Champion des Jahres

Hallo zusammen,

schon wieder ein Jahr vorbei… wie schnell das dann doch immer geht.
Aber ich bin froh. Die Saison war lang und ich freue mich auf ein paar ruhigere Wochen ohne viel Ein- und Auspackerei.
Nach der letzten erfolgreichen Amtshandlung auf Teneriffa, ging es direkt noch einmal fĂŒr einen 2-Tages-Kurztrip in die TĂŒrkei aber mit deutlich mehr VergnĂŒgen als Arbeit.
FĂŒr unseren Sponsor Smart haben wir dort ein kleines Video gedreht fĂŒr die neue Electric Drive Version im Rahmen der “Champion des Jahres”-Wahl im Robinson Club Camyuva aber dazu spĂ€ter mehr.
Bin noch nie so ein Eltektro-Auto gefahren, ist schon irre! Man hört ja nix! Als wir los wollten hab ich ihn erst nicht angekriegt, bis ich feststellte, der lĂ€uft schon lĂ€ngst! So flĂŒsterten wir dann zwischen dem Meer und der tĂŒrkischen SteilkĂŒste entlang, mit offenem Fenster konnte man die Vögel zwitschern hören.
So, aber nun zum Thema: Gemeinsam mit der Deutschen Sporthilfe und deren Partnern unterstĂŒtzt Smart die Veranstaltung „Champion des Jahres“. Einmal im Jahr trifft sich hier die deutsche Sportelite zu einem gemeinsamen Urlaub fernab von Wettkampfstress und Erfolgsdruck. Außer vielleicht fĂŒr die zum „Champion des Jahres“ nominierten 5 Athleten. Diese Auszeichnung wird am letzten Abend feierlich vergeben und von allen Sportlern, 72 an der Zahl in diesem Jahr, gewĂ€hlt. FĂŒr die Kandidaten ist es daher nicht ratsam, abends um 22Uhr die Segel zu streichen.
Steffi Nerius erzĂ€hlte uns beim Abendessen, dass sie sich sogar zum Boccia spielen breitschlagen ließ, 2009, als sie gewĂ€hlt wurde…
Dieses Jahr heißt der strahlende Sieger – nach langem Warten mit vielen emotionalen Bildern – Max Hoff! Ein extrem erfolgreicher Kanut, der schon zum dritten Mal nominiert war. Diesmal hat es endlich geklappt.
Ich finde es irgendwie immer schön, wenn Sportler aus weniger medial ausgeschlachteten Sportarten solche Auszeichnungen bekommen. Dementsprechend unsicher wirkte er auch im Rampenlicht, der Max. Aber gerade diese Bescheidenheit machte ihn irgendwie auch so sympathisch. Ein Vorbild.
Dieses bedeutungsschwangere Wort fiel wĂ€hrend der Show relativ hĂ€ufig. Wir, wie wir alle da so sitzen, seien Vorbilder… Was macht eigentlich ein Vorbild?
Ist erfolgreich sein vorbildlich? Oder liegt es einfach daran, dass erfolgreiche Menschen in den Medien sind und deshalb einfach die Chance haben, Vorbilder zu sein? Alleinerziehende MĂŒtter bekommen ja eher selten grĂ¶ĂŸeres Medienecho… Und kann ein Jugendlicher mit Dirk Nowitzki als Vorbild nicht nur verlieren? Oder können Jugendliche sehr wohl abstrahieren und es geht einfach um die Eigenschaften wie Disziplin, Teamgeist, Durchsetzungsvermögen, bei Talent wird’s ja schon wieder eng, denen sie nacheifern und die dadurch rein positive Auswirkungen haben? Dazu mĂŒsste man jetzt wohl den Kollegen Freud mal befragen…ist der eigentlich ein Vorbild? Wahrscheinlich sind die Eigenschaften, die man einem Vorbild zuschreibt, fĂŒr jeden verschieden.
FĂŒr mich persönlich zeigen sich vorbildtaugliche Personen zum Beispiel nicht bei Erfolg, sondern bei Misserfolg.
Wie einfach es ist selbstbewusst, freundlich, selbstkritisch, begeisterungsfĂ€hig, mitreißend, auskunftsfreudig – und was es noch alles fĂŒr Tugenden gibt – zu sein, mit einer Goldmedaille um den Hals. Und wie gleichwohl schwieriger nach einer bitteren Niederlage. Ein Vorbild, das sich nach diesen meinen Kriterien qualifiziert, durfte ich dort auch kennenlernen.
Ralf Bartels, seines Zeichens tonangebender deutscher Kugelstoßer der letzten 10 Jahre und große WM-Medaillen-Hoffnung in diesem Jahr, scheidet unerwartet frĂŒh aus, bei der WM in SĂŒdkorea.
Er packt nicht ohne ein weiteres Wort seine Tasche und fliegt mit der nĂ€chsten Maschine nach Hause, was ich ihm wirklich nicht verĂŒbelt hĂ€tte, sondern er bleibt bis zum Ende. Er unterstĂŒtzt den 12 Jahre jĂŒngeren Newcomer David Storl und hilft ihm die allererste WM-Gold-Medaille fĂŒr Deutschland zu gewinnen. Allererste besagt bereits, dass das etwas ist, was ihm in seiner erfolgreichen Karriere bislang verwehrt blieb.
Zum GlĂŒck hat ihn David Storl zum Dank als seine Begleitung mitgenommen zum “Champion des Jahres”, sonst wĂ€re mir dieses Vorbild wegen Mangel an Medaillen in diesem Jahr verborgen geblieben….

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