Wieder ein Stück „gewachsen“…

Wow, was fĂĽr ein Saisonstart… Silber in Brasilia. Das erste Turnier einer Saison ist immer etwas Besonderes. Man trainiert ĂĽber Monate fleiĂźig, aber weiĂź irgendwie doch nicht so richtig, wo man steht. Das ist vielleicht ein bisschen wie bei einem kleinen Kind, bei dem man selbst nicht merkt, wie es wächst, weil man es jeden Tag sieht, bis dann die Tanten kommen: “Gott was bist du groooĂź geworden?!”

Foto FIVB: Glänzender Start in die World Tour Saison 2010 für Laura Ludwig und Sara Goller.

So ähnlich ging’s uns in Brasilia. Wir hatten, wie im letzten Jahr, direkt vor dem ersten Turnier unser Abschlusstrainingslager in Los Angeles. Dort haben wir mit den amerikanischen World-Tour-Teams trainiert und uns gut gefĂĽhlt und mit den Hufen gescharrt, wann endlich die Saison losgeht. Dass wir am Ende direkt im Finale standen, war natĂĽrlich riesig! Am Ende des zweiten Tages, an dem wir knapp gegen das neue amerikanische Top-Team Misty (May-Treanor) und Nicole (Branagh) und sogar in zwei Sätzen gegen das brasilianische Top-Team Juliana und Larissa gewonnen hatten, haben wir uns schon gegenseitig das ein oder andere Mal gekniffen…

Halbfinale! Super! Und das auf dem “leichteren” Weg durch die Winner-Runde. Das machte bei den Temperaturen ĂĽber 30°C und dem straffen Zeitplan schon einen Unterschied. Die beiden Schwestern aus Rio, Maria und Carolina, denen wir dann im Halbfinale gegenĂĽber standen, hatten bis zu unserem Spiel um 15.00 Uhr schon zwei Drei-Satz-Begegnungen in den Knochen. Trotzdem war es ein harter Kampf. Die beiden haben nochmals alle Kräfte gebĂĽndelt und sich die Strapazen nicht anmerken lassen.

Das Hauptziel im letzten Jahr war gewesen, in mehr Halbfinals zu stehen. Das haben wir auch umgesetzt. Leider hatten wir aber keines davon gewonnen. Das soll(te) sich dieses Jahr ändern. Dementsprechend entschlossen sind wir in das erste Halbfinale in dieser Saison gegangen und konnten uns am Ende 22:20 und 26:24 durchsetzen. Finale!!! Gegner waren wie in Runde 4 Juliana und Larissa.

Ein Finale in Brasilien gegen Brasilien ist schon was Besonderes… Noch dazu um 9.30 Uhr – wegen des Fernsehens… Der Center Court war trotzdem schon voll. Alle in gelben T-Shirts und gut gelaunt. Die Musik war so laut, dass wir uns beim Einspielen unsere Passkombinationen mit Fingerzeichen vor der Annahme anzeigen mussten, weil unsere Stimmen gegen den Lärm nicht ankamen.

Als es dann losging, wurde die Musik von Pfiffen und Rufen der Zuschauer ersetzt. Das war zum einen ungewohnt, sind die Brasilianer doch eigentlich so ein freundliches Volk, zum anderen auch ein wenig irritierend, bei der Spieler-Vorstellung und dann auch jedem Aufschlag laut ausgepfiffen zu werden… Vielleicht müssen wir uns zum Training mal ein paar „Pöbler“ anheuern, die uns ordentlich Gegenwind geben:) In den ersten Satz sind wir dann so ein bisschen reingestolpert, den haben wir zu 15 verloren. Wir haben uns dann aber doch gefangen, waren im zweiten Satz wieder auf der Höhe, auch wenn wir den knapp zu 19 verloren. Das war der einzige Wermutstropfen, dass wir es im Finale nicht mehr geschafft haben, das Spiel aus den vorangegangenen Runden zu finden. Trotzdem waren wir mit der Turnierleistung sehr zufrieden.

Wir hoffen einfach, dass es uns vergönnt sein wird, noch das ein oder andere Finale zu spielen und dann ein bisschen abgezockter zu sein. FĂĽr Juliana und Larissa war es gefĂĽhlt das hundertste Finale, fĂĽr uns das zweite. Da gilt es, noch ein Bisschen was aufzuholen! Aber wir sind ja auch noch in der Wachstumsphase…

Also drĂĽckt uns die Daumen in China!
Eure Sara

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