Mein RĂŒckblick auf die Saison 2010

Es ist vollbracht! Eine lange Saison ist schließlich zuende gegangen. Lang war sie wirklich. Der FIVB-Kalender breitet sich heimlich, still und leise immer weiter nach links und rechts aus. Irgendwo ist ja immer Sommer auf diesem Planeten.

Foto FIVB: Erfolgs-Trio (v.l.): Sara Goller, Trainer Craig Seuseu und Laura Ludwig.

Los ging’s dieses Jahr fĂŒr uns im Januar auf der anderen Seite desselben. In Neuseeland stiegen wir nach erholsamer Winterpause wieder ins Balltraining ein und spielten zwei Turniere der nationalen Tour. Es folgten schweißtreibende Einheiten im tiefsten Beachhallen-Sand der Welt in Hamburg im Februar, ein Trainingslager mit der europĂ€ischen Elite auf Fuerteventura im MĂ€rz, ein Trainingslager in Los Angeles fĂŒr den letzten Feinschliff im April und schon ging’s wieder los.

Wie im Vorjahr gab die World Tour ihr Debut in der brasilianischen Hauptstadt. Zugegeben, ein bisschen ironisch, ein Turnier im Zentrum des Landes auszutragen, in dem man ja doch den ein oder anderen Strand finden könnte…aber gut, sei’s drum. FĂŒr uns scheint es außerdem ein gutes Pflaster zu sein. Letztes Jahr Bronze, dieses Jahr Silber…nĂ€chstes Jahr…? Ist das Turnier wohl in Rio, munkelt man!!! Na toll…

Weiter nach Shanghai, Demut ĂŒben. FĂŒhlen uns gut, spielen katastrophal und verlieren zwei Spiele…ratlose Gesichter. Heute können wir zum GlĂŒck drĂŒber lachen, was da los war, weiß aber auch bis heute keiner. Erschöpft kommen wir nach dem Abflug nach Los Angeles Anfang April endlich wieder nach Hause. Zeit um wieder Kraft und Mut zu tanken fĂŒr den ersten Grand Slam in Rom. Einem der von uns gesetzten Highlights. Dort spielen uns mit guter Leistung wieder bis in’s Finale. VerrĂŒckte Welt. Leider können wir dort nicht die gleiche Leistung abrufen und verlieren gegen unsere LA-Trainings-Kolleginnen Kessy/Ross (USA) mit 2:0. Das Erreichen des Finals hieß gleichzeitig auch, dass wir unseren Flug nach Seoul am Sonntagmorgen verpassten. Die Organisatoren hatten sich spontan vor Ort entschieden, das Frauenfinale nicht wie geplant am Samstag, sondern am Sonntag zu spielen. Zwar wurde uns ein neuer Flug gekauft, der brachte uns aber erst zwei Tage spĂ€ter als geplant nach SĂŒdkorea. Ziemlich ferngesteuert gewannen wir das erste und verloren wir das zweite Spiel am darauffolgenden Donnerstag. In den kommenden Tagen rappelten wir uns dann immer weiter auf, schliefen am dritten Tag die Nacht durch und gewannen noch ein paar Spiele in der Loserrunde. Einzug Halbfinale dann wieder gegen Kessy/Ross. Wir spielten besser als im Finale in der Vorwoche, aber verloren leider wieder zweimal zu 19.
Erschöpft aber zufrieden ging es wieder nach Hause. Als nĂ€chstes stand mit Moskau der nĂ€chste Grand Slam, das nĂ€chste Highlight an. Sportlich…Moskau an sich, steht nicht so auf unserer Highlight-Liste. Dieses Jahr gab es einen teaminternen Wettkampf: Wer bekommt die meisten Russen zum Lachen…oder wenigstens zu einem LĂ€cheln…am Ende stand bei uns allen eine dicke, fette Null…Wir spielen ein gutes Turnier, gewinnen alle Spiele im Pool und spielen uns im Single-Out wieder bis ins Viertelfinale gegen…Kessy/Ross! Und, verwunderlich, ich weiß, aber wir verlieren wieder! Diesmal zumindest 2:1…wir pirschen uns langsam an!

Es folgen ein 9. Platz in Stavanger, völlig in Ordnung, weil dieser Sand scheinbar einfach unseren Jungs gehört, Eric und David gewinnen sensationell Gold, wo sich im Vorjahr Julius und Jonas zu Weltmeistern kĂŒren lassen durften.
Eine Silbermedaille in Gstaad folgte. Das verrĂŒckteste Finale aller Zeiten, zumindest was das Wetter anging. Angefangen bei 40 Grad, unterbrochen wegen Hagelschauer fĂŒr 3 Stunden. Der Center Court war komplett weiß! Und bei 16 Grad in langen Hosen wurde das Finale zu Ende gespielt. Diesmal aber gegen Juliana/Larissa (BRA).
Ein 5. Platz bei einem von der FIVB offiziell als “Beach-Volleyball” ausgeschriebenen Turnier in Marseille, ist wohl als so eine Art Starthilfe gedacht, weil”Sandsturm-Lotto” noch keinen eigenen Verband hat. Lustig war’s auf jeden Fall! Definitiv eine Sportart mit Potenzial!
Eine Bronzemedaille in Klagenfurt. Immer wieder beeindruckend, dieses Klagenfurt. Wir gewinnen mit der vielleicht besten Turnierleistung “nur” Bronze. Weil wir das Halbfinale gegen einfach noch einen winzigen Tick bessere Larissa/Juliana in drei SĂ€tzen verlieren.
Einem mĂŒden 9. Platz in Stare Jablonki mit einer Niederlage gegen die immer stĂ€rker werdenden Chinesinnen schließt sich an, damit aber auch ein bisschen mehr Zeit, um uns fĂŒr die EM in Berlin am kommenden Wochenende zu erholen.

Foto JĂŒrgen Tap: Ein weiterer Höhepunkt in 2010: EM-Gold fĂŒr die deutsche Nummer eins.

Zwei Höhepunkte in Deutschland
Das große Ziel fĂŒr dieses Saison: EM-Gold! Und es klappt! Am kommenden Samstag gewinnen wir das Finale gegen Deutschland in Deutschland, vielleicht kullert sogar ein TrĂ€nchen und abends feiern wir mit Katrin und Ilka gemeinsam das super Ergebnis.

Gleich anschließend steht die Deutsche Meisterschaft an. Wir haben ein bisschen Probleme mit dem Spannungsabfall nach der EM, den Erfolgshunger zu wecken. Wir spielen uns zwar bis in Finale, schaffen es aber irgendwie nicht, den Sack zuzumachen und verlieren am Ende im dritten Satz. Der einzige echte Wehmutstropfen einer sonst mehr als zufriedenstellenden Saison.

Ein ganz besonderes Event
Ja und dann die “Klassenfahrt”… In der kommenden Woche trainieren wir wenig und fliegen dann am Freitag mit Holtwick/Semmler, Brink/Reckermann und Klemperer/Koreng nach Zrece/Slowenien, zur erste Phase des sogenannten Continental Cups. Ein neues Format um sich einen Olympia-Spot zu erspielen, sofern nicht schon zwei Teams unter den Top 16 der Weltrangliste sind. Das besondere ist eben, dass zwei Teams pro Geschlecht zusammen als “Deutschland” versuchen, sich diesen Spot ĂŒber drei Phasen zu erkĂ€mpfen. Mit uns in diesem Pool waren Norwegen, Portugal und eben Slowenien.

Ich war noch nie in Slowenien. Hat was von Österreich. War auch echt kalt da! Aber sehr, sehr lustig. Normalerweise ist jedes Team auf den Turnieren immer sehr mit sich beschĂ€ftigt, man sieht beim AufwĂ€rmen mal ein paar Ballwechsel von den anderen Teams, ruft dann mal ein unterstĂŒtzendes Wort und trifft sich dann vielleicht beim Abendessen. Diesmal war das anders. Wir haben uns gegenseitig aufgewĂ€rmt…also mit dem Ball jetzt…und konnten eigentlich alle Spiele von den anderen Teams sehen, haben zusammen gegessen usw. Das war schon ein ganz anderes “Team Deutschland GefĂŒhl” als sonst. Zumal wir ja auch nicht gegeneinander spielen konnten. Die MĂ€dels waren Streber und haben alles 2:0 gewonnen, die Jungs haben ein bisschen pubertiert und sind am Ende hinter Norwegen Zweiter geworden. Wie in der Schule eben…

So, jetzt waren aber immer noch acht Wochen zu ĂŒberbrĂŒcken bis zu den letzten beiden Turnieren in China und Thailand Ende Oktober bzw Anfang November. Wir haben erstmal ein bisschen Pause gehabt, drei Wochen keinen Ball angefasst, uns nur mit anderen Dingen fit gehalten und sind dann nochmals nach Teneriffa ins Trainingslager geflogen, wo wir auch ein kleines Einladungsturnier mit Österreich, der Schweiz und Spanien gespielt (und gewonnen) haben.

Und dann ein letztes Mal nach Asien. Wir hatten lange ĂŒberlegt, ob wir die letzten beiden Turniere noch spielen sollten. Schließlich wurde die Saison dadurch nochmals 10 Wochen lĂ€nger, fĂŒr zwei Turniere…
Aber es gab noch zwei Saisonziele, die noch nicht erreicht waren. Wir wollten alle Teams einmal geschlagen haben, das hatten wir auch geschafft – bis auf Kessy/Ross – und ein Turnier gewinnen. Außerdem konnten wir mit zwei guten Leistungen auch noch von Position fĂŒnf auf Position vier der Weltrangliste klettern…also, auf nach Asien!

Es kommt, wie wir es uns gewĂŒnscht hatten. Wir bekommen Kessy/Ross im Halbfinale. Und es lief… 21:14, 21:14. Das es so klar wird, hatte keiner erwartet. Finale!! Nah am letzten zu erfĂŒllenden Saisonziel! Gegen China in China wurde es ein gutes Spiel aber leider nicht gut genug fĂŒr den ersten Turniersieg – 22:20, 22:20 mussten wir uns geschlagen geben.
Auch in Thailand klappt es leider nicht. Wir schaffen es zwar mit einem weiteren fĂŒnften Platz tatsĂ€chlich noch auf Rang vier in der Weltrangliste (vorbei an Kessy/Ross…irre!), aber ein Turniersieg hat noch nicht sollen sein.
Damit ist aber auch klar, was im nĂ€chsten Jahr fett und rot am Anfang der “Ziele 2011-Liste” steht!!!

Foto FIVB: Im nĂ€chsten Jahr heißt es: Angriff auf den ersten Sieg bei der World Tour.

Aber jetzt ist erstmal Urlaub…schönes Wort…Urlaub…

 

Eure Sara

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