Beachvolleyball ist (nicht nur) sexy!

Hallo zusammen,

das grĂ¶ĂŸte Highlight der Saison, die WM in Rom, ist nun auch Geschichte und trotzdem steht noch soviel an. 5 Grand Slams, die EM in Norwegen, DM in Timmedorf und, und, und…

Sollte ich ein jetzt ein Zwischenfazit ziehen, wĂŒrde ich sagen: “schon ok”. Wir haben viele ziemlich gute Spiele gemacht, einige nicht so gute aber bis jetzt auch noch wenige, bei denen wir alles umsetzen konnten.

Mal sehen, ob uns das in den nÀchsten Wochen gelingt. Gut ist, dass das vielleicht beste Spiel das letzte war. Gegen Walsh-May im Achtelfinale in Rom. Zwar leider 2:1 verloren aber da hat schon sehr viel gepasst und darauf können wir aufbauen.

Aber ich will eigentlich gar nicht ĂŒber das “Sportliche” schreiben. Das könnt ihr ja alles in diversen Medien nachlesen. Ich dachte ich schreibe heute mal ĂŒber Heroes in Höschen.

Über eins sind wir uns wahrscheinlich alle einig: Ist schon eine saucoole Sportart, dieses “Beachvolleyball”.

Jung, dynamisch, emotional, an der frischen Luft (zumindest außerhalb Chinas..), sympathisch, laut, schnell, schweißtreibend, sonnig, mitreißend, fröhlich, Ă€sthetisch und fĂŒr den ein oder anderen wahrscheinlich auch ein bisschen sexy. Und da sind wir beim Thema. Zur WM in Rom hat die FIVB eine Kampagne gelauncht mit dem bescheidenen Namen “FIVB Heroes”. Die Idee ist simpel: Beachvolleyball bekannter zu machen.

Dazu werden die Protagonisten dieser Sportart sehr aufwendig vorgestellt. Laura und ich hatten dazu, wie viele andere, ein Shooting in Gstaad, bei dem eine ganze Tennishalle mit ĂŒberdimensionlaen schwarzen TĂŒchern abgehĂ€ngt, Sand aufgeschĂŒttet und Champions-League-Finale-taugliche Scheinwerfer aufgestellt wurden. Das Ergebnis ist sehr cool geworden. Mit den neuesten HD-Kameras und Super Slow Motion wird jedes Sandkorn dramatisch in Szene gesetzt.

 

An die MĂ€dels wurde dabei vor allem eine Anforderung gestellt: nicht sĂŒĂŸ-sexy zu sein. Wir sollten mit den Fotos StĂ€rke, Selbstbewusstsein, harte Arbeit ausstrahlen. Weg vom Caipirinha-Image in kurzen Höschen.

Auch fĂŒr uns eine neue Erfahrung nicht lĂ€cheln zu dĂŒrfen.

Nichts polarisiert beim Beachvolleyball in der öffentlichen Meinung offensichtlich mehr als dieses sexistische Image. Seit ich denken kann werden wir in jedem Interview gefragt, was wir denn davon halten, dass die BĂŒndchenlĂ€nge unserer Bikinis vorgegeben ist. Ob wir uns nicht irgendwie zur Schau gestellt fĂŒhlen.

Nein, tun wir nicht, ist jedes Mal die Antwort. Wir sehen das Ganze ziemlich leidenschaftslos und unpolitsich. Zumal die Regel eingefĂŒhrt wurde um ein einheitlicheres Bild nach außen zu zeigen.

Die BĂŒndchenlĂ€nge darf bis zu 7cm sein, da hatte Omi schon weniger… Bei Leichtathletinnen hab ich die Frage ĂŒbrigens noch in keinem Interview gehört. Ich glaube das liegt dran, dass die sich zwischen Badehöschen und Hotpants entscheiden dĂŒrfen…

Beachvolleyball wurde am Strand erfunden, da hat man naturgemĂ€ĂŸ wenig an. Ich habe auch schon gehört: “Euer Zirkus hat was von FKK-Bewegung, schert sich irgendwie gar keiner drum, dass er oder sie quasi nix anhat, wenn er/sie mit dir spricht.” Ist auch so. FĂŒr jemand der nach Feierabend aus dem BĂŒro kommt und am TurniergelĂ€nde vorbeilĂ€uft mag das seltsam anmuten aber fĂŒr uns ist das eben normal…

Ob das gut ist? Keine Ahnung. Die Frage, die sich fĂŒr uns stellt ist vor allem: Was mache ich daraus?

Sex sells aber die Verbindung zum Bikini ist da so nah, ist das dann nicht arg platt?

Und muss man das wirklich? Muss man auf den Zug aufspringen und wie Nummerngirls fĂŒr Fotografen posieren? Wertet man den Sport damit nicht ab? Lenkt man mit dem Design vom Inhalt ab? Was fĂŒr ein Vorbild ist das fĂŒr junge MĂ€dchen?

Oder muss man diese Register eben ziehen um neben König Fußball noch ein kleines bisschen Aufmerksamkeit zu erhaschen? Und ist es nicht arg prĂŒde und außerdem widernatĂŒrlicher sich bei 30 Grad im Schatten mehr anzuziehen als man am Strand tĂ€te, nur damit einem keiner auf den Hintern schaut? Sollen sie doch schauen! Mir doch egal. Aber wo setzt man dann die Grenze?

Die Meinungen sind da sehr unterschiedlich und auch widersprĂŒchlich. Die neue FIVB-Kampagne setzt auf starke, selbstbewusste Frauen und lĂ€sst zwischen den Spielen MĂ€dchen in Bikinis tanzen um die Spielpausen zu ĂŒberbrĂŒcken. Aber schließt sich das denn aus? Kann man denn behaupten, die MĂ€dels, die da tanzen seien nicht stark und selbstbewusst? Oder geht es nur um die Wirkung?

Wie auch immer, am Ende kann man wie immer nichts generalisieren und sicher hat auch jeder von euch dazu eine andere Meinung. Mir persönlich gefĂ€llt die Richtung der neuen FIVB-Kampagne gut, einfach auch, weil sie mal die andere Seite der Sportart zeigt und ich gespannt bin, wie das wirkt und ob den wirklich nur sĂŒĂŸ-sexy geht…

 

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