegenen Hermosa Beach, einem der schönsten, aber auch “hippsten” Strände von Los Angeles.

Die Anreise war mal wieder nicht ganz so kurz, aber verglichen mit Neuseeland immer noch ein Kurztrip. Nach zweimaligem Umsteigen in Charlotte und Phoenix landeten wir noch am selben Tag, aber ziemlich ermattet in Santa Barbara. Es erwartete uns ein sehr komfortables Haus mit Außendusche, BBQ, Kabelfernsehen (mit allen NBA-Kanälen) und Geschirrspülmaschine…! Es ließ sich also ganz gut aushalten, wenngleich unsere nebenan wohnenden Vermieter nicht ganz so einfach waren (es trudelten sehr fürsorgliche E-Mails (!) mit dem Wortlaut ein: “Könnt ihr bitte noch die die Liegen mit den Schutzbezügen über Nacht abdecken” oder “Habt ihr nach der Nutzung des Grills das Gas wieder zugedreht?”). Wir kämpfen noch heute wegen im Haus zurückgelassenem Sand (völlig untypisch für Beachvolleyballer…) um die Rückzahlung unserer Kaution…

Während wir an den meisten Tagen am East-Beach am Naturstrand trainierten, lud uns Todd Rogers an einem Tag zum Training und anschließendem BBQ zu sich nach Hause ein. Was soll man sagen, wenn jemand ein Anwesen inmitten von Weinbergen mit eigenem Beachvolleyballfeld, großem Garten und noch größerem Haus sein Eigen nennt? – “Herzlichen Glückwunsch”!!

In der zweiten Hälfte unseres Trainingslagers zog es uns an die Strände von Los Angeles und wir begegneten einem völlig anderem Schlag Mensch. Während es in Santa Barbara eher ruhig und fast schon spießig zuging, ist Hermosa Beach mit seinem unfassbaren Strand zwar nicht weniger schön, aber die beste Seite von LA ist eben auch wesentlich lebhafter und es herrscht schon eine ganz besondere Atmosphäre. Wer einen festen Wohnsitz in Hermosa hat, scheint von Natur aus erfolgreich, gut aussehend und selbstbewusst zu sein – insbesondere aus der Eigenperspektive. Die Leute wollen alles sein, nur nicht durchschnittlich und langweilig. Man hat den Eindruck, dass jeder etwas besonderes verkörpern möchte und somit begegnet man insbesondere in Strandnähe den skurrilsten Erscheinungen: Personen auf allen bekannten und unbekannten Varianten von Fortbewegungsmitteln, Barfußläufern, lauthals singenden Joggern, Trägern jeglicher Arten von Kopfschmuck sowie Personen, die aus Überzeugung nur einen Schuh (dafür mit Kniestrümpfen) tragen – alles ist erlaubt, Hauptsache man exponiert sich! Passend dazu auch die nicht ganz ernst gemeinte Antwort einer nach LA umgesiedelten Freundin von Julius (und Architektin) auf die Frage einer Einheimischen nach ihrem Beruf: “Model und Schauspielerin” – “das sagt man hier doch als Frau…!” Das folgende Photo zeigt übrigens den Strand von Hermosa unmittelbar nach Durchzug eines Sturmtiefs – daher die Menschenleere und die ungewöhnliche Sandmusterung…

Es könnte nun der Eindruck entstehen, dass es uns/mir in Hermosa nicht gefallen hat – dem muss ich vehement widersprechen!! Das Leben dort ist angenehm, trotz der vielen Leute entspannt, der Strand ist riesig und die Skurrilität der Leute ist mehr erheiternd denn unangenehm! Ähnliche Beobachtungen konnten wir dann auch am letzten Tag unseres Aufenthalts in LA machen, denn wir kamen in den Genuss, das Spiel der Lakers gegen Nowitzkis Mavericks anzuschauen. Zufälligerweise hat die Mutter eines Beachvolleyballers eine tragende Funktion bei den Lakers, für die sein Vater jahrelang auch noch auf Korbjagd ging. Somit konnten wir aus nächster Nähe das Spiel und den Körperschmuck der Spieler beobachten, denn auch auf dem Spielfeld war der (west)amerikanische Hang zur Exzentrik deutlich sichtbar. Während Dirk lediglich durch sein Spiel herausragte, versuchte die Mehrheit der weiteren Akteure durch Äußerlichkeiten hervorzustechen: Tattoos bis zum Abwinken, drei (!) Paar übereinander getragene Strümpfe unterschiedlicher Längen, bunte Stirn-, Handgelenks-, Knie-, Ellbogen und Oberarmbänder in diversen Variationen und natürlich ein Repertoire an Gestik und Mimik, dass jedem der am Seitenrand sitzenden Schauspielern zur Ehre reichen würde! Es war jedoch für uns ein sensationelles Ereignis, solch großartige Sportler einmal aus nächster Nähe anschauen zu können, leider ging das Match in Overtime vor 20.000 Zuschauern an die Heimmannschaft (In dem folgenden Video hatte Dirk die Möglichkeit, die Overtime zu verhindern und den Sieg einzufahren)!

Crunchtime-Video

Nach unserer Rückkehr aus dem Trainingslager sollte eigentlich die Saison mit einem Turnier in Polen losgehen, doch leider muss ich derzeit mit Schulterproblemen passen. Ich bin aber guter Dinge, schon bald wieder ins Turniergeschehen eingreifen zu können!

Ich verabschiede mich mit einem Photo des Tages, bei dessen Ansicht insbesondere die Herzen von Oldtimerfreunden höher schlagen dürften. Sehr zur Freude von Julius findet man im trockenen Kalifornien noch eine große Auswahl an betagten Autos, auch wenn die Modelle auf diesem Bild in erster Linie als Ersatzteillieferanten dienten.

Beste Grüße,

Euer Jonas

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Zwischen Fuerte und Kalifornien

Hallo zusammen,

Eigentlich wollte ich in diesem Moment ein wenig die Augen schließen und mich von den Strapazen des gerade beendeten Trainingslagers erholen, allerdings befördert uns ausnahmsweise mal wieder “Iberia” von Fuerteventura zurück aufs Festland und da ist in der Regel schlafen ausgeschlossen! Dass man hier keine Ruhe findet liegt allerdings nicht an atemberaubenden Stewardessen oder dem überragenden flight-entertainment sondern eher an der Bestuhlung. Zwar bleiben die Kniescheiben diesmal unberührt weil ich einen Notausgangplatz erhalten habe, aber Eltern werden mich verstehen: Auf einem Kinderstuhl lässt es sich einfach nicht so richtig gut einnicken…! Während die Beckenknochen zwar seitlich anschlagen aber noch in den Sitz passen, hat der Kopf nur mit der Deckenwand bzw den darin befindlichen Luftdüsen Kontakt. Versuchte man (oder zumindest Personen über 1,85m) diesen hinten anzulehnen, bestünde akute Genickbruchgefahr durch Überstreckung, denn erst der Tisch des Hintermanns würde den freien Fall stoppen. Dabei haben die Sitze durchaus eine Kopfstütze – diese befindet sich aber leider irgendwo im Brustwirbelsäulenbereich und sorgt auf diese Weise lediglich für eine ziemlich aufrechte Körperhaltung….
Ihr glaubt ich übertreibe? Seht selbst (ich sitze wirklich…):

Nötig war die Wahl dieser Fluglinie weil wir eine Verbindung brauchten die uns noch ein vormittägliches Training im Robinsonclub-Jandia auf Fuerteventura erlaubte und uns dennoch am selben Abend nach London bringen sollte. London? Aber sicher! Nun bietet sich die Inselhauptstadt für ein Frühlingstrainingslager ungefähr so an wie eine “Iberia”-Maschine als Wellness-Oase durchgeht aber in etwas mehr als vier Monaten steigt dort – hoffentlich mit uns – ein größeres Sportereignis und unser Partner smart (Ja, dort passe ich wirklich sehr gut hinein!) möchte mit uns dort schon mal etwas olympische Luft schnuppern und ein kleines Photoshooting durchführen.

Ich bin mal gespannt wie das Wetter dort sein wird, immerhin wurden wir auf Fuerteventura mal wieder richtig verwöhnt, denn neben den wie üblich perfekten Bedingungen trugen auch Temperaturen um die 25°C bei warmen Saharawinden zu einem erfolgreichen Trainingslager bei. Nicht nur wir und unsere polnischen Trainingspartner nutzten die Gegebenheiten, sondern gleich 12 – 15 weitere Teams aus Deutschland, Spanien, England und Österreich bereiteten sich dort auf die anstehende Saison vor. Hierunter befand sich auch die deutsche Nachwuchselite, im Übrigen allesamt sehr vernünftige Jungs und Mädchen, keine Spur von Partyleben, sondern eine im Sand und Kraftraum gewissenhaft arbeitende Trainingsgruppe mit berechtigten Ambitionen einmal in die Fußstapfen der jetzigen Nationalteams treten zu können.

Apropos Trainingsgruppe: Sowohl die Nummer eins der deutschen Damen als auch Julius und ich bieten in diesem Jahr zusammen mit Robinson je ein Beachvolleyballcamp an! Für das einwöchige Camp auf Fuerteventura bzw. in der Türkei gibt es noch freie Plätze, wer also im Herbst von Profis durch den Sand gescheucht werden möchte kann ja mal hier vorbeischauen: Zum Beachvolleyballcamp.

Bis dahin ist es aber noch ein langer Weg mit einigen Turnieren auf dem Programm. Neben dem im Rahmen der Stippvisite erwähnten Highlight steht zuvor auch noch eine EM auf dem Programm die ebenso zu den olympischen Qualifikationsturnieren zählt wie zB die Grand-Slams in Peking, Shanghai, Moskau und Rom. Auch Berlin steht endlich wieder auf dem Turnierplan der Weltserie und strebt mit der Waldbühne als Austragungsort einen neuen Zuschauerrekord für ein Beachvolleyballturnier an – 20.000 Fans finden dort Platz!

Ihr seht also: Es steht ein interessanter und abwechslungsreicher Sommer bevor, nach dem Londonbesuch sind wir aber erst mal eine Woche in der Heimat bevor es ins letzte Trainingslager nach Kalifornien geht!

Von dort melde ich mich dann das nächste mal, wünsche Euch bis dahin eine schöne Zeit, viel Spaß beim Angrillen (falls ihr das nicht schon letzte Woche gemacht habt) und verabschiede mich nun mit dem Photo des Tages, gefunden an einer Wohnungstür in Köln. Keine Ahnung wie so eine Konstellation zustande kommt, ungefähr so stimmig wie ein Bremen-Hamburg-Freundschaftschal in Leipzig…!

Beste Grüße

Euer Jonas

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Trainingslager und Kurzurlaub

Hallo zusammen!
In genau diesem Augenblick befinde ich mich gerade ausnahmsweise einmal nicht in einem Flugzeug, sondern an Bord einer Fähre auf dem Weg von der Nord- auf die Südinsel Neuseelands!

Nach unserem 5-wöchigen Trainingslager haben wir drei Tage zur “freien Verfügung” und da wollte ich mal meinen Aktionsradius (betrug bisher ca. 3 Kilometer) ein wenig erweitern und als Appetizer für mögliche spätere Urlaube schon einmal einen Miniteil der Südinsel erkunden! Auf der einen Seite ist es natürlich toll und ein unglaubliches Privileg, in Ländern wie Neuseeland sein Trainingslager ausrichten zu können, aber auf der anderen Seite tut es schon immer etwas weh, wenn man weiß, was es alles zu erkunden gäbe, man aber während der Trainingswoche(n) weder Zeit noch Kraft hat, größere Unternehmungen durchzuführen.
Die vergangenen Wochen waren aber dennoch nicht nur anstrengend, sondern auch ungemein angenehm. Ich kenne keinen anderen Trainingsort, der optimale Trainingsbedingungen mit den Eigenschaften Entspannt-, Sicher- und Schönheit auf eine ähnliche Weise verkörpert wie Mount Maunganui. Für neuseeländische Verhältnisse zwar schon recht touristisch, im Vergleich zu schönen europäischen Trainingslager- oder Ferienzielen aber immer noch eine Oase der Ruhe!

The Mount

Ich habe ja bereits im letzten Jahr von Land und Leuten geschwärmt und möchte daher nur noch einmal den Rat loswerden: Wer keine 30-stündige Anreise scheut, noch zumindest drei Wochen Resturlaub hat, sich das Flugticket leisten und sich an grüner Natur erfreuen kann – Urlaub buchen!!
Zumindest in den Beachvolleyballerkreisen sprechen sich die vorteilhaften Bedingungen allmählich herum, in diesem Jahr waren nicht weniger als 11 Teams (Männer und Frauen) aus 7 Nationen vor Ort. Somit gehört “The Mount” neben Rio, Los Angeles und den Kanaren (selten genug, dass Fuerte, Teneriffa und Co zusammen mit den drei Erstgenannten innerhalb eines Satzes aufgezählt werden…) zu den beliebtesten Trainingslagerzielen während des europäischen Winters! Apropos Winter: Es ist nicht so, dass hier zu jeder Tages- und Nachtzeit Flipflops und ärmellose Shirts angesagt sind, es kommt sehr auf Zeit und Ort an! Scheint die Sonne durch die ozonverminderten Luftschichten fühlen sich selbst 22 Grad Celsius an wie Temperaturen jenseits der 30, sitzt man jedoch im Schatten oder nach Sonnenuntergang im Wind, so wähnt man sich in nördlicheren bzw. auf dieser Seite der Erdkugel natürlich in südlicheren Gefilden. Dies kann ich exemplarisch gerade sehr gut mit einem Bild von der Szenerie zu meiner Rechten belegen, der (aufgrund seiner Fußbekleidung vermutlich deutsche) Herr im Schatten hat kurz nach Entstehung des Photos sogar das wärmende Innendeck aufgesucht, während sich bei dem Sonnenanbeter schon die ersten Schweißflecken ablesen lassen.

Insgesamt gesehen hatten wir mit dem Wetter unglaubliches Glück. Mit unserer Landung vor 5 Wochen ging gerade eine Schlechtwetterperiode zu Ende und erst am gestrigen Finaltag der NZL-Open, dem letzten Tourstopp der nationalen Serie, gab es in Mount Maunganui wieder den ersten signifikanten Regenschauer.
Leider soll das Wetter zu Wochenbeginn deutlich schlechter werden – auch auf der Südinsel – so dass wir mal schauen müssen, ob bei unserer gebuchten Kayaktour im Abeltasman-Nationalpark mehr Feuchtigkeit von oben oder unten kommt…! Anschließend geht es durch die bekannteste Weingegend Neuseelands (Marlborough) weiter an die Ostküste in Richtung Christchurch, von wo wir dann am Donnerstag die Heimreise antreten werden. Christchurch selbst soll von dem schweren Erdbeben des vergangenen Jahres (über 10.000 Opfer) immer noch schwer gezeichnet sein, aufgrund von nahezu täglichen Nachbeben leichter bis mittlerer Stärke kommt der Wiederaufbau wohl nur schleppend voran. Ich möchte zwar keinen Katastrophentourismus betreiben, aber falls Zeit übrig bleibt, werde ich noch mit dem Auto in die Stadt fahren, um mir ein Bild von der Lage dort und der Kraft der Naturgewalt zu machen.
Jetzt muss ich meinen Bericht leider beenden, denn wir fahren gerade in die Marlborough Sounds ein (Fjordähnliche Landschaft), hiervon gibt es noch ein letztes Landschaftsphoto…

… und mit dem Bild des Tages verabschiede ich mich, wünsche Euch noch eine schöne Woche, auf dass diese nicht so schwer im Magen liegt, wie das was hier in Neuseeland unter “leichter Kost” verstanden wird…

Euer Jonas

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Auf ein Neues!

Hallo zusammen!
Ja, ich weiß, lang ist es her seit dem letzten Blogeintrag! Aber vor Weihnachten hat man ja selten Zeit zur Muße und auch diesmal wurden die wenigen möglichen Geschenk-Kauf-Tage im Dezember durch unser Trainingslager auf Teneriffa weiter reduziert. Eigentlich ist es aber gar nicht so übel, dem Einkaufswahn kurz vor der Massenpanik in der Kölner Fußgängerzone mit einem Kanarenaufenthalt zu begegnen: Zwar sind die Temperaturen dort nur marginal höher (was allerdings hauptsächlich an den frühlingshaften Dezembertemperaturen in der Heimat lag), aber die weiteren Vorzüge liegen auf der Hand: Bereits im Flieger friedlich schlummernde Ü-60er und das milde, unaufgeregte Klima Teneriffas kombiniert mit ungeschmückten Hotel- und Trainingsanlagen lassen zwar keine Weihnachtsstimmung aufkommen, aber eben auch keinen Weihnachtsstress. Wenn zu Hause eine Weihnachtsfeier die nächste jagt und man auch in der zweiten Dezemberwoche die fehlenden Geschenke noch nicht nur an einer Hand abzählen kann, dann ist das Seniorenparadies Teneriffa gar keine schlechte Alternative und man findet sicher eher Zeit zur Besinnung als während der heimatlichen Adventszeit! Einverstanden, einen Becher leckeren Glühweins sucht man im “Cappuccino-mit-Sahne-Mekka” natürlich vergeblich, aber andererseits hielt sich der Genuss bei 14 Grad im Rheinland sicherlich auch in Grenzen!?
Wie auch immer: Es gab zum Glück Internet im Hotel und Onlineversandhäuser sind ja zum Glück mittlerweile quasi anerkannt als seriöse Weihnachtsgeschenkbezugsquellen. So wurde dann der Geschenkeeinkauf ganz gemütlich zwischen Bridge-Treff und Bingo-Abend abgewickelt – allein die dienstäglichen, geradezu entrückten Beifallstürme für den Elvis-Imitator störten ein wenig die konzentrierte Suche nach den Präsenten für die Liebsten…!
In der Tat erwischten wir die wettertechnisch schönste Kanarenwoche die ich jemals erlebt hatte: Kaum Wind und chronisch blauer Himmel!
Getrübt wurde der Aufenthalt nur ein wenig von den Leistungen des Effzehs. Natürlich habe ich auch auf Teneriffa eine Fußballkneipe gefunden und habe mir unter anderem mit dem Besitzer des Kölner Pascha (kein Witz – aber natürlich rein zufällig getroffen…) zwei Spiele anschauen dürfen/müssen. Sogar unsere schweizer Trainingspartner habe ich vor den Bildschrim gelockt, aber irgendwie hätte ich spätestens seit Latour, Zellweger, Cabanas, Streller und Co wissen müssen, dass das nicht gerade Glück bringen würde! Hatte das 1:1 gegen Mainz – eines der schlechtesten Fußballspiele die ich seit langem gesehen habe – noch mit dem Ausgleich kurz vor Schluss einen emotionalen Höhepunkt, so erntete das 10-gegen-11 Debakel (gefühlt: 11 gegen 8) in München nur noch kollektives Kopfschütteln und selbst mir war es unmöglich, da noch irgendetwas schön zu reden! Herr Solbakken entschuldigte das Desaster unter anderem damit, dass die Spieler während des dritten Spiels in 6 Tagen “müde im Kopf” waren. Nun ja: Zum einen sah es eher nach Unzulänglichkeiten unterhalb des Halses aus und zum anderen stimmt es doch ein wenig bedenklich, wenn man beim (akustisch) gefühlten Heimspiel gegen die Bayern in der Arroga – äh – Allianzarena ein mentales Problem hat.
Egal, ist ja Winterpause, will ich wenigstens jetzt mal nicht zu viel über Fußball schreiben!
Stattdessen vielleicht ein kurzer Verweis auf das nächste Trainingslagerziel, befinde mich nämlich gerade auf dem Weg dorthin und nutze die Umstiegszeit in Bangkok für eben diesen Blogeintrag. Nun bieten sich von Bangkok aus natürlich so einige mögliche Ziele zur Vorbereitung auf die kommende Saison an: Nach China wäre es zB nicht weit, allerdings genügen mir die Turnieraufenthalte in Peking und Shanghai, um meinen persönlichen Chinahunger zu stillen!! Nach Japan wollte ich immer schon mal aber in Tokio herrschen gerade ähnliche Temperaturen wie zu Hause und leider steht auf meiner Bordkarte auch nicht “Sydney”! Das “leider” rührt aber nur von der Begutachtung der Wetterprognosen, denn nicht umsonst befinde ich mich auch diesmal wieder auf dem Weg nach Neuseeland, einem der schönsten und angenehmsten Länder die ich bisher bereist habe! Die Wettervorhersage lässt für die erste Woche aber leider nicht sehr viel Gutes erwarten, exemplarisch habe ich mal die Prognose für den kommenden Sonntag herausgesucht und hoffe inständig, dass es nicht dazu kommen wird!!

Auf den ersten Blick sieht das ja schon nicht sehr schön aus, aber noch etwas desillusionierender wird es nach dem Durchlesen des Kleingedruckten: Für Sonntag sind sage und schreibe 45,1mm Niederschlag (immerhin Regen und nicht Schnee) vorhergesagt! Zum Vergleich: Selbst im angeblich so verregneten Hamburg kommen im langjährigen Mittel nur 42mm Niederschlag herunter und dafür braucht es sogar einen ganzen Monat (Februar)!!
Nachdem mir die Vermieterin unseres Apartments in Neuseeland vor wenigen Tagen bereits geschrieben hatte, dass nach heftigen Unwettern noch kleinere Reparaturarbeiten während unseres Aufenthalts an dem Haus durchgeführt werden müssen, hoffe ich nun, dass zumindest das Dach nicht zu sehr in Mitleidenschaft gezogen wurde…!
Ich kann ja an dieser Stelle demnächst mal berichten, ob wir Down Under Land unter haben oder sich uns Wetter und Natur wie im letzten Jahr größtenteils von der schönsten Seite zeigen werden!

Jetzt muss ich aber erst einmal dorthin kommen und vor allem den Zoll passieren, denn vor einem Jahr wäre uns wegen eines “Drogendeliktes” fast die Einreise verweigert worden! Wer sich nicht erinnert oder noch einmal nachlesen möchte, kann dies hier tun.
Damit ich aber nicht schon viel früher scheitere, muss ich mich jetzt mal trotz Müdigkeit aufraffen und für den nächsten 11-Stunden-Flug bereit machen, das grüne Bordinglämpchen leuchtet bereits!
Bis dahin, ich wünsche Euch ein schönes Wochenende!!

Euer Jonas

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Ende der Herbstpause

Hallo zusammen,

die Saison ist vorbei und auch mein Blog hat Herbstpause gemacht! Noch in dieser Woche geht aber das Balltraining wieder los und auch die Bloggerei soll zu neuem Leben erweckt werden! Es ist einiges passiert in der Zwischenzeit: Ich bin verheiratet, Wolfgang Overath ist nicht mehr FC-Präsident, Hape Kerkeling hat die Moderation von Wetten-Dass abgesagt und Sebastian Schweinsteiger kann seine Haare nicht mehr selbständig gelen – ausnahmsweise spiegelt die gewählte Reihenfolge eine subjektive Gewichtung wider (alles andere hätte auch Ärger gegeben…)!
Zwischen den Ereignissen lag auch noch ein sehr schöner Urlaub in Kenia. Zum ersten mal in meinem Leben machte ich Bekanntschaft mit Raubtieren in ihrer natürlichen Umgebung und habe nebenbei gelernt, dass wir uns mit dem Reiseland Kenia ein (theoretisch) nicht ganz ungefährliches Reiseland ausgesucht hatten. Damit meine ich weniger die Gefahr durch somalische Piraten und Terroristen, die just in den Wochen an Aktivität zugelegt hatten, als wir vor Ort waren. Aber während der Norden von Kenia als potentiell gefährdet für Überfälle und Entführungen gilt, ist die Gegend um Mombasa und das Landesinnere glücklicherweise weitestgehend sicher.
Vielmehr meine ich an dieser Stelle die Tierwelt! Während man bei Badeurlauben an den Küsten Australiens, Kaliforniens und neuerdings auch Ägyptens vor Haiangriffen gewarnt wird, hört man von tödlichen Aufeinandertreffen mit Elefanten oder auch Nilpferden eher selten. Absolut gesehen töten diese jedoch jedes Jahr deutlich mehr Menschen als Tiger, Löwen oder Haie. Ganz vorne in der Statistik liegt übrigens die ebenfalls in Kenia beheimatete Malaria-Mücke, wobei man natürlich bei allen Tieren sagen muss: Bei korrekten Verhalten sind die Gefahren für Touristen überschaubar, denn zur Malariaprophylaxe gibt es Mückenspray und lange Kleidung, notfalls auch wirksame Medikamente, mit Nilpferden sollte man nicht unbedingt zusammen baden und Elefanten nicht füttern wollen…
Bei der Wahl des Transportmittels sind einem da schon eher die Hände gebunden und ich muss zugeben, dass selbst ich als Vielflieger mit durchaus gemischten Gefühlen in folgendes Gefährt gestiegen bin.

Was auf den ersten Blick aussieht wie ein Kleinbus, hat erstaunlicherweise am Bug Propeller und kann sogar fliegen! Mit dieser einmotorigen Cessna sind wir aus der Masai Mara zurück an die Küste geflogen und empfanden durchaus Erleichterung, als wir mehr oder weniger sicher gelandet waren: Schon beim Aufsuchen des Sitzplatzes verrutschten die ersten Rückenwirbel, das Beschleunigen auf der Startbahn glich eher dem eines Trabis auf der Autobahnauffahrt und in der Luft machte sich jedoch Böe mit einem fiesen Seitwärtshopser bemerkbar!

Letztendlich kamen wir aber gut runter und nach schönen zwei Wochen auch zurück ins heimische Köln. Das schöne an den wenigen ballfreien Wochen ist die Tatsache, dass man vermehrt Zeit für andere sportliche Dinge hat und auch die Wochenenden nicht immer verplant sind. Auf diese Weise konnte ich die erfreuliche Anfrage zum Pro7-Turmspringen in diesem Jahr annehmen und hatte mit Fabian Hambüchen natürlich einen – bis auf die Körpergröße – herausragenden Partner an meiner Seite.
Das Training – an der Synchronität – war recht einfach: Ich habe an meinen Sprüngen gearbeitet, diese Fabian beim einzigen gemeinsamen Training vorgestellt, er hat sich meinen Bewegungsablauf eingeprägt und diesen dann einfach simuliert (bis auf die bessere Eintauchphase natürlich…). Ist schon faszinierend, was für eine Körperbeherrschung Turner und insbesondere Fabian haben! Während er auch bei schwierigsten Sprüngen jederzeit weiß wo sich seine Einzelteile befinden und wann er sich zum Eintauchen öffnen muss, habe ich zumindest beim Doppelsalto einfach versucht möglichst schnell zu drehen, bis drei zu zählen und dann den Aufschlag vorzubereiten – sorry nochmal an alle Kampfrichter die ein wenig nass geworden sind… ;)

Zum Finalsprung

Wir hatten eine richtig nette Trainingsgruppe in Köln, bestehend aus den zwei Verbotene-Liebe-Jungs Jo Weil und Thore Schölermann, Moderatorin Annica Hansen, Sänger Thomas Godoj, Model Rebecca Mir, Schauspieler Daniel Wiemer sowie unserem Trainer Jürgen Weuthen. Das Event in München war dann ebenfalls sehr lustig! Außer Elton – dessen Sprungphobie ist wirklich nicht gespielt – hatten alle viel Spaß und nachdem alle heil dem Wasser entstiegen waren, wurde bei der After-Show-Party noch auf das Erlebte angestoßen!

Seit heute ist aber wieder Schluss mit sportlichen Nebenschauplätzen – Badehose, Tennisschläger und Fußballschuhe werden bis zum kommenden Oktober eingemottet und ab sofort wird wieder in Beachvolleyballhallen geschwitzt!
Ich muss nun auch los zum Sport – sieht vermutlich zum Trainingsauftakt so grazil aus wie Marco Huck beim Turmspringen – und verabschiede mich mit dem Photo des Tages. Aufgenommen (von meiner Frau) in der Masai Mara und nicht bearbeitet, gibt dieses Photo Aufschluss über die Erledigung der Grundbedürnisse eines Nashorns ;)
Bis dahin, alles Gute,

Euer Jonas

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Saisonabschluss in Agadir

Hallo zusammen,
Es ist schon etwas länger her, dass ich das letzte mal ein paar Zeilen zusammengeschrieben habe und in der Zwischenzeit ist einiges passiert!
Die Deutschen Meisterschaften sind zB bereits seit einigen Wochen passé, das Wetter war wie meist in den letzten Jahren am letzten Augustwochenende: durchwachsen (und das auch nur wenn man aus Norddeutschland kommt)! Eine Woche später fand in Düren dann noch der nationale Saisonausklang statt und spätestens seit dem Wochenende heißt es “Achtung, Hochsommer”!! In Zukunft werden wir unsere Trainingslager nur noch im Januar, sowie im Juli/August in südlicheren Gefilden durchführen. Im nächsten Jahr bauen wir dann die Netze im März und April an der Ostsee und im September am Rheinufer auf! Ich kann mich nicht erinnern, einmal solch einen September erlebt zu haben und auch im April (oder war es der März?) war es ja in Deutschland mal wieder größtenteils schöner als auf den Kanaren, wohin wir vermeintlich geflüchtet waren!

Und auch hier in Agadir, wo wir uns gerade im Robinson-Club auf das letzte Turnier der Saison vorbereiten, ist das Wetter zwar nicht wirklich schlecht, aber keine Spur von der erwarteten trockenen Hitze. Köln hat Agadir am gestrigen Sonntag um ca 5 ° C geschlagen und selbst ich bin ohne Sonnencreme ausgekommen! Heute allerdings hat der Wind gedreht, kommt nun mit spielerschwerender Stärke aus dem Landesinneren und bringt Wärme sowie Sand. Letzterer schwängert die Luft, man fühlt sich beim Atmen wie in Peking zur Rushhour (nur mit weniger lebensgefährdenden Autofahrern) und kennt nun auch den Grund warum der Sand auf den Kanaren eine sehr ähnliche Beschaffenheit hat, obwohl diese doch noch ca. 500km entfernt liegen!

Vielleicht male ich den September in der rheinländischen Heimat aber auch nur deshalb in den schönsten Farben, vorzugsweise rot und weiß, weil eingetreten ist, was man in Köln nur alle Jubeljahre mal empfindet: Stolz auf den FC! Mit wenig Illusionen bin ich vor zwei Wochen ins Stadion eines Kölner Vororts gegangen, heraus ging ich mit gefühlten Halluzinationen! 4:1? In Leverkusen (Es war dennoch mal wieder ein Kölner Heimspiel)? Für den FC? Ich konnte mein Glück wirklich kaum fassen. Das Trikot zog ich den ganzen Abend nicht mehr aus und verschickte folgendes Photo an diverse Freunde:

Es gab ekstatische Gesänge im kleinen Rund und die Euphorie hielt ausnahmsweise einmal länger als nur eine Woche, denn auch beim Spiel gegen Hoffenheim wurde ich Zeuge eines Sieges! Vom Chaos-Club der Liga, der bestenfalls Mitleid von Fans anderer Clubs erhält, war auf einmal der “Verein der Stunde” (O-Ton Markus Babbel) geworden.
War bis zum vorigen Sonntag noch von der “Auferstehung des großen FCs” die Rede mit Pflichtspielen in der kommenden Saison in Mailand und Madrid, so ist die Euphorie seit dem ernüchternden Spiel gegen die Berliner genauso schnell wieder verflogen, wie sie aufkam. Und der Kölner-Express wetzt schon wieder die Messer: Paderborn und Ingolstadt seien nun die Vereine, die man nächstes Jahr im Stadion begrüßen darf…

Ich drifte gerade mal wieder in Richtung des runden Leders ab, dabei gibt es durchaus noch weitere Geschichten zu erzählen. Zum Beispiel befindet sich direkt neben dem Robinson-Club in Agadir der (ein) Palast des marokkanischen Königs! Die Clubgäste sind daher angehalten, Strandspaziergänge zwingend nach “rechts” zu starten, denn orientiert man sich linker Hand, wird man unmissverständlich mit Rufen und Pfeifen darauf aufmerksam gemacht, dass der König keine Touristen zu empfangen wünscht. Weiß man dies nicht und joggt mit Ipod im Ohr munter in Richtung des Monarchen, so wird man auch schon mal mit vorgehaltenem Maschinengewehr gestoppt und auf den richtigen Weg gebracht…

“Ansonsten” sind die Marokkaner bisher wirklich sehr nett. Am freien Sonntag waren wir auf dem riesigen Souk (Markt), auf dem man vom Teppich bis zur Ziege so ziemlich alles kaufen kann. Glücklicherweise hatten wir einen Einheimischen dabei (Freund und Geschäftspartner unseres schweizer Trainingspartners), der uns nicht nur die Winkel des Marktes zeigte, in der eigentlich keine Touristen anzutreffen sind, sondern uns auch davor bewahrte beim Handeln allzu schlecht dazustehen. Schon erstaunlich, dass man sich in etwa bei der Hälfte des vom Verkäufer zunächst genannten Preises treffen kann und dieser nach Abschluss der schweißtreibenden Preisgespräche immer noch gute Laune zu haben scheint. Dies könnte natürlich an einem sonnigen Charakter oder an einem immer noch sehr guten Geschäft liegen – vermutlich liegt die Wahrheit in der Mitte ;)

Das sonnige Gemüt ist übrigens nicht unbedingt selbstverständlich, wurde Agadir doch im Jahr 1960 von einem schweren Erdbeben heimgesucht. Etwa 15.000 Menschen starben damals, die Stadt wurde komplett zerstört und musste neu aufgebaut werden. Dies sieht man dem Stadtbild leider auch an, es bietet wenig Abwechslung und logischerweise keine oder kaum historische Gebäude. Unseren schweizer Trainingskollegen wird übrigens besonders viel Gastfreundlichkeit entgegengebracht, war es doch die Schweiz, die als erste Nation und am nachhaltigsten beim Wiederaufbau half. Im Zentrum von Agadir gibt es ein “Schweizer Viertel”, dass allein von Eidgenossen erbaut wurde.
Als Zeichen der Dankbarkeit lädt der König jedes Jahr eine kleine Gruppe Schweizer zu einem privaten Golfturnier auf seinem Golfplatz ein – Bewohnern anderer Staaten ist dieses Privileg bisher noch nicht zuteil geworden – hoffentlich bleibt es auch dabei, bzw. muss nicht eine erneute Naturkatastrophe eine Änderung bewirken! In- und ausländische Touristen prägen das Stadtbild, insbesondere Surfer finden hier sehr gute Bedingungen bei moderaten Preisen!

Soweit meine ersten Eindrücke von der nordwestafrikanischen Küste, am Donnerstag beginnt dann der sportliche Ernst, wir hoffen auf einen gelungenen Abschluss der Beachsaison 2011!!
Dies zu erreichen liegt natürlich in unseren eigenen Händen und damit leite ich auch über zum Photo des Tages und wünsche Euch noch eine schöne Woche!!

Euer Jonas

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Flitzer und Co

Hallo zusammen,

Habe schon seit einiger Zeit meinen Blog nicht mehr aktualisiert, in der Zwischenzeit fand eine erfolgreiche Beachvolleyball-EM statt und auch der Effzeh fuhr den ersten Punkt der Saison ein! Bei letzterem Anlass war ich live vor Ort und wurde in der Halbzeitpause auf dem heiligen Rasen sogar für den EM-Titel vom FC geehrt und mit einem signierten Trikot beschenkt!

Im Augenblick befinde ich mich bereits in Timmendorfer Strand, wo von Freitag bis Sonntag traditionell die Deutschen Meisterschaften ausgetragen werden. Spricht man beim Grand-Slam in Klagenfurt vom “Wimbledon des Beachvolleyballs”, so stellt das Turnier im touristisch geprägten, wunderschönen Timmendorfer Strand das “Mekka des Beachvolleyballs” in Deutschland dar. Für zumindest eine knappe Woche werden die Tage etwas lauter und die Nächte etwas kürzer, auch dürften die Beachvolleyballfans im restlos ausgebuchten Kurort für einen sprunghaften Anstieg der Getränkesparte “alkoholische Erfrischungsgetränke” sorgen.
Wer kein festes Dach über dem Kopf mehr gefunden hat, es sich nicht leisten kann/will oder ohnehin kaum zum Schlafen kommt, nächtigt im Auto auf dem Parkplatz der Eissporthalle. Für alle Besucher gilt jedoch zumindest für Samstag und Sonntag: Wecker stellen und Beeilung bei der Morgentoilette! Wer zu spät kommt, den bestraft der freundliche Ordner an den Tribünenaufgängen, denn spätestens am späten Vormittag heißt es: “Nichts geht mehr” auf den Rängen des Centercourts. Selbst bei Dauerregen gibt kaum jemand seinen einmal gesicherten Sitzplatz wieder auf.

Apropos “Centercourt”! Ich muss doch noch einmal kurz auf das Event in Klagenfurt zu sprechen kommen. Ich habe lange mit mir gerungen, ob ich Euch folgende Bilder wohl an dieser Stelle zumuten sollte und finde, ich muss es sogar! Kurz zur Entstehungsgeschichte: Nachdem wir im Halbfinale bereits recht hoch zurücklagen, hat Julius mir zugeflüstert: “Wenn wir das Ding noch drehen, ziehe ich im Finale blank!” Gesagt, getan: Unsere Gegner wollten sich diesen Anblick vermutlich auch nicht entgehen lassen, wir drehten das Spiel und Julius löste sein Versprechen ein, hier kommt das Beweisphoto:

Na gut, bevor ich von meinem eigenen Partner verklagt werde, schreibe ich wohl besser die Wahrheit und berichte vom erstmaligen (mir bekannten) Auftritt eines Flitzers bei einem Beachvolleyballturnier!!
Das Spiel wurde live im ORF übertragen, der Kommentator blieb recht locker, die Spieler ebenfalls (nur Ricardo hatte ein wenig Respekt…), die Ordner nahmen den Nackedei nach dessen Auftritt nett in Empfang und die Zuschauer im Stadion bejubeln ohnehin alles, was sich bewegt…!
Nun gebt schon zu: Ihr wollt es sehen? Kein Problem, einfach auf folgendes Video klicken ;)

Zum Video

Julius steht in diesem Ausschnitt übrigens in voller Montur am Aufschlag und schaut sich das Spektakel in aller Ruhe aus der Ferne an und fordert im Anschluss sogar noch die Zeitlupe für die Videowand ein…!
Dass es in Timmendorf eine Wiederholung dieser Aktion gibt, ist eher unwahrscheinlich: Für das Wochenende sind empfindlich kühle 17 Grad Höchsttemperatur vorhergesagt – nicht gerade das beste Flitzerwetter…
Für uns Spieler sind solche Temperaturen zwar nicht schön, aber auch kein großes Problem: es gibt ja wärmende Unterwäsche. Und statt eines Strandspaziergangs kann ich ja auch mal in den Spielpausen meinen smart vom “Spezialparkplatz” holen und ein wenig die Umgebung erkunden.

Bevor es jetzt gleich aber losgeht mit der Eröffnungsfeier an der Seebrücke, möchte ich mich noch mit dem “Bild des Tages” verabschieden. Geschossen habe ich es diesmal im Standes- und Bürgeramt der Stadt Köln. Ich erspare mir und vor allem sämtlichen Beamten und insbesondere den Bediensteten der Stadt Köln jedwede Spekulationen über den Urheber folgender Toilettentürbeschriftung. Eines ist jedoch (hoffentlich) klar: Angestellte haben dort eine eigene Toilette, ansonsten sollte der ein oder andere Fehler schon entlarvt und behoben worden sein…

Nachdem bei der Stadt Köln mehr Wert auf saubere Bürger als auf saubere Toiletten gelegt wird, versuche ich nun auch einen sauberen Abgang hinzubekommen, aber da mir nichts Kreatives mehr einfallen will, verabschiede ich mich einfach mit einem freundlichen “Gruß von der Küste”,

Euer Jonas

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Partystimmung am Wörthersee

Guten Tag zusammen,

Ich befinde mich gerade bei der EM in Kristiansand/Norwegen und dank des Spielplans (Nur ein Gruppenspiel pro Tag) habe ich ein wenig Zeit und Muße, ein paar Zeilen zu schreiben!
Hier ist es nicht nur aufgrund der Spielansetzungen ein wenig ruhiger als beim Turnier der letzten Woche, denn da herrschte der typische Wahnsinn beim Grand-Slam in Klagenfurt. Zwar bot der Centercourt 8.000 Zuschauern Platz und aufs Veranstaltungsgelände durften noch einmal ein paar mehr, aber dennoch war es so wie jedes Jahr: Ohne Anstehen bis spätestens um 0630 Uhr (Spielbeginn war nicht vor 1000…) gab es keine Chance auf Einlass. Die wenigen Kaufkarten die Anrecht auf einen gesicherten Platz boten wurden im Vorfeld verlost – es gab über 60.000 Anfragen!

So ist es auch nicht weiter verwunderlich, dass diejenigen Zuschauer die es ins Stadion geschafft hatten von morgens bis abends angefeuert und gefeiert haben als gäbe es kein morgen bzw keine Partys in der Nacht…!
Überhaupt ist das Event in Klagenfurt sehr speziell. In Österreich ist es DAS Sommerereignis des Jahres, Promitreff und Partyhochburg zugleich. Während die A-Promis wie Niki Lauda, die Ski-Alpin-Asse oder auch Rainhard Fendrich tagsüber Champagner und Kaviar genießen, steht für das “einfache” Publikum der Sport und vor allem die Party im Vordergrund. Da ist es auch unwichtig, dass man kein Hotelzimmer hat, Hauptsache man bekommt ausreichend Schlaf um den nächsten Tag zu überstehen (Zum Vergrößern – klicken)…

Auch für uns gab es in diesem Jahr auch endlich mal etwas am Wörthersee zu feiern – bis zum vergangenen Wochenenden war Österreich für uns das einzige Land der aktuellen Worldtour in dem Julius und ich noch nie auf dem Treppchen standen. Für mehr Informationen müsst ihr allerdings hier klicken (www.brinkreckermann.de).
Überhaupt fühlten wir uns in diesem Jahr sehr wohl in Kärnten. Natürlich fanden auch viele Zuschauer aus Deutschland den Weg zum “Wimbledon des Beachvolleyballs” aber die meisten Fans kamen natürlich aus der Alpenrepublik und entgegen langjähriger Erfahrungen brachten sie uns durchaus große Sympathien entgegen, es hallte kein “Cordoba” von den Rängen und selbst gegen die allerorts umjubelten Brasilianer fühlten wir uns schon fast als Heimmannschaft – ist man als Deutscher im Ausland ja nicht unbedingt gewohnt…
Letzteres hat vermutlich nach wie vor latent mit dem folgenden, eigentlich sehr ernstem Thema zu tun. Es gibt ja gewisse sprachliche “No-Gos”, dies gilt vor allem für deutsche Begriffe die vom NS-Regime geprägt wurden. Anfang der vergangenen Woche gab es gleich zwei fragwürdige Aussagen bzw. Texte – einer ging durch die Medienlandschaft, der andere blieb den meisten Leuten vermutlich verborgen und wurde in der Zwischenzeit auch wieder korrigiert. Die erste Aussage wurde von Heiner Geißler im Zusammenhang mit dem geplanten Neubau des Stuttgarter Bahnhofs gemacht. Er fragte innerhalb einer Diskussionsrunde die Gegner des Projekts “Stuttgart 21″ ob sie den “totalen Krieg” wollen – ein Ausspruch der verständlicherweise nicht nur von den anwesenden Personen irritiert aufgenommen und zumindest als unangemessen bezeichnet wurde, schließlich prägte Joseph Goebbels in einer seiner bekanntesten Reden diesen Ausdruck.
Noch einen drauf setzte allerdings der bulgarische Pressevertreter bei einem Turnier der europäischen Beachvolleyballserie in Varna (BUL). Er suchte wohl händeringend nach einer passenden Formulierung für den mehr als deutlichen Finalsieg des deutschen Duos Kaczmarek/Walkenhorst und vergriff sich dabei leider ebenfalls in den Tasten. Insbesondere dann wenn ein deutsches Team in Osteuropa einen klaren Turniersieg landet, sollte man nicht unbedingt von einem gewonnen “Blitzkrieg” schreiben – das Ganze übrigens auch noch in der offiziellen Pressemitteilung!!

Der obige Screenshot wurde gerade noch rechtzeitig gemacht denn nur wenig später war der Bericht aufgrund von empörten E-Mails (übrigens von deutschen Absendern) logischer- und glücklicherweise umformuliert worden.

Bleibt die Hoffnung, dass die Journalisten hier vor Ort etwas besonnener von der EM berichten, sicherheitshalber hat der deutsche Volleyballverband in Thilo von Hagen einen eigenen Pressevertreter an die Südküste Norwegens entsendet…

Er ist dann in den kommenden Tagen für die sportlichen Infos zuständig, ich werde im Nachklang der EM dann noch mal das Randgeschehen Revue passieren lassen.

Zum Abschluss dann noch das Photo des Tages, passt irgendwie in den heutigen Blog, denn auch (aber nicht nur) für die schreibende Zunft gilt:

Beste Grüße

Euer Jonas

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2-Minuten-Blog

Hallo zusammen,

Heute gibt es mal einen etwas kürzeren Blogbeitrag. Dies hat zwei Gründe: Zum einen dauert die Reise zum nächsten Turnier nicht sehr lange und zum anderen haben mir in der letzten Woche gleich zwei Personen mitgeteilt, dass meine Berichte zwar grundsätzlich lesenswert aber zu lang seien um sie “mal eben schnell nach der Arbeit” zu lesen. Ganz sicher bin ich mir nicht ob es nur an der Textlänge liegt, denn als Lehrer erscheint es mir nicht unmöglich fünf Minuten am Tag zu finden, die man bisher mit (noch) sinnloseren Dingen zugebracht hat ;)
Aber extra für Tobi und Jan: Der 2-Minuten-Blog!

Nachdem ich in der letzten Woche wirklich mal Heimschläfer gewesen bin, befinde ich mich gerade wieder im Flieger, diesmal auf dem Weg nach Danzig.
Während unseres kurzen Heimataufenthalts hatten wir uns auf freundliches Juliwetter und sonnenbegleitete Trainingseinheiten gefreut. Nun wird es alle Leser aus dem deutschsprachigen Raum nicht verwundern, dass dies nicht so richtig zutraf. Statt Badehose wurde lange Thermokleidung angezogen und die Sonnencreme benötigte man nur damit der Regen besser abperlte. Statt eines lauen Lüftchens schlugen uns wassergesättigte Sturmböen ins Gesicht – nur der ungläubige Blick auf den Kalender und die Staus rund um Köln am vergangenen Freitag (Ferienbeginn) ließen den Schluss zu, dass gerade wirklich Hochsommer und nicht Spätherbst ist!

Zu leiden haben derzeit natürlich nicht nur Outdoorsportler, sondern auch all diejenigen die ein schönes Sommerevent geplant hatten: Am Freitagabend war ich auf einem Richtfest und die meisten Gäste hielten sich verblüffend lang in der Nähe des Grills auf. Verantwortlich hierfür zeichneten weniger die leckeren Bratwürste sondern eher die paar Extragrade die von den glühenden Kohlen ausgingen. Tee und Glühwein hätten dort sicherlich genauso dankbare Abnehmer gefunden wie bei der Saisoneröffnung des 1. FC Köln am vergangenen Sonntag. Ich weiß nicht wie viele Menschen sich bei 14 Grad, Dauerregen und Sturm eingefunden haben aber das muss wahre Liebe sein…!

Apropos Effzeh: Beherrschendes Thema im kölner Mediendschungel war in den vergangenen Wochen (!) das vom Boulevard so titulierte “Binden-Bingo”. Nahezu täglich wurden Titel- und Sportseiten mit News rund um die Kapitänswahl des neuen Trainers Solbakken aufgemacht. Natürlich kann man vortrefflich darüber diskutieren ob ein Geromel, Riether, Rensing oder eben doch Prinz-Poldi Kapitän sein sollte. Aber zum einen ist dies doch eher eine sportliche Randnotiz und dient eher zum Füllen des Sommerlochs und zum anderen gab es insbesondere am vergangenen Wochenende doch nun wahrlich andere und richtige Tragödien. Es da zum (kölschen) Politikum zu machen dass Podolski vom neuen (norwegischen) Trainer die Binde entzogen wurde halte ich persönlich für etwas unangemessen.

Nun sind die handgestoppten 2-Minuten auch schon fast vorbei, bleibt noch das Photo des Tages. Diesmal ist es taufrisch, aufgenommen an Bord der Lufthansa-Cityline-Maschine. Entgegen berechtigter Vermutungen befinde ich mich weder im Handgepäckfach noch in der Besenkammer.

Dargestellt ist die Bordtoilette! Ich sage mal so: Leute über 1,70m haben hier drin nichts zu suchen und sollten besser jegliche Geschäfte vor oder nach der Landung machen bzw verrichten. Aufgrund der mit “Enge” noch nett umschriebenen Örtlichkeit ist es für etwas größere Leute physikalisch unmöglich, den Klodeckel mit der Hand aufzuklappen, weil entweder Kopf oder Hintern oder beides gegen die Wände stoßen. Gut, dass wenige Frauen über 1,85m groß sind, denn das ist das geschätzte Körpermaß ab dem man definitiv nicht mehr im Sitzen Platz nehmen kann – ohne die Türe offen zu lassen…

In diesem Sinne, viele Grüße

Euer Jonas

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Ein Lesetipp

Habe in den letzten Tagen nicht die Ruhe gefunden, selbst etwas zu schreiben aber der nächste Flug kommt bestimmt… ;)

Ich möchte ich an dieser Stelle aus aktuellem Anlass kurz auf zwei Blogbeiträge anderer Sportler zum Thema Doping verweisen. Für uns Aktive sind öffentliche Stellungnahmen immer etwas heikel weil man auf der einen Seite eine klare Meinung hat, andererseits aber aufgrund der Brisanz dieses Themas aufpassen muss, dass man sich mit Bedacht und um die Reaktionen wissend äußert.

Sara Goller und Markus Deibler (gerade bei der Schwimm-WM in Shanghai) sind dieses Thema in ihren beiden letzten Blogbeiträgen angegangen – klickt einfach auf die entsprechenden Blogs auf der rechten Seite oder hier:

Blog Sara:

Blog Markus

Blog Sara

Ich verabschiede mich jetzt wieder in meinen sonntäglichen Ruhetag, am Dienstag fliegen Julius und ich nach Polen an die masurische Seenplatte zum nächsten Grand-Slam-Turnier!

Hier noch ein Bildchen vom letzten Jahr:

Euer Jonas

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