Lange Jungs

Hallo zusammen,

am vergangen Wochenende war ich beim Beachvolleyball Grand-Slam in Berlin und es war richtig nett, mal wieder die alten Bekannten zu sehen. Emanuel h√ľpft mit seinen mittlerweile 40 Lenzen immer noch h√∂her als die meisten anderen Spieler, Richard Schuil bringt trotz einer Sprungh√∂he der Marke “Pizzakarton” (aber waagerecht…) die meisten seiner Sideouts durch und Nationalmannschaftsphysio Renate hatte endlich auch mal Zeit f√ľr ein Schw√§tzchen, weil in diesem Jahr aufgrund meiner Abwesenheit so mancher Zeitslot ungenutzt¬†bleibt¬†;)
Die etwas √ľberraschende Finalpaarung – kein Spieler war √ľbrigens¬†√§lter als 24¬†- bot daf√ľr einen Vorgeschmack auf das, was den Beachvolleyballzirkus in Zukunft vielleicht pr√§gen wird: Sowohl der brasilianische als auch der russische Blocker geh√∂ren nicht unbedingt zu den filigransten Spielern der Tour, verf√ľgen aber neben einer sehr¬†guten Motorik¬†√ľber etwas, das man nicht lernen kann: L√§nge! Bei 2,11m bzw. 2,12m K√∂rpergr√∂√üe kann man es schon mal verschmerzen, wenn der Ball nicht mit perfekter Schlagtechnik getroffen wird. W√§hrend des spannenden Finals ging ein h√∂rbares Raunen nach so manchem Angriffs- oder Blockpunkt durch das Publikum, solche Spielertypen sieht man in der Hauptstadt sonst nur bei den Korbj√§gern von Alba Berlin.

Aus technisch-taktischer Sicht war das Finale kein Leckerbissen, aber auch ich muss zugeben, dass das f√ľr den Zuschauer nicht unbedingt ein Nachteil war. So standen Asse, Blocks und hart geschlagene Angriffsb√§lle im Mittelpunkt und nachdem auch die aktuellen Weltmeister gemeinsam deutlich √ľber 4m messen, sollte man sich schon mal an den Anblick dieser Spielergeneration gew√∂hnen.

Aus deutscher Sicht war das Abschneiden insgesamt zwar¬†OK¬†aber gleichzeitig auch durchaus √§rgerlich. Schieden Erdmann/Matysik nach ungl√ľcklicher Auslosung und gutem Spiel gegen die holl√§ndischen Weltmeister bereits im Achtelfinale aus, lie√üen Dollinger/Windscheif¬†im Viertelfinale gegen das zweite italienische Team¬†leider¬†eine sehr gute Chance liegen.
Bei den Frauen kann man schon fast von Tragik sprechen. Trotz eines super Turniers werden Kathrin und Ilka eher mit einem weinenden denn lachenden Auge nach Hause gefahren sein. Anders als beim olympischen Finale bestraften die Brasilianer drei ungenutzte Matchb√§lle in Folge und der Stolz √ľber die Silbermedaille wird wohl fr√ľhestens in den n√§chsten Tagen die Trauer √ľber die vergebene Chance √ľberdecken.
Dann gab es ja auch noch das rudiment√§r ver√∂ffentlichte Ergebnis der Studie √ľber Dopingpraktiken in Westdeutschland. So sehr ich mich zun√§chst auch gefreut habe, dass die Wissenschaft gesiegt hat und es endlich zur Ver√∂ffentlichung kam, so sehr √§rgere ich mich beim genaueren Hinsehen √ľber das, was von der √ľber 800 Seiten z√§hlenden Vollfassung √ľbrig geblieben ist. Zusammengefasst auf etwa 100 Seiten sind wohl nicht nur Namen, sondern auch wesentliche Passagen gestrichen worden.
Was √ľbrig¬†bleibt, ist meines Erachtens nach eine unbefriedigende Ansammlung von Wissen und Indizien bis hin zu Vermutungen und teils gewagten Spekulationen.¬†Es wird – insbesondere in der Interpretation – nicht wirklich zwischen Doping und Medikamentenmissbrauch unterschieden (nat√ľrlich beides nicht akzeptabel, aber unterschiedlich zu bewerten, Stichwort “Kolbe-Spritze”) und die Nichtnennungen von Zeitzeugen und (teils zurecht) beschuldigten Personen f√ľhren zu wilden Spekulationen. Gleichzeitig kommt es durch den nicht sehr detaillierten Schlussbericht bzw. dessen Interpretation teilweise zu einem Doping-Generalverdacht f√ľr s√§mtliche Sportarten und auch aktuelle Sportler. Um dies zu verhindern und gleichzeitig f√ľr maximale Aufdeckung des – zweifelsohne als solchen zu bezeichnenden – Dopingskandals zu sorgen, muss der vollst√§ndige Bericht samt Namen ver√∂ffentlicht werden. Nur so kann das Ergebnis auf Wissenschaftlichkeit untersucht und vollst√§ndig ausgewertet werden, nur so kann man damalig Involvierte zur Rechenschaft und m√∂gliche Konsequenzen f√ľr Gegenwart und Zukunft ziehen.¬†Ich bin gespannt, ob in dieser Hinsicht noch etwas passiert.
Im Augenblick schaut die Sportwelt ja nach Moskau zur Leichtathletik-WM, wo das Teilnehmerfeld insbesondere in den Sprintdisziplinen bereits noch vor dem ersten Vorlauf durch eine Vielzahl an positiven Dopingtests ausged√ľnnt wurde. Aus sportlicher Sicht waren die Stabhochspringer bisher f√ľr mich das Topereignis – in positiver wie negativer Hinsicht! W√§hrend sich die M√§nner zu Gold und Bronze aufschwangen, tat mir Silke Spiegelburg¬†wirklich leid: Vier aufeinanderfolgende Gro√üereignisse mit Platz 4 zu beenden ist zwar aller Ehren wert, birgt¬†aber¬†auch eine gewisse Tragik. Zwar bin ich ein Freund der Handlungsorientierung – vereinfacht gesagt: mehr die eigene Leistung als das Ergebnis bewerten – aber sp√§testens im vierten Anlauf h√§tte es dann auch mal die Medaille sein d√ľrfen…!
Soviel f√ľr den Moment, morgen mache ich mich bereits auf den Weg in Richtung Norden. Ich werde zun√§chst dem Stand-Up-Paddling-Worldcup beiwohnen und dann beim Supercup der smart-Beachvolleyball-Tour in K√ľhlungsborn wieder mehr oder weniger geistreiche Kommentare von mir geben ;)
Abschlie√üen m√∂chte ich wie meistens mit dem Photo des Tages, diesmal eigentlich eher “Photo des Jahres”. Ziemlich genau ein Jahr ist es hier und zum Jubil√§um haben Julius und ich ein Photo geschenkt bekommen, das eindeutig beweist, dass der Ball wirklich im Aus gewesen ist…!
Viele Gr√ľ√üe,
Euer Jonas
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Stars in Stare

Ja, ¬†jetzt wird es tats√§chlich in meinem Blog um Beachvolleyball gehen…! Habe ich ja fr√ľher nie gemacht aber da war ich ja ohnehin schon jeden Tag gef√ľhlte 20 Stunden mit Beachvolleyball besch√§ftigt. Das ist nun anders und ich verfolge freiwillig und mit Freude die WM im polnischen Stare Jablonki, 15 ‚ā¨ f√ľr eine Woche weltmeisterlichen Beachvolleyballs sind da gut investiert! Zum Auftakt habe ich gestern in die Vorrundenspiele reingeschaut und w√§hrend des Abendessens unter anderem das Spiel von Kaczmarek/Fuchs gegen Lucena/Hyden verfolgt. Trotz polnischer Beteiligung (Spitzname Katsche: “der Blitz aus Kattowitz”) verloren sich nur gef√ľhlte 10 Zuschauer im weiten Stadionrund – das Schiedsgericht und den deutschen Teamarzt Dr. Tank (√§hnlich h√§ufig im Bild wie die Spieler…) bereits mit eingerechnet! Fairerweise muss man aber sagen, dass Gewitter, Dauerregen und gef√ľhlte 10 Grad unter freiem Himmel (freier als in der weiten Natur rund um Stare Jablonki geht ohnehin nicht) selbst in Klagenfurt eine etwas gedr√ľckte Atmosph√§re zur Folge h√§tte.
Der Spannung des Spiels tat es jedenfalls keinen Abbruch, wenngleich das Match so richtig erst im dritten Satz an Fahrt aufnahm. Sebastian hielt das deutsche Duo mit seinen Blocks im Rennen, in der Folge konnten insgesamt 8 (!?) Matchb√§lle abgewehrt werden. Gleich die erste M√∂glichkeit der Deutschen das Spiel zu gewinnen wurde eigentlich genutzt aber dem Schiedsrichter fehlte bei eingebrochener Dunkelheit wohl der Durchblick: Eine Netzber√ľhrung wurde nicht Nick Lucena sondern Katsche zugeschrieben – eine endlich mal nicht nur sch√∂ne sondern auch wirklich sinnvolle Superzeitlupe (die nach nahezu jedem Ballwechsel eingespielt wird) konnte dies einwandfrei belegen. Kurzfristig hatte ich nach dieser Fehlentscheidung sowie der darauf folgenden Beschwerdetirade seitens des zu unrecht Beschuldigten bei gleichzeitigendem Augenaufschlag wie der D√§umling zu seinen “besten” Zeiten ein wenig Sorge um den Schiedsrichter und die konzentrierte Fortsetzung des Spiels. Am Ende ging alles aber nicht nur f√ľr den Unparteiischen gut sondern f√ľr Sebastian und Katsche auch siegreich aus! 

Was sonst noch geschah? Nun, zwei unorthodox spielende Venezuelaner (Hernandez/Fane) – zusammen genommen √§hnlich gro√ü wie der gegnerische Blocker – schlugen den Professor Todd Rogers und dessen Partner Ryan Doherty (Dalhausser 2.0¬†)¬†mit 2:1 und auch aus deutscher Sicht war es ein √ľberwiegend erfolgreicher Tag, lediglich Bieneck/Gro√üner und Dollinger/Windscheif mussten jeweils eine Niederlage hinnehmen.
Bei meinem auf der DVV-Seite abgegebenen Tipp hatte ich Julius und Sebastian ja einen vierten Platz zugetraut, dies muss ich nach dem verletzungsbedingten Partnertausch zu Fuchs/Kaczmarek nat√ľrlich korrigieren und tippe nun auf einen 3. Platz ;)
Spa√ü beiseite, hier sind noch einmal meine Tipps f√ľr die Endplatzierungen, lasse mir gerne Unwissenheit nachsagen wenn mich die Teams im wahrsten Sinne des Wortes eines “besseren” belehren!
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Erdmann/Matysik         5. Platz
Dollinger/Windscheif   9. Platz
Kaczmarek/Fuchs          9. Platz
Böckermann/Urbatzka 9. Platz
Holtwick/Semmler       3. Platz
Borger/B√ľthe ¬† ¬† ¬† ¬† ¬† ¬† ¬† ¬† 9. Platz
Ludwig/Walkenhorst   4. Platz
Bieneck/Großner          17. Platz
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So, muss Schluss machen, gleich geht das Spiel von Holtwick/Semmler los ;)
Viele Gr√ľ√üe,
Euer Jonas
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Von Pferden und Blutgrätschen

“Was machst Du jetzt beruflich?” – dies ist wohl diejenige Frage, die ich in den letzten Wochen und Monaten am h√§ufigsten gestellt bekommen habe. Eine ganze Weile – eigentlich seit 28 Semestern ;) – konnte ich ohne Umschweife antworten: “Ich schlie√üe gerade mein Studium ab!”. Diese Antwort wurde vom Fragesteller problemlos mit einem Nicken akzeptiert, doch nachdem das Examen seit einigen Wochen offiziell einget√ľtet ist, f√§llt mir die Antwort nicht mehr ganz so leicht. Ich m√∂chte mich auch nicht direkt in ein neues Vollzeitprojekt wie zum Beispiel das Referendariat st√ľrzen, sondern mir in aller Ruhe Gedanken √ľber meine berufliche Zukunftsplanung machen.

Neben vielen Einzelprojekten f√ľr die gemeinsamen Partner von Julius und mir war ich in den vergangenen Wochen auch auf der ein oder anderen gemeinn√ľtzigen Veranstaltung unterwegs. Eine besondere Herausforderung war das Pferderennen f√ľr den K√∂lner Kinderschutzbund auf der Pferderennbahn in Weidenpesch. Noch nie zuvor habe ich auf einem Pferd gesessen und nach einer kurzen Einf√ľhrung inklusive Probereiten spielte ich kurz mit dem Gedanken, es auch dabei zu belassen… Die Reiter wissen wovon ich spreche, aber auch allen anderen sei gesagt: Eine Kurve im Galopp zu nehmen und dabei einen Steigb√ľgel zu verlieren, ist in etwa so entspannend wie einbeiniges Schlittschuhfahren! Die Ank√ľndigung unseres Reitlehrers, dass die Pferde im Rennen noch um Einiges schneller sein w√ľrden, trug dann auch nicht unbedingt zu meiner Beruhigung bei. Vor rund 15.000 Zuschauern auf der Pferderennbahn wollte ich dann aber doch nicht kneifen und stellte zu meiner √úberraschung fest, dass die “Laufruhe” mit h√∂herer Geschwindigkeit zunahm, es auf der Strecke keine Kurven gab und somit hat es dann auch richtig Spa√ü gemacht – hier ist das Beweisphoto (Auch wenn es vielleicht nicht so aussieht: Das Pferd war durchaus schwerer und kr√§ftiger als der Reiter!)…

 

Nur eine Woche sp√§ter gab es ein weiteres Rennen f√ľr einen guten Zweck. Diesmal war die Strecke aber etwas l√§nger und der mobile Untersatz nahm um exakt ein PS ab, sodass beim Radrennen “Rund um K√∂ln” auf der 67 km langen Jedermanndistanz mein eigener Einsatz gefordert war. Im Rahmen der Aktion “Rund um K√∂ln mit Herz” radelten wir den ersten Teil der Strecke bei durchwachsenem Wetter und in moderatem Tempo an der Seite einiger Herzpatienten, bevor auch unser Team aufdrehte und den zweiten Streckenabschnitt in durchaus sportlichem Tempo absolvierte.

 

 

Auch am Pfingstwochenende steht eine weitere Kombination aus Sport und Charity auf dem Programm: Beim Fu√üballspiel zwischen den Teams von Lukas Podolski und Per Mertesacker werde ich – selbstverst√§ndlich – f√ľr das Poldi-Team auflaufen. Am Montag um 18:15 Uhr erfolgt der Ansto√ü und wer keinen Platz mehr im restlos ausverkauften (!) Sportpark in K√∂ln-H√∂henberg ergattern konnte, hat die M√∂glichkeit, den “Kick f√ľr den guten Zweck” bei Sport1 live zu verfolgen. Mit dabei sein wird auch Robert Lewandowski. Es bleibt aber abzuwarten, ob er sich auf das Spielfeld traut, falls der bekennende Bayern-Fan und ebenfalls anwesende Boris Becker auf dem Feld per Blutgr√§tsche schon mal auf das CL-Finale einstimmen m√∂chte…

Hier gibt es aktuelle Infos √ľber die Veranstaltung und die jeweiligen Teams.

Naturgem√§√ü kann man mit Charityveranstaltungen nicht seinen Lebensunterhalt bestreiten, sodass ich zwischendurch durchaus auch “normaler” Arbeit nachgehe. Am 1./2. Juni ert√∂nt ja in Hamburg bereits der Anpfiff zum ersten smart-Supercup, bei dem ich f√ľr Sky als Co-Kommentator und Experte im Einsatz sein werde. Dann wird auch die mir am zweith√§ufigsten gestellte Frage beantwortet werden, die da lautet: “Wie wird es denn f√ľr Dich sein, Julius in Zukunft im TV kritisieren zu d√ľrfen/m√ľssen”? Hierbei sehe ich aber recht wenig Probleme, denn zum einen darf man ja auch positive Kritik loswerden – daf√ľr muss er nat√ľrlich gut spielen ;) – und zum anderen konnte Julius schon immer gut mit konstruktiver Kritik umgehen, solange diese nicht vom Schiedsrichter kam…!

Apropos Schiedsrichter! F√ľr das Photo des Tages kommt mir noch ein Kunstwerk in Erinnerung, das im Nachklang des Olympiafinals erstellt wurde. Hier gibt es √ľber die Entscheidung des Schiedsrichters nat√ľrlich gar nichts zu meckern…!

Nun w√ľnsche ich aber allen erst einmal ein sch√∂nes Pfingstwochenende!!

Euer Jonas

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Rentnerleben

Hallo zusammen!

Nun bin ich also Ex-Sportler und das h√∂rt sich irgendwie ein bisschen komisch an. Schuld ist vermutlich die Vorsilbe, mit der man √ľberwiegend negative Dinge assoziiert. Zum Beispiel verbinden die meisten Menschen W√∂rter wie “Ex-Frau” (OK, einige M√§nner versp√ľren bei diesem Wort vielleicht auch Erleichterung), “Exhumierung”, “Exkrement”, “Exerzierplatz” oder “Exponentialfunktion” nicht unbedingt mit positiven Emotionen…

Das Thema Verletzung m√∂chte ich gar nicht gro√ü thematisieren, nur soviel dazu: Ich habe aus der Zeitung erfahren, dass mir in absehbarer Zeit massive L√§hmungserscheinungen und der Rollstuhl drohen – ich kann beruhigen und klarstellen, dass meine √Ąrzte bessere Erkenntnisse haben als der dort zitierte und mir unbekannte Arzt‚Ķ!

Der Schritt zum Karriereende war nat√ľrlich nicht angenehm. Aber der Wunsch, den Alltag auch perspektivisch halbwegs schmerzfrei bestreiten und (Hobby)Sport treiben zu k√∂nnen, ist zu gro√ü und wichtig, als dass ich meine Gesundheit f√ľr weitere sportliche H√∂chstleistungen aufs Spiel setzen wollte.

Die Reaktionen auf meinen Entschluss √§hnelten sich stark: √úberraschung, Bedauern und Verst√§ndnis folgte oftmals die Gratulation zu einer Entscheidung zum perfekten Zeitpunkt. Nun kann ich mir f√ľr die Wahl des Zeitpunkts mangels absoluter Freiwilligkeit nicht wirklich selbst auf die Schulter klopfen, bin im Nachhinein aber froh, dass ich diesen richtigen Entschluss nicht erst deutlich sp√§ter (oder schon vor einem Jahr…) getroffen habe. Neben der Tatsache, dass Julius nun noch etwas Vorbereitungszeit mit seinem neuen und sehr vielversprechenden Partner hat und ich die f√ľr einen Sportler seltene Erfahrung des “Abtretens auf dem sportlichen H√∂hepunkt” machen durfte, gibt es in der Tat noch andere positive Aspekte: So fiel die Entscheidung zwar fr√ľh genug, um den im Januar nicht immer wohltemperierten Beachhallen aus dem Weg gehen zu k√∂nnen, aber andererseits ausreichend sp√§t, weil die Teilnehmer f√ľr das Dschungelcamp bereits feststanden!

Da weder BigBrother angefragt hat, noch mir eine Kochshow angeboten wurde, muss ich mir wohl demn√§chst auch ernsthafte Gedanken um meine weitere berufliche Zukunft machen. Zun√§chst steht aber noch das letzte Drittel meines Lehramtsexamens in den kommenden Wochen an, gleichzeitig besch√§ftige ich mich auch ein wenig mit m√∂glichen zuk√ľnftigen Arbeitsfeldern, werde aber dem Beachvolleyball zun√§chst auf jeden Fall treu bleiben. Auch zuk√ľnftig stehen diverse Projekte – viele zusammen mit Julius – auf dem Programm (Beachcamp, PR-Termine f√ľr unsere Partner, Vortr√§ge etc.) und auch sonst gibt es die ein oder andere Idee rund um den Sand, die mich durchaus reizen k√∂nnte.

Zum Abschluss dann noch das gewohnte Photos des Tages, diesmal gleichzeitig Werbung in eigener Sache: MIKASA hat zusammen mit Julius und mir einen neuen Beachvolleyball designt und l√§sst diesen gerade produzieren. Wer sich also schon jetzt f√ľr den Beachsommer r√ľsten m√∂chte – zuschlagen!

Ich w√ľnsche eine sch√∂ne Woche und bis demn√§chst!

Euer Jonas

 

Zum Anschauen und Vorbestellen

 

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Olympische Nachbetrachtung

Hallo zusammen!

Viel, viel Zeit ist vergangen seit dem letzten Blogbeitrag und in der Zwischenzeit hat sich ehrlich gesagt so einiges getan: Köln spielt in der zweiten Liga, Angela Merkel ist wieder beliebt(er) und wir haben doch noch so etwas wie Sommer abbekommen!
Im Ernst: Die Olympischen Spiele in London waren nat√ľrlich DAS Sportereignis mit einer Vielzahl an Eindr√ľcken, Emotionen und Erlebnissen. Ich habe es ja bisher immer so gehalten, dass ich in meinem Blog nicht auf Spiele, Resultate oder Turniererfolge eingehe und m√∂chte das auch in diesem Fall so beibehalten. Zum einen weil bereits von diversen Medien jeder sportliche Blickwinkel beleuchtet wurde und zum anderen weil mir das Aufschreiben von Randnotizen reizvoller erscheint. Dennoch m√∂chte ich mich kurz bei all den Gratulanten, Mitfiebernden und Fans bedanken die uns die Daumen gedr√ľckt und mit dazu beigetragen haben, dass unsere sch√∂ne Sportart (hoffentlich dauerhaft) die Aufmerksamkeit erf√§hrt die sie verdient und nat√ľrlich auch dass Julius und ich unfassbar sch√∂ne Momente erleben konnten und immer noch erleben!

Nun aber zum eigentlichen Text: Vor Beginn der Spiele hatte ich noch ein etwas mulmiges Gef√ľhl bez√ľglich der zu erwartenden Stimmung, denn wenige Wochen vor dem Entz√ľnden der Flamme im Olympiastadion machte die Information die Runde, dass die f√ľr die Sicherheit zust√§ndige Firma festgestellt hat, dass sie nur knapp die H√§lfte der ben√∂tigten Mitarbeiter anwerben und einstellen konnte. Kurzfristig sollten daher tausende zus√§tzliche Soldaten f√ľr die Absicherung der Wettkampfst√§tten eingesetzt werden.
Meine aus Kriegsdienstverweigerungszeiten gepr√§gten und selbstverst√§ndlich unqualifizierten Vorbehalte gegen√ľber den abkommandierten Soldaten erwiesen sich aber sehr schnell als unbegr√ľndet. Nicht nur die tausenden hilfsbereiten Volunteers verstr√∂mten eine positiv-freundliche Atmosph√§re, sondern auch das milit√§rische Sicherheitspersonal zeigte sich √ľberhaupt nicht als lediglich befehlsausf√ľhrendes Organ, sondern f√ľgte sich nahtlos in die sportbegeisterte und extrem gastfreundliche Grundstimmung ein.
Zwar habe ich nur den Vergleich zu den Olympischen Spielen 2004 in Athen, doch w√§hrend man damals den Eindruck hatte, dass die meisten Griechen das gr√∂√üte Sportereignis der Welt √§hnlich ernst nahmen wie die Stabilit√§t ihrer Staatsfinanzen, schien es als w√§ren alle Menschen in und um London vom Olympiavirus befallen und sorgten f√ľr eine einzigartige Atmosph√§re. Egal ob ein Schwimmfinale, die erste Runde im Fechten, 100m-Sprint, Mauritius gegen Spanien im Beachvolleyball oder ein Vorkampf bei den Sportsch√ľtzen auf dem Programm stand: Die Veranstaltungen waren ausverkauft, die Sportler wurden mit maximalem Respekt empfangen und gro√üartige Leistungen wurden mit mindestens ebensolcher Begeisterung honoriert!
Und auch unter den Athleten aus aller Herren L√§nder im Olympischen Dorf breitete sich schnell eine sehr angenehme Stimmung aus: War man beim erstmaligen Betreten des Dorfes noch aufgeregt wie beim Antrittsbesuch bei den Schwiegereltern, so machte sich bald Entspannung breit und hierzu trugen sicherlich auch einige der Prinzipien von Olympischen Spielen bei: Wohnen in relativ karg eingerichteten 8-er-Apartments, einfaches aber vielf√§ltiges Essen in der Riesenmensa sowie das Fehlen jeglicher Sonderbehandlungen. Was (zumindest aus mitteleurop√§ischer Sicht) als dauerhaftes Staatssystem als gescheitert gilt, funktioniert auf sportlicher Ebene zumindest f√ľr den √ľberschaubaren Zeitraum von zwei bis drei Wochen hervorragend und ist sogar verlockend: Gleiche unter Gleichen leben (fast) ohne Privatbesitz in einfachen Verh√§ltnissen – aber Niemand muss hungern!!
Man k√∂nnte meinen, dass hochbezahlte Sportler, denen normalerweise jeder Wunsch von den Lippen abgelesen wird, keine Lust versp√ľren ihre Privilegien aufzugeben, gerade wenn der wom√∂glich wichtigste Wettkampf ihres Lebens ansteht. Doch eben diese Reduzierung auf das Wesentliche sowie das Zusammenleben und der Austausch mit Sportlern diverser Nationen und Disziplinen macht das Dorfleben so besonders und interessant!
Ich m√∂chte jedoch auch nichts romantisch verkl√§ren: Zum einen gibt es auch im spartanischen Dorf McDonalds, Caf√©s und auch die W√§sche m√ľssen die Sportler nicht selbst waschen. Zum anderen hat das “einfache” Leben auch negative Seiten. Unter rein sportlichen Gesichtspunkten ist es zB nicht ganz optimal, dass in den ersten N√§chten aufgrund der Hitzeperiode auch Nachts noch Temperaturen von √ľber 30 Grad in den Apartments herrschten (Klimaanlagen werden erst nach Abschluss der Paralympics installiert) und somit eine erholsame Nachtruhe beeintr√§chtigt wurde. Zudem war aufgrund der extrem unterschiedlichen Spielzeiten (wir kamen teilweise erst um 2 Uhr vom Turniergel√§nde zur√ľck und wurden dann noch ausbehandelt, die ersten verlie√üen das Dorf um 6 Uhr morgens) praktisch zu jeder Tages- und Nachtzeit im doch recht hellh√∂rigen 8-er-Appartment Betrieb. Es herrschte ein st√§ndiges Kommen und Gehen, so dass die zuf√§lligen Momente der Ruhe recht d√ľnn ges√§t waren. Auch verkommen Olympische D√∂rfer in der zweiten H√§lfte der Spiele mehr und mehr zur Freizeit- und Partyzonen, in denen es nicht immer einfach ist, die perfekte Balance zwischen dem Hochhalten der Spannung und der gewollten Kopfregeneration zu finden.

Zum Abschluss der olympischen Nachbetrachtung vielleicht noch ein paar Worte zu Dingen, die sich nicht auf die sportliche Leistung selbst, sondern mehr auf die Begleitumst√§nde des sportlichen (Miss)Erfolgs beziehen. Viel wurde ja in den vergangenen Wochen √ľber die Sportf√∂rderung in Deutschland diskutiert. Die einen halten diese f√ľr nicht mehr zeitgem√§√ü, andere finden sie ganz toll und dann gibt es noch diejenigen, die sie f√ľr v√∂llig √ľberfl√ľssig halten. Zweifelsfrei gibt es Argumente f√ľr jede dieser Ansichten und auch ich habe hier meine Meinung, die sich irgendwo zwischen den beiden ersten Varianten bewegt: Ich finde viele Dinge gut an der deutschen Sportf√∂rderung, zB den Umstand, dass es neben der staatlichen F√∂rderung und dem DOSB auch die S√§ule “Deutsche Sporthilfe” gibt, die zusammen mit ihren Partnern sehr zielgerichtet ihre Mittel einsetzt.
Nat√ľrlich ist nicht alles super, die Bereitstellung und Verwendung der Mittel der erstgenannten F√∂rderer sind beispielsweise recht schwer zu durchschauen. In unserem Fall wird dies noch erschwert durch die Aufgabe unseres Verbandes, zwei unterschiedliche Sportarten (Halle und Beach) mit den nicht gerade √ľppigen Eigen- sowie den angesprochenen Drittmitteln zu f√∂rdern. Insgesamt finde ich die Diskussion durchaus legitim und wichtig, ob die vorhandenen Mittel – nicht nur im Volleyball – gerecht, sinnvoll und maximal erfolgsversprechend eingesetzt werden.

In vielen L√§ndern ist Sportf√∂rderung eine mehr oder weniger rein staatliche Angelegenheit. Mit Steuergeldern werden riesige Budgets freigegeben und sowohl in der Breite wie in der Tiefe eingesetzt. Nat√ľrlich schl√§gt sich dies unter anderem auch im Medaillenspiegel nieder. Geld schie√üt oder wirft zwar immer noch keine Tore, kann aber doch daf√ľr sorgen, dass Potentiale freigelegt und ausgesch√∂pft werden. Ganz nebenbei: Ich pers√∂nlich halte den Aufbau des Medaillenspiegels f√ľr absurd und man braucht sich auch nicht zu wundern, dass in der √Ėffentlichkeit nur noch der Sieg z√§hlt und einer Silbermedaille oftmals der Makel des ersten Verlierers anhaftet, wenn ein Land mit einer gewonnen Goldmedaille im Medaillenspiegel vor L√§ndern mit diversen Silber- und Bronzemedaillen gef√ľhrt wird. Aber wie auch immer der Medaillenspiegel errechnet wird, interessant und entscheidend ist meiner Meinung nach die Beantwortung der Frage, ob die deutsche Bev√∂lkerung √ľberhaupt bereit w√§re, den zuk√ľnftigen Erfolg deutscher Athleten und eine bessere Platzierung im Medaillenspiegel mitzufinanzieren. Nat√ľrlich muss zu allererst geschaut werden, wie die bisherigen, nicht unbetr√§chtlichen, zur Verf√ľgung stehenden Mittel am effizientesten eingesetzt werden k√∂nnen. Dar√ľber hinaus k√∂nnte jedoch eine signifikante Erh√∂hung der F√∂rdersummen wohl nur durch mehr Bundesmittel und damit Steuergelder erzielt werden. Da auch Deutschland kein Geld zu verschenken hat, m√ľsste man vielleicht wirklich die Meinung der deutschen Bev√∂lkerung einholen, ob deren sportliche Begeisterung und der Wunsch nach deutschen Sporterfolgen so gro√ü sind, dass hierf√ľr mehr Steuergelder in die Hand genommen werden oder an anderer Stelle gek√ľrzt werden sollte.

Es sei noch kurz angemerkt, dass selbstverst√§ndlich auch der Breitensport eine bedeutende Rolle innerhalb der deutschen Sportlandschaft einnimmt, dessen Thematisierung an dieser Stelle aber den ohnehin schon un√ľbersichtlichen Rahmen gesprengt h√§tte…

Ich beschlie√üe diesen recht langen Blogeintrag mit dem √ľblichen Photo des Tages, diesmal frisch aus dem Erholungsurlaub. Mit Beachvolleyball habe ich mich hier nur kurz f√ľr dieses Photo besch√§ftigt, doch zeigt dieses zweierlei: Erstens kann man diesen sch√∂nen Sport immer und √ľberall spielen und zweitens besteht dringender Bedarf, mehr Spielfelder zu bauen – notfalls auch mit Steuergeldern ;)

Euer Jonas

 

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London, wir kommen!

Hallo zusammen,

die Olympiasaison hat nun auch f√ľr das Team Brink/Reckermann begonnen, aufgrund meiner Schulterverletzung konnten wir erst vor drei Wochen in das Turniergeschehen eingreifen. Sportlich lief es gleich sehr respektabel (Sportinfos auf brinkreckermann.de), aus touristischer Sicht haben wir uns allerdings die falschen Orte und/oder Wetterverh√§ltnisse f√ľr den Wiedereinstieg ausgesucht! Der EM-Austragungsort in Scheveningen/Den Haag ist ein wunderbares Fleckchen Erde, von sehr netten Leuten bewohnt (wenn nicht gerade Fu√üball-EM ist) und bestens geeignet f√ľr eine Vielzahl an Aktivit√§ten – allerdings eben nur bedingt f√ľr Beachvolleyball… Wenn ein K√ľstenabschnitt als ein Mekka f√ľr Wind- und Kitesurfer gilt, dann ist dies leider ein Ausschlusskriterium f√ľr niveauvolles Beachvolleyball. In diesem Jahr hatten wir noch relatives Gl√ľck, denn an drei von f√ľnf Turniertagen wehte der Wind nur mit moderaten 3-4 Windst√§rken und auch das Thermometer wagte sich fast bis an die 20-Grad-Grenze heran. Ansonsten gab es aber auch wieder das gewohnte Bild: Tag 2 wartete mit an irregul√§ren Bedingungen grenzenden Winden der St√§rke 5-6 auf, hinzu kam ein Tag sp√§ter Dauerregen bei 13 Grad Celsius – fairerweise galt die Wettervorhersage aber immer f√ľr beide Spielfeldh√§lften…

F√ľr den Finaltag waren dann 8 (!) Grad Celsius und Regen vorhergesagt! Aufgew√§rmt haben wir uns im beheizten Physiocontainer, zogen mehr Lagen Kleidung an als √∂sterliche Skifahrer – Neoprenf√ľ√ülinge eingeschlossen – und nutzten W√§rmesalbe, um wieder Gef√ľhl in die klammen Finger zu bekommen! Gl√ľcklicherweise blieb es aber weitestgehend trocken. F√ľr uns Spieler war es somit dann auch halbwegs ertr√§glich, nur die im kalten Wind sitzenden Zuschauer sehnten sich vermutlich mehr nach Gl√ľhwein denn Caipirinha.

Wenige Tage sp√§ter stand dann das Grand-Slam-Turnier in Moskau auf dem Programm – aus unterschiedlichen Gr√ľnden nicht unbedingt das Lieblingsturnier der meisten Athleten. Bereits vor der Anreise tauchen oftmals die ersten (Visa-)Probleme auf: W√§hrend es in meinem Fall reine Vergesslichkeit gewesen ist, die einen Besuch und Express-Antrag beim russischen Konsulat nach sich zog, hatten die Olympiasieger Rogers/Dahlhausser bestenfalls eine Teilschuld an ihrer ungewollten Turnierabmeldung. Weil auf der Einladung des russischen Verbandes im Namen “Dahllhausser” ein “l” zu viel auftauchte, wurde das Visum verweigert und mangels ausreichender Zeit f√ľr eine korrigierte Einladung mussten die beiden die ungew√∂hnlichste und √§rgerlichste Turnierabmeldung der Saison vermelden. Ich war nun bereits das vierte oder f√ľnfte Mal in Moskau – gesehen habe ich von dieser Weltmetropole bisher aber leider nur sehr wenig. Neben unserem sehr eng gestrickten Turnierkalender erlaubt auch das Verkehrschaos auf Moskaus Stra√üen und die lokale Organisation leider keine touristischen Ausfl√ľge, denn es fehlt einfach die Zeit! Traditionell wird hier ein Spielerhotel auserkoren, das einige Kilometer vom Veranstaltungsgel√§nde entfernt liegt und die durchschnittliche Fahrtzeit mit dem Bus betr√§gt an Werktagen 30-45 Minuten pro Strecke, Spitzenwerte waren in diesem Jahr zwei Fahrten mit einer Dauer von 60 bzw 90 Minuten. Da das Mittagessen aber im Hotel kredenzt wurde, verbrachte man bei zwei Spielen t√§glich ein gutes St√ľck des Tages im Bus. So blieb in erster Linie (reichlich) Zeit f√ľr die allj√§hrliche Verkehrsanalyse und der Trend ist ungebrochen: Fuhren bei meinem ersten Moskaubesuch vor knapp 10 Jahren haupts√§chlich Autos der Kategorie “Lada, Wartburg und Co” durch die Stra√üen, hat das Luxussegment, vorrangig bestehend aus Autos deutscher Hersteller, mittlerweile eindeutig die Nase vorn. Da diese Autos nicht nur deutlich gr√∂√üer, sondern auch mit weniger Personen besetzt sind, kollabiert der Verkehr zumindest in den Sto√üzeiten jeden Tag aufs Neue.

Im Zusammenhang mit der Fu√üball-EM in Polen und der Ukraine wurde im Vorfeld √ľber die Vergabepraxis von sportlichen Gro√üereignissen sowie der nicht-sportlichen Meinungs√§u√üerung von dort aktiven Sportlern hei√ü diskutiert. Wenn man sich den Turnierplan anschaut, dann tauchen auch in unserer Sportart einige Orte auf, deren Regierungen Menschenrechten nicht unbedingt h√∂chste Priorit√§t einr√§umen und eigentlich kann man es auch sagen, wie es ist: Es herrschen teilweise menschen- und freiheitsverachtende Zust√§nde. Als Sportler macht man sich nat√ľrlich schon so seine Gedanken, aber insbesondere in den nicht ganz so popul√§ren Sportarten ist zum einen die Medienwirksamkeit relativ gering und zum anderen kann man nicht wirklich einsch√§tzen, inwiefern ein √∂ffentliches Statement kurz- bis langfristige Folgen f√ľr die sportliche Karriere haben k√∂nnte. Dennoch habe ich mich ab und zu schon mal ge√§rgert, dass wir Spieler nicht mal bei passender Gelegenheit eine kritische √Ąu√üerung oder Frage get√§tigt haben – auch in Moskau h√§tte sich im Nachhinein die M√∂glichkeit ergeben. W√§hrend wir unser Turnier spielten und halbnackte T√§nzerinnen in den Spielpausen ihr bestes gaben, wurde kurzfristig das Demonstrationsgesetz versch√§rft, um zwei Tage sp√§ter unmittelbar vor einer friedlichen, aber regierungskritischen Demonstration Oppositionelle und popul√§re Regimekritiker vor√ľbergehend zu verhaften – lupenreine Demokratie sieht anders aus…

Letztendlich ist es aber auch zu einfach, von den Sportlern zu erwarten, dass diese sich mit Vehemenz zu diesem oder einem der vielen anderen m√∂glichen Themen √∂ffentlich √§u√üern, denn wir sind ja in erster Linie Teilnehmer und haben auf die Vergabepraxis der Sportveranstaltungen keinen Einfluss. Man m√ľsste vielleicht eher hinterfragen, warum insbesondere die wichtigsten sportlichen Gro√üveranstaltungen immer wieder an L√§nder vergeben werden, die zwar reich sind, aber weder die entsprechenden sportlichen noch menschenrechtlichen Rahmenbedingungen vorweisen k√∂nnen. Wettk√§mpfe wie die Olympischen Spiele stehen immer auch f√ľr V√∂lkerverst√§ndigung und friedliches Miteinander.

Anders als bei einigen nachfolgenden sportlichen Großereignissen, in deren Vorfeld diese Art der Diskussion mit Sicherheit wieder aufflackern wird, sind England und insbesondere London vor dieser Art der Diskussion gefeit.

Durch unsere nun auch offiziell best√§tigte Qualifikation wird Olympia 2012 mehr und mehr pr√§sent. Dies macht sich f√ľr uns durch die extrem gro√üe Zahl an Interviewanfragen genauso bemerkbar wie durch Einkleidungstermine oder auch das Ausf√ľllen dutzender Formulare f√ľr den DVV, DOSB, NOK, NADA, WADA, IOC, FIVB…

Bevor die Spiele dann endg√ľltig beginnen, werde ich mich noch mal an dieser Stelle zu Wort melden und verabschiede mich bis dahin mit gleich zwei Photos des Tages, jeweils gefunden w√§hrend unseres Aufenthaltes beim Turnier in Rom. Ich bin der italienischen Sprache nicht m√§chtig,aber ich glaube nicht, dass unsere Kanzlerin hierbei all zu gut wegkommt…

Bis dahin, Euer Jonas

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Vorbereitung in Kalifornien

Hallo zusammen,

das letzte Trainingslager des Jahres liegt hinter und eine ganz besondere Saison vor uns! F√ľr knapp drei Wochen haben wir an der kalifornischen Pazifikk√ľste unser Lager aufgeschlagen. Zun√§chst “besuchten” wir im sehr entspannten und sch√∂nen, aber auch etwas noblen Santa Barbara die amerikanischen Olympiasieger Rogers/Dalhausser, im Anschluss folgte noch eine Woche im knapp zwei Autostunden s√ľdlich gelegenen Hermosa Beach, einem der sch√∂nsten, aber auch “hippsten” Str√§nde von Los Angeles.

Die Anreise war mal wieder nicht ganz so kurz, aber verglichen mit Neuseeland immer noch ein Kurztrip. Nach zweimaligem Umsteigen in Charlotte und Phoenix landeten wir noch am selben Tag, aber ziemlich ermattet in Santa Barbara. Es erwartete uns ein sehr komfortables Haus mit Au√üendusche, BBQ, Kabelfernsehen (mit allen NBA-Kan√§len) und Geschirrsp√ľlmaschine…! Es lie√ü sich also ganz gut aushalten, wenngleich unsere nebenan wohnenden Vermieter nicht ganz so einfach waren (es trudelten sehr f√ľrsorgliche E-Mails (!) mit dem Wortlaut ein: “K√∂nnt ihr bitte noch die die Liegen mit den Schutzbez√ľgen √ľber Nacht abdecken” oder “Habt ihr nach der Nutzung des Grills das Gas wieder zugedreht?”). Wir k√§mpfen noch heute wegen im Haus zur√ľckgelassenem Sand (v√∂llig untypisch f√ľr Beachvolleyballer…) um die R√ľckzahlung unserer Kaution…

W√§hrend wir an den meisten Tagen am East-Beach am Naturstrand trainierten, lud uns Todd Rogers an einem Tag zum Training und anschlie√üendem BBQ zu sich nach Hause ein. Was soll man sagen, wenn jemand ein Anwesen inmitten von Weinbergen mit eigenem Beachvolleyballfeld, gro√üem Garten und noch gr√∂√üerem Haus sein Eigen nennt? – “Herzlichen Gl√ľckwunsch”!!

In der zweiten H√§lfte unseres Trainingslagers zog es uns an die Str√§nde von Los Angeles und wir begegneten einem v√∂llig anderem Schlag Mensch. W√§hrend es in Santa Barbara eher ruhig und fast schon spie√üig zuging, ist Hermosa Beach mit seinem unfassbaren Strand zwar nicht weniger sch√∂n, aber die beste Seite von LA ist eben auch wesentlich lebhafter und es herrscht schon eine ganz besondere Atmosph√§re. Wer einen festen Wohnsitz in Hermosa hat, scheint von Natur aus erfolgreich, gut aussehend und selbstbewusst zu sein – insbesondere aus der Eigenperspektive. Die Leute wollen alles sein, nur nicht durchschnittlich und langweilig. Man hat den Eindruck, dass jeder etwas besonderes verk√∂rpern m√∂chte und somit begegnet man insbesondere in Strandn√§he den skurrilsten Erscheinungen: Personen auf allen bekannten und unbekannten Varianten von Fortbewegungsmitteln, Barfu√ül√§ufern, lauthals singenden Joggern, Tr√§gern jeglicher Arten von Kopfschmuck sowie Personen, die aus √úberzeugung nur einen Schuh (daf√ľr mit Kniestr√ľmpfen) tragen – alles ist erlaubt, Hauptsache man exponiert sich! Passend dazu auch die nicht ganz ernst gemeinte Antwort einer nach LA umgesiedelten Freundin von Julius (und Architektin) auf die Frage einer Einheimischen nach ihrem Beruf: “Model und Schauspielerin” – “das sagt man hier doch als Frau…!” Das folgende Photo zeigt √ľbrigens den Strand von Hermosa unmittelbar nach Durchzug eines Sturmtiefs – daher die Menschenleere und die ungew√∂hnliche Sandmusterung…

Es k√∂nnte nun der Eindruck entstehen, dass es uns/mir in Hermosa nicht gefallen hat – dem muss ich vehement widersprechen!! Das Leben dort ist angenehm, trotz der vielen Leute entspannt, der Strand ist riesig und die Skurrilit√§t der Leute ist mehr erheiternd denn unangenehm! √Ąhnliche Beobachtungen konnten wir dann auch am letzten Tag unseres Aufenthalts in LA machen, denn wir kamen in den Genuss, das Spiel der Lakers gegen Nowitzkis Mavericks anzuschauen. Zuf√§lligerweise hat die Mutter eines Beachvolleyballers eine tragende Funktion bei den Lakers, f√ľr die sein Vater jahrelang auch noch auf Korbjagd ging. Somit konnten wir aus n√§chster N√§he das Spiel und den K√∂rperschmuck der Spieler beobachten, denn auch auf dem Spielfeld war der (west)amerikanische Hang zur Exzentrik deutlich sichtbar. W√§hrend Dirk lediglich durch sein Spiel herausragte, versuchte die Mehrheit der weiteren Akteure durch √Ąu√üerlichkeiten hervorzustechen: Tattoos bis zum Abwinken, drei (!) Paar √ľbereinander getragene Str√ľmpfe unterschiedlicher L√§ngen, bunte Stirn-, Handgelenks-, Knie-, Ellbogen und Oberarmb√§nder in diversen Variationen und nat√ľrlich ein Repertoire an Gestik und Mimik, dass jedem der am Seitenrand sitzenden Schauspielern zur Ehre reichen w√ľrde! Es war jedoch f√ľr uns ein sensationelles Ereignis, solch gro√üartige Sportler einmal aus n√§chster N√§he anschauen zu k√∂nnen, leider ging das Match in Overtime vor 20.000 Zuschauern an die Heimmannschaft (In dem folgenden Video hatte Dirk die M√∂glichkeit, die Overtime zu verhindern und den Sieg einzufahren)!

Crunchtime-Video

Nach unserer R√ľckkehr aus dem Trainingslager sollte eigentlich die Saison mit einem Turnier in Polen losgehen, doch leider muss ich derzeit mit Schulterproblemen passen. Ich bin aber guter Dinge, schon bald wieder ins Turniergeschehen eingreifen zu k√∂nnen!

Ich verabschiede mich mit einem Photo des Tages, bei dessen Ansicht insbesondere die Herzen von Oldtimerfreunden h√∂her schlagen d√ľrften. Sehr zur Freude von Julius findet man im trockenen Kalifornien noch eine gro√üe Auswahl an betagten Autos, auch wenn die Modelle auf diesem Bild in erster Linie als Ersatzteillieferanten dienten.

Beste Gr√ľ√üe,

Euer Jonas

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Zwischen Fuerte und Kalifornien

Hallo zusammen,

Eigentlich wollte ich in diesem Moment ein wenig die Augen schlie√üen und mich von den Strapazen des gerade beendeten Trainingslagers erholen, allerdings bef√∂rdert uns ausnahmsweise mal wieder “Iberia” von Fuerteventura zur√ľck aufs Festland und da ist in der Regel schlafen ausgeschlossen! Dass man hier keine Ruhe findet liegt allerdings nicht an atemberaubenden Stewardessen oder dem √ľberragenden flight-entertainment sondern eher an der Bestuhlung. Zwar bleiben die Kniescheiben diesmal unber√ľhrt weil ich einen Notausgangplatz erhalten habe, aber Eltern werden mich verstehen: Auf einem Kinderstuhl l√§sst es sich einfach nicht so richtig gut einnicken…! W√§hrend die Beckenknochen zwar seitlich anschlagen aber noch in den Sitz passen, hat der Kopf nur mit der Deckenwand bzw den darin befindlichen Luftd√ľsen Kontakt. Versuchte man (oder zumindest Personen √ľber 1,85m) diesen hinten anzulehnen, best√ľnde akute Genickbruchgefahr durch √úberstreckung, denn erst der Tisch des Hintermanns w√ľrde den freien Fall stoppen. Dabei haben die Sitze durchaus eine Kopfst√ľtze – diese befindet sich aber leider irgendwo im Brustwirbels√§ulenbereich und sorgt auf diese Weise lediglich f√ľr eine ziemlich aufrechte K√∂rperhaltung….
Ihr glaubt ich √ľbertreibe? Seht selbst (ich sitze wirklich…):

N√∂tig war die Wahl dieser Fluglinie weil wir eine Verbindung brauchten die uns noch ein vormitt√§gliches Training im Robinsonclub-Jandia auf Fuerteventura erlaubte und uns dennoch am selben Abend nach London bringen sollte. London? Aber sicher! Nun bietet sich die Inselhauptstadt f√ľr ein Fr√ľhlingstrainingslager ungef√§hr so an wie eine “Iberia”-Maschine als Wellness-Oase durchgeht aber in etwas mehr als vier Monaten steigt dort – hoffentlich mit uns – ein gr√∂√üeres Sportereignis und unser Partner smart (Ja, dort passe ich wirklich sehr gut hinein!) m√∂chte mit uns dort schon mal etwas olympische Luft schnuppern und ein kleines Photoshooting durchf√ľhren.

Ich bin mal gespannt wie das Wetter dort sein wird, immerhin wurden wir auf Fuerteventura mal wieder richtig verw√∂hnt, denn neben den wie √ľblich perfekten Bedingungen trugen auch Temperaturen um die 25¬įC bei warmen Saharawinden zu einem erfolgreichen Trainingslager bei. Nicht nur wir und unsere polnischen Trainingspartner nutzten die Gegebenheiten, sondern gleich 12 – 15 weitere Teams aus Deutschland, Spanien, England und √Ėsterreich bereiteten sich dort auf die anstehende Saison vor. Hierunter befand sich auch die deutsche Nachwuchselite, im √úbrigen allesamt sehr vern√ľnftige Jungs und M√§dchen, keine Spur von Partyleben, sondern eine im Sand und Kraftraum gewissenhaft arbeitende Trainingsgruppe mit berechtigten Ambitionen einmal in die Fu√üstapfen der jetzigen Nationalteams treten zu k√∂nnen.

Apropos Trainingsgruppe: Sowohl die Nummer eins der deutschen Damen als auch Julius und ich bieten in diesem Jahr zusammen mit Robinson je ein Beachvolleyballcamp an! F√ľr das einw√∂chige Camp auf Fuerteventura bzw. in der T√ľrkei gibt es noch freie Pl√§tze, wer also im Herbst von Profis durch den Sand gescheucht werden m√∂chte kann ja mal hier vorbeischauen: Zum Beachvolleyballcamp.

Bis dahin ist es aber noch ein langer Weg mit einigen Turnieren auf dem Programm. Neben dem im Rahmen der Stippvisite erw√§hnten Highlight steht zuvor auch noch eine EM auf dem Programm die ebenso zu den olympischen Qualifikationsturnieren z√§hlt wie zB die Grand-Slams in Peking, Shanghai, Moskau und Rom. Auch Berlin steht endlich wieder auf dem Turnierplan der Weltserie und strebt mit der Waldb√ľhne als Austragungsort einen neuen Zuschauerrekord f√ľr ein Beachvolleyballturnier an – 20.000 Fans finden dort Platz!

Ihr seht also: Es steht ein interessanter und abwechslungsreicher Sommer bevor, nach dem Londonbesuch sind wir aber erst mal eine Woche in der Heimat bevor es ins letzte Trainingslager nach Kalifornien geht!

Von dort melde ich mich dann das n√§chste mal, w√ľnsche Euch bis dahin eine sch√∂ne Zeit, viel Spa√ü beim Angrillen (falls ihr das nicht schon letzte Woche gemacht habt) und verabschiede mich nun mit dem Photo des Tages, gefunden an einer Wohnungst√ľr in K√∂ln. Keine Ahnung wie so eine Konstellation zustande kommt, ungef√§hr so stimmig wie ein Bremen-Hamburg-Freundschaftschal in Leipzig…!

Beste Gr√ľ√üe

Euer Jonas

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Trainingslager und Kurzurlaub

Hallo zusammen!
In genau diesem Augenblick befinde ich mich gerade ausnahmsweise einmal nicht in einem Flugzeug, sondern an Bord einer F√§hre auf dem Weg von der Nord- auf die S√ľdinsel Neuseelands!

Nach unserem 5-w√∂chigen Trainingslager haben wir drei Tage zur “freien Verf√ľgung” und da wollte ich mal meinen Aktionsradius (betrug bisher ca. 3 Kilometer) ein wenig erweitern und als Appetizer f√ľr m√∂gliche sp√§tere Urlaube schon einmal einen Miniteil der S√ľdinsel erkunden! Auf der einen Seite ist es nat√ľrlich toll und ein unglaubliches Privileg, in L√§ndern wie Neuseeland sein Trainingslager ausrichten zu k√∂nnen, aber auf der anderen Seite tut es schon immer etwas weh, wenn man wei√ü, was es alles zu erkunden g√§be, man aber w√§hrend der Trainingswoche(n) weder Zeit noch Kraft hat, gr√∂√üere Unternehmungen durchzuf√ľhren.
Die vergangenen Wochen waren aber dennoch nicht nur anstrengend, sondern auch ungemein angenehm. Ich kenne keinen anderen Trainingsort, der optimale Trainingsbedingungen mit den Eigenschaften Entspannt-, Sicher- und Sch√∂nheit auf eine √§hnliche Weise verk√∂rpert wie Mount Maunganui. F√ľr neuseel√§ndische Verh√§ltnisse zwar schon recht touristisch, im Vergleich zu sch√∂nen europ√§ischen Trainingslager- oder Ferienzielen aber immer noch eine Oase der Ruhe!

The Mount

Ich habe ja bereits im letzten Jahr von Land und Leuten geschw√§rmt und m√∂chte daher nur noch einmal den Rat loswerden: Wer keine 30-st√ľndige Anreise scheut, noch zumindest drei Wochen Resturlaub hat, sich das Flugticket leisten und sich an gr√ľner Natur erfreuen kann – Urlaub buchen!!
Zumindest in den Beachvolleyballerkreisen sprechen sich die vorteilhaften Bedingungen allm√§hlich herum, in diesem Jahr waren nicht weniger als 11 Teams (M√§nner und Frauen) aus 7 Nationen vor Ort. Somit geh√∂rt “The Mount” neben Rio, Los Angeles und den Kanaren (selten genug, dass Fuerte, Teneriffa und Co zusammen mit den drei Erstgenannten innerhalb eines Satzes aufgez√§hlt werden…) zu den beliebtesten Trainingslagerzielen w√§hrend des europ√§ischen Winters! Apropos Winter: Es ist nicht so, dass hier zu jeder Tages- und Nachtzeit Flipflops und √§rmellose Shirts angesagt sind, es kommt sehr auf Zeit und Ort an! Scheint die Sonne durch die ozonverminderten Luftschichten f√ľhlen sich selbst 22 Grad Celsius an wie Temperaturen jenseits der 30, sitzt man jedoch im Schatten oder nach Sonnenuntergang im Wind, so w√§hnt man sich in n√∂rdlicheren bzw. auf dieser Seite der Erdkugel nat√ľrlich in s√ľdlicheren Gefilden. Dies kann ich exemplarisch gerade sehr gut mit einem Bild von der Szenerie zu meiner Rechten belegen, der (aufgrund seiner Fu√übekleidung vermutlich deutsche) Herr im Schatten hat kurz nach Entstehung des Photos sogar das w√§rmende Innendeck aufgesucht, w√§hrend sich bei dem Sonnenanbeter schon die ersten Schwei√üflecken ablesen lassen.

Insgesamt gesehen hatten wir mit dem Wetter unglaubliches Gl√ľck. Mit unserer Landung vor 5 Wochen ging gerade eine Schlechtwetterperiode zu Ende und erst am gestrigen Finaltag der NZL-Open, dem letzten Tourstopp der nationalen Serie, gab es in Mount Maunganui wieder den ersten signifikanten Regenschauer.
Leider soll das Wetter zu Wochenbeginn deutlich schlechter werden – auch auf der S√ľdinsel – so dass wir mal schauen m√ľssen, ob bei unserer gebuchten Kayaktour im Abeltasman-Nationalpark mehr Feuchtigkeit von oben oder unten kommt…! Anschlie√üend geht es durch die bekannteste Weingegend Neuseelands (Marlborough) weiter an die Ostk√ľste in Richtung Christchurch, von wo wir dann am Donnerstag die Heimreise antreten werden. Christchurch selbst soll von dem schweren Erdbeben des vergangenen Jahres (√ľber 10.000 Opfer) immer noch schwer gezeichnet sein, aufgrund von nahezu t√§glichen Nachbeben leichter bis mittlerer St√§rke kommt der Wiederaufbau wohl nur schleppend voran. Ich m√∂chte zwar keinen Katastrophentourismus betreiben, aber falls Zeit √ľbrig bleibt, werde ich noch mit dem Auto in die Stadt fahren, um mir ein Bild von der Lage dort und der Kraft der Naturgewalt zu machen.
Jetzt muss ich meinen Bericht leider beenden, denn wir fahren gerade in die Marlborough Sounds ein (Fjord√§hnliche Landschaft), hiervon gibt es noch ein letztes Landschaftsphoto…

… und mit dem Bild des Tages verabschiede ich mich, w√ľnsche Euch noch eine sch√∂ne Woche, auf dass diese nicht so schwer im Magen liegt, wie das was hier in Neuseeland unter “leichter Kost” verstanden wird…

Euer Jonas

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Auf ein Neues!

Hallo zusammen!
Ja, ich wei√ü, lang ist es her seit dem letzten Blogeintrag! Aber vor Weihnachten hat man ja selten Zeit zur Mu√üe und auch diesmal wurden die wenigen m√∂glichen Geschenk-Kauf-Tage im Dezember durch unser Trainingslager auf Teneriffa weiter reduziert. Eigentlich ist es aber gar nicht so √ľbel, dem Einkaufswahn kurz vor der Massenpanik in der K√∂lner Fu√üg√§ngerzone mit einem Kanarenaufenthalt zu begegnen: Zwar sind die Temperaturen dort nur marginal h√∂her (was allerdings haupts√§chlich an den fr√ľhlingshaften Dezembertemperaturen in der Heimat lag), aber die weiteren Vorz√ľge liegen auf der Hand: Bereits im Flieger friedlich schlummernde √ú-60er und das milde, unaufgeregte Klima Teneriffas kombiniert mit ungeschm√ľckten Hotel- und Trainingsanlagen lassen zwar keine Weihnachtsstimmung aufkommen, aber eben auch keinen Weihnachtsstress. Wenn zu Hause eine Weihnachtsfeier die n√§chste jagt und man auch in der zweiten Dezemberwoche die fehlenden Geschenke noch nicht nur an einer Hand abz√§hlen kann, dann ist das Seniorenparadies Teneriffa gar keine schlechte Alternative und man findet sicher eher Zeit zur Besinnung als w√§hrend der heimatlichen Adventszeit! Einverstanden, einen Becher leckeren Gl√ľhweins sucht man im “Cappuccino-mit-Sahne-Mekka” nat√ľrlich vergeblich, aber andererseits hielt sich der Genuss bei 14 Grad im Rheinland sicherlich auch in Grenzen!?
Wie auch immer: Es gab zum Gl√ľck Internet im Hotel und Onlineversandh√§user sind ja zum Gl√ľck mittlerweile quasi anerkannt als seri√∂se Weihnachtsgeschenkbezugsquellen. So wurde dann der Geschenkeeinkauf ganz gem√ľtlich zwischen Bridge-Treff und Bingo-Abend abgewickelt – allein die dienst√§glichen, geradezu entr√ľckten Beifallst√ľrme f√ľr den Elvis-Imitator st√∂rten ein wenig die konzentrierte Suche nach den Pr√§senten f√ľr die Liebsten…!
In der Tat erwischten wir die wettertechnisch schönste Kanarenwoche die ich jemals erlebt hatte: Kaum Wind und chronisch blauer Himmel!
Getr√ľbt wurde der Aufenthalt nur ein wenig von den Leistungen des Effzehs. Nat√ľrlich habe ich auch auf Teneriffa eine Fu√üballkneipe gefunden und habe mir unter anderem mit dem Besitzer des K√∂lner Pascha (kein Witz – aber nat√ľrlich rein zuf√§llig getroffen…) zwei Spiele anschauen d√ľrfen/m√ľssen. Sogar unsere schweizer Trainingspartner habe ich vor den Bildschrim gelockt, aber irgendwie h√§tte ich sp√§testens seit Latour, Zellweger, Cabanas, Streller und Co wissen m√ľssen, dass das nicht gerade Gl√ľck bringen w√ľrde! Hatte das 1:1 gegen Mainz – eines der schlechtesten Fu√üballspiele die ich seit langem gesehen habe – noch mit dem Ausgleich kurz vor Schluss einen emotionalen H√∂hepunkt, so erntete das 10-gegen-11 Debakel (gef√ľhlt: 11 gegen 8) in M√ľnchen nur noch kollektives Kopfsch√ľtteln und selbst mir war es unm√∂glich, da noch irgendetwas sch√∂n zu reden! Herr Solbakken entschuldigte das Desaster unter anderem damit, dass die Spieler w√§hrend des dritten Spiels in 6 Tagen “m√ľde im Kopf” waren. Nun ja: Zum einen sah es eher nach Unzul√§nglichkeiten unterhalb des Halses aus und zum anderen stimmt es doch ein wenig bedenklich, wenn man beim (akustisch) gef√ľhlten Heimspiel gegen die Bayern in der Arroga – √§h – Allianzarena ein mentales Problem hat.
Egal, ist ja Winterpause, will ich wenigstens jetzt mal nicht zu viel √ľber Fu√üball schreiben!
Stattdessen vielleicht ein kurzer Verweis auf das n√§chste Trainingslagerziel, befinde mich n√§mlich gerade auf dem Weg dorthin und nutze die Umstiegszeit in Bangkok f√ľr eben diesen Blogeintrag. Nun bieten sich von Bangkok aus nat√ľrlich so einige m√∂gliche Ziele zur Vorbereitung auf die kommende Saison an: Nach China w√§re es zB nicht weit, allerdings gen√ľgen mir die Turnieraufenthalte in Peking und Shanghai, um meinen pers√∂nlichen Chinahunger zu stillen!! Nach Japan wollte ich immer schon mal aber in Tokio herrschen gerade √§hnliche Temperaturen wie zu Hause und leider steht auf meiner Bordkarte auch nicht “Sydney”! Das “leider” r√ľhrt aber nur von der Begutachtung der Wetterprognosen, denn nicht umsonst befinde ich mich auch diesmal wieder auf dem Weg nach Neuseeland, einem der sch√∂nsten und angenehmsten L√§nder die ich bisher bereist habe! Die Wettervorhersage l√§sst f√ľr die erste Woche aber leider nicht sehr viel Gutes erwarten, exemplarisch habe ich mal die Prognose f√ľr den kommenden Sonntag herausgesucht und hoffe inst√§ndig, dass es nicht dazu kommen wird!!

Auf den ersten Blick sieht das ja schon nicht sehr sch√∂n aus, aber noch etwas desillusionierender wird es nach dem Durchlesen des Kleingedruckten: F√ľr Sonntag sind sage und schreibe 45,1mm Niederschlag (immerhin Regen und nicht Schnee) vorhergesagt! Zum Vergleich: Selbst im angeblich so verregneten Hamburg kommen im langj√§hrigen Mittel nur 42mm Niederschlag herunter und daf√ľr braucht es sogar einen ganzen Monat (Februar)!!
Nachdem mir die Vermieterin unseres Apartments in Neuseeland vor wenigen Tagen bereits geschrieben hatte, dass nach heftigen Unwettern noch kleinere Reparaturarbeiten w√§hrend unseres Aufenthalts an dem Haus durchgef√ľhrt werden m√ľssen, hoffe ich nun, dass zumindest das Dach nicht zu sehr in Mitleidenschaft gezogen wurde…!
Ich kann ja an dieser Stelle demnächst mal berichten, ob wir Down Under Land unter haben oder sich uns Wetter und Natur wie im letzten Jahr größtenteils von der schönsten Seite zeigen werden!

Jetzt muss ich aber erst einmal dorthin kommen und vor allem den Zoll passieren, denn vor einem Jahr w√§re uns wegen eines “Drogendeliktes” fast die Einreise verweigert worden! Wer sich nicht erinnert oder noch einmal nachlesen m√∂chte, kann dies hier tun.
Damit ich aber nicht schon viel fr√ľher scheitere, muss ich mich jetzt mal trotz M√ľdigkeit aufraffen und f√ľr den n√§chsten 11-Stunden-Flug bereit machen, das gr√ľne Bordingl√§mpchen leuchtet bereits!
Bis dahin, ich w√ľnsche Euch ein sch√∂nes Wochenende!!

Euer Jonas

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